Schneesturm an der Vincent-Pyramide kostet jungen Italienerinnen das Leben.

Am Samstag geriet eine Dreier-Seilschaft mit zwei Bergsteigerinnen und einem Bergsteiger an der Vincent-Pyramide (4215 m) bei minus vier Grad in einen Schneesturm mit Windgeschwindigkeiten von 80 km/h und alarmierten deswegen die Rettungskräfte.

Diese konnten die drei Bergsteiger:innen zwar orten, jedoch wegen der Witterungsbedingungen nicht mit dem Helikopter retten.

Erst gegen 21:00 Uhr abends drangen Retter:innen zu Fuß zu der Seilschaft vor und brachten die Gruppe zur Mantova-Berghütte (3498m).

Die beiden jungen Frauen (28 und 29 Jahre alt) mussten zu diesem Zeitpunkt bereits getragen werden.

Überlebender erleidet Erfrierungen

Das Schweizer Medienportal blick.ch zitiert den Einsatzleiter Paolo Camune (48): "Meine Leute haben die beiden Frauen auf Bahren heruntergetragen. Bei beiden schlug das Herz nicht mehr. Wir haben zwei Stunden lang versucht, die Bergsteigerinnen wiederzubeleben. Wir haben alle verfügbaren Wasserflaschen mit heissem Wasser gefüllt und den Frauen auf den Körper gelegt. Zudem haben wir sie in Wolldecken gehüllt. Auch einen Defibrillator haben wir wiederholt eingesetzt. Leider war alles vergebens."

Die Leichen der Bergsteigerinnen wurden am Sonntag mit dem Helikopter ins Tal geflogen. Der überlebende 27-jährige Bergsteiger zog sich Erfrierungen an den Händen zu.

5 Kommentare

Kommentar schreiben
09.07.2021 Sepp B.

Meine Hochachtung, für die Bergretter bei solchen Bedienungen die sichere Hütte zu verlassen, denn Sie wissen was Sie erwartet. Ware Helden. Ich kenne die Gegend gut, war allein, bin zum Balmenrhorn - Biwak den Föhnsturm abgewartet.

Ralf

-4° +80 km ~ ca. -30°. Hinzu kommt die phys.anstr.bei Sturm da oben...u. Keine Sicht mehr. Null. ..nur als Anmerkung. ..
Im stillen gedenken.

Olli

@Wolfgang -4 Grad und 80km/h Wind... fühlt sich "etwas" kälter an und ist ohne Biwaksack schwer zu überstehen. Es stellt sich mehr die Frage wieso sie sich in so leichtem Gelände nicht mehr bewegt haben und nicht abgestiegen sind...

Wolfgang

Bei -4 Grad erfroren? Wie waren die denn ausgerüstet?

Mike auf unserer Facebook-Seite

Wie furchtbar, mögen sie in Frieden ruhen und den Angehörigen ganz viel Kraft, wenn man die überhaupt haben kann.
Vielen Dank an die Bergrettung, die trotz unglaublich schlechter Wetterverhältnisse oft unmögliches möglich macht.
Tapfere Helden in meinen Augen