Die Bergwacht Ramsau suchte irrtümlicherweise nach einem verletzten Skitourengeher an der Ofentalscharte in den Berchtesgadener Alpen. Der Alleingänger hatte beim Notruf den falschen Berg angegeben.

Zwölf Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau suchten am vergangenen Samstagnachmittag an der Ofentalscharte nach einem verletzten Skitourengeher. Der Einsatz dauerte über drei Stunden. Der gesuchte Sportler hatte sich bei zeitweise starkem Schneefall verstiegen, war erschöpft und hatte sich bei einem Sturz leicht verletzt. 

Bei seinem Notruf gab der Tourengeher an, sich im Bereich der Ofentalscharte auf der Westseite des Hochkalters zu befinden. Wie sich nach der erfolglosen Suche an diesem Berg herausstellte, war er allerdings Luftlinie eineinhalb Kilometer weiter westlich auf dem Weg zum Vorderberghörndl unterwegs. 

Bergwacht Ramsau sucht auf falschem Berg nach verstiegenem Skitourengeher RAMSAU/FORST HINTERSEE – Zwölf Einsatzkräfte...

Gepostet von Bergwacht Ramsau am Montag, 22. März 2021

Die Ortung des Handys war trotz mehrerer Versuche nicht möglich, die Einsatzkräfte mussten sich also auf die Angaben des Skitourengehers verlassen. Sogar ein Rettungshubschrauber war zeitweise im Einsatz. Aufgrund des Schneesturms musste die Suche aus der Luft allerdings abgebrochen werden. 

In einem weiteren Notruf gab der Sportler an, seine Aufstiegsspur wieder gefunden zu haben und selbst abfahren zu können. Die Rettungsmannschaft, die an der Ofentalscharte bis auf 1.700 Meter aufgestiegen war, fuhr daraufhin ebenfalls ab. Sie vermuteten den Mann weiter unterhalb ihrer Position und suchten deshalb noch den Forstbegang- und den Sittersbachsteig erfolglos ab. 

Währenddessen hat der Skitourengeher auf seiner Abfahrt am Vorderberghörndl eine Gruppe von Tourengehern getroffen, die ihm durch das Gelände bis zur Forststraße half. Die Einsatzkräfte trafen den Mann später in seinem Wohnmobil auf einem Parkplatz südwestlich des Hintersees an. Er musste nicht medizinisch versorgt werden. 

Er war wohl ohne Ziel zu einer Tour aufgebrochen und umgekehrt, als ihm die Kraft ausging. Dabei stürzte er im Steilgelände und traute sich vorerst nicht weiter, weshalb er den Notruf absetzte. Die Bergretter waren bis 17:30 Uhr im Einsatz. Bei der kalten Witterung hatte der Skitourengeher Glück im Unglück.

Text von Alisa Kircher

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