Bergwacht Berchtesgaden und Besatzung des Rettungshubschraubers "Christoph 14" mit schneller Rettungsaktion.

Der Hochbahnweg im Gebiet des Jenner (1.874 m) oberhalb des Königssees in den Berchtesgadener Alpen führt von der Mittelstation der Bergbahn über die Königsbachalm ins Tal. Am Samstag kam es unterhalb dieses Wegs zu einem schweren Bergunfall, den ein junger Mann schwerst verletzt überlebte.

Hier die Pressemeldung des Kreisverbands Berchtesgadener Land des Bayerischen Roten Kreuzes zum Unfallhergang und der anschließenden Rettungsaktion im Wortlaut.

18-Jähriger stürzt unterhalb des Jenner-Hochbahnwegs über 60 Meter ab und wird sehr schwer verletzt

Die Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers "Christoph 14" haben am Samstagvormittag einen sehr schwer verletzten 18-Jährigen aus Niederbayern gerettet, der unterhalb des Hochbahnwegs im feuchten Laub ausgerutscht und dann gute 60 bis 80 Höhenmeter - davon allein 20 Höhenmeter über eine senkrechte Felswand - direkt in den Königsbach abgestürzt und dort dann im Wasser liegengeblieben war.

18-Jähriger stürzt unterhalb des Jenner-Hochbahnwegs über 60 Meter in den Königsbach ab und wird sehr schwer verletzt...

Gepostet von BRK Kreisverband Berchtesgadener Land am Samstag, 13. März 2021
Rettungseinsatz im Königsbach

Erfolgreich: Rettungseinsatz im Königsbach am Samstag.

| © brk-bgl.de

Sein oberhalb stehender gleichaltriger Begleiter hörte den Verunfallten zunächst noch rufen, handelte aber richtig, riskierte im Absturzgelände keinen eigenen Rettungsversuch und setzte gegen 9 Uhr sofort nach dem Unfall einen Notruf ab. "Christoph 14" flog mit einem Berchtesgadener Bergretter los, fand den Abgestürzten aufgrund der noch laubfreien Bäume im Bachbett liegend und setzte den Bergretter und die Notärztin mit der Winde oberhalb auf dem Hochbahnweg beim Begleiter ab. 

Der Bergretter stieg dann am Seil gute 30 Höhenmeter durch den Hang und weitere 20 Meter über die Felswand ab. Während der Bergretter den 18-Jährigen untersuchte, brachte der Heli einen zweiten Bergretter mit Trage und setzte ihn per Winde direkt ins Bachbett ab.

Da eine umfangreiche Versorgung im kalten Wasser nicht möglich war, lagerten die Retter den jungen Mann sehr rasch in die Trage um, transportieren in zu Fuß ein Stück auf eine Lichtung, nahmen ihn mit der Winde auf und flogen ihn zum Großparkplatz Königssee aus, wo bereits ein Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes und die Notärztin bereitstanden und den Mann medizinisch versorgten.

Die mit insgesamt 45 Minuten flotte Rettungsaktion mit insgesamt drei Windengängen zwischen den hohen Bäumen und aus der Schlucht war auch für die Heli-Besatzung anspruchsvoll, die rund 70 Meter Windenseil ausfahren und oberhalb der Baumwipfel schweben musste. Mit dem Heli gings für den verletzten 18-Jährigen dann direkt weiter zum Klinikum Traunstein, wo er sofort operiert wurde.

Mit dem Heli ins Klinikum Traunstein

Weitertransport mit dem Heli ins Klinkum Traunstein.

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Weitere Bergretter fuhren mit dem All-Terrain-Vehicle (ATV) und dem Pinzgauer mit Ketten über den Hochbahnweg und die Jenner-Mittelstation in Richtung Einsatzstelle, um bei einer aufwendigeren Rettung im Gelände unterstützen zu können. Sie brachten den unverletzten Begleiter und die Notärztin ins Tal zum Königssee-Großparkplatz zurück. Acht Bergretter waren gute eineinhalb Stunden gefordert. Ein Berchtesgadener Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) nahm den schweren Unfall auf.

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