John Snorri Sigurjonsson, Muhamad Ali Sadpra und Juan Pablo Mohr ließen ihr Leben am K2.

Auch nach der ersten erfolgreichen Besteigung des K2 im Winter durch Nirmal Purja und neun weiteren nepalesischen Bergsteigern Mitte Januar, sind viele Bergsteiger:innen am zweithöchsten Berg der Erde verblieben, um den Coup der Nepalesen zu wiederholen.

In der Nacht zum Freitag war eine internationale Seilschaft bestehend aus dem Isländer John Snorri Sigurjonnson, dem Chilenen Juan Pablo Mohr sowie den pakistanischen Bergsteigern Muhammad Ali Sadpara (Vater) und Sajid Ali (Sohn) von Lager III (7.300 m) aus in Richtung des 8.611 Meter hohen Gipfel aufgebrochen.

Am K2 vermisst: Muhammad Ali Sadpara.

Am K2 vermisst: Muhammad Ali Sadpara.

| © facebook.com/14dawa/
Am K2 vermisst: Juan Pablo Mohr.

Am K2 vermisst: Juan Pablo Mohr.

| © facebook.com/14dawa/

Medienberichten zu Folge streikte das Sauerstoffgerät des 21-jährigen Sajid Ali, so dass dieser gegen 10:00 Uhr Ortszeit am sogenannten "Flaschenhals", einer Eng- und Schlüsselstelle in einer Höhe von 8.200 Metern umkehrte, zu Lager III abstieg, um dort auf seinen Vater und die zwei anderen Bergsteiger zu warten.

Diese kamen jedoch nicht woraufhin Sajid Ali am Samstag ins Basislager abstieg.

Sajid Ali is safely back at Skardu. Can't even Imagine this 21 y/o BRAVEHEART had to suffer in past two days. Reaching...

Gepostet von Abbas Ali am Sonntag, 7. Februar 2021
Am K2 vermisst: John Snorri Sigurjonnson.

Am K2 vermisst: John Snorri Sigurjonnson.

| © facebook.com/14dawa/

Das pakistanische Militär hat Samstag und Sonntag und auch am Montag mit Hubschraubern das Gelände abgesucht. Dabei kam die Suchmannschaft nach Angaben des mitfliegenden Chhang Dawa Sherpa (Leiter der K2-Expedition von Seven Summit Treks) bis auf eine maximale Höhe von 7.800 Metern. Noch höher können Hubschrauber jedoch aus physikalischen Gründen nicht aufsteigen.

Am Montag schrieb Chhang Dawa Sherpa auf Facebook:

Erfolglos: Suchflüge nach den dei vermissten Bergsteigern am K2.

Erfolglos: Suchflüge nach den dei vermissten Bergsteigern am K2.

| © https://twitter.com/ChhangDawa

"Today we were able to make search flights all over 7000m by 2 Army helicopters with the help of the Army Aviation 5 squadron. Pilots, Lakpa Dendi, and I went through the areas that we were aware of, to locate missing climbers Ali, John Snorri, and Juan Pablo Mohr in K2. We had less visibility and the upper mountain is covered in clouds. For the last three days, pilots made a great job, out of their limits but we can't find any clues there. The team is waiting for another permissible weather and search possibility."

Noch fehlt jede Spur von den vermissten Bergsteigern und die Hoffnung ist gering, sie lebend finden zu können zumal sich seit Samstag die Wetterbedingungen verschlechtert haben. Die Temperaturen betragen bis zu Minus 40 Grad und es weht sehr starker Wind.

Update 10.02.: Weitere Suche nach vermissten Bergsteiger am K2 derzeit nicht möglich

• Due to the continuous bad weather (forecast) further seven days more, Our expedition is off and we all are returning...

Gepostet von Chhang Dawa Sherpa am Dienstag, 9. Februar 2021

Update 18.02.: John Snorri Sigurjonsson, Muhamad Ali Sadpra und Juan Pablo Mohr für tot erklärt

Missing climbers Muhammad Ali Sadpara, Iceland's John Snorri Sigurjo´nsson and Chile's Juan Pablo Mohr Prieto have...

Gepostet von Dawn.com am Donnerstag, 18. Februar 2021

10 Kommentare

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Jens Martin Norway

RIP. The brave son all the Power from god.

Free

@Diamondo:

Womöglich fühlen sich solche Leute sonst nicht lebendig oder besonders genug? Ich habe keine Ahnung. Das weiss wohl nur Jemand, der so etwas tut. Ein Spaziergang in Zermatt mit der wundervollen Umgebung und Demut zur Natur zum Beispiel reicht anscheinend nüt aus. Wünsche den Bergsteigern alles Beste, da wo sie jetzt sind.....
Und den Angehörigen viel Kraft und Energie.

Claude

Wer sich an Diembergers Buch erinnert hat über die magische Zahl 11 gelesen. Demnach war auch der 11 August bis dato der letzte Tag im Jahr wo noch jemand lebend zurück kam. Wenn man das jetzt mal logischer Weise weiterdenkt könnte frühestens eine erste erfolgreiche Besteigung 6 Monate später erfolgen. Ich gehe auch stark davon aus, dass die erste Winterbesteigung vom 16/01/2021 eine grosse Ausnahme war und auch bleiben wird. Leider versuchen das jetzt allzuviele nachzumachen, wo nicht jede Expedition Erfolg haben kann bzw. wird

Klaus

War Jahrelang in Leistungsport aktiv.Wenn man Jung ist ,und Talent ,Mut ,kõnnen hat und Familiär vorbelastet ist werden Grenzen meistens uberschrieten.Siehe leider David Lama ? war leider ein Schritt weder links o.rechts zu viel.Es passieren immer wieder Ereignisse egal ob Privat ,im Sport o. anderswo. Das Glück ist ein Vogerl. In diesen Sinne Alles Gute passt auf euch auf Klaus!

Widsig1958

Jeder Bergfex der schon mal auf 3000 Meter ein Unwetter erlebt hat, weiss was das für ein Glück ist wenn man da wieder heil runter kommt. Und wer im Winter auf einen 8000er muss, wird das bestimmt nicht vergessen, wenn er es überlebt. Wir gehen auf den Berg um was schönes zu erleben, darum sollte man auch immer Respekt davor haben, nicht ich muss rauf.

Theresa

Ich wünsche es geschieht ein Wunder und hoffe von ganzem Herzen das den drei da ganz oben "GUT GEHT" Ich fühle mit den Angehörigen obwohl ich Sie gar nicht könne. LIEBE GOTT LASS BITTE DA OBEN EIN WUNDER GESCHEHEN ??

Heidi

Was ich nicht verstehe... wieso war es so vielen Bergsteigern möglich, einen Gipfelsturm zu wagen, doch anscheinend keinem, hinaufzugehen und nach den Vermissten zu suchen?

Mattt

Jeder, der an dieser Expedition teilgenommen hat, ist das Risiko eingegangen, zu sterben. Es war bereits vor der Expedition - zumindest statistisch - klar, dass nicht alle lebend zurückkommen werden. Schaut man sich die Teilnehmer an, sind aus meiner Sicht nicht alle auf dem bergsteigerischen Level den K2 im Winter zu besteigen. Zumal Nims und co berichtet haben, wie unglaublich schwer dieser Versuch war. Mir geht es nicht um Schuldzuweisung aber letztendlich nervt mich diese Diskussion vor allem in den sozialen Medien als ob Todesfälle bei dieser Expedition zufällig, unerwartet, tragisch oder gottgewollt „irgendwie“ passiert sind. Wer sich so exponiert, muss mit den Konsequenzen rechnen und leben (wobei das müssen die Hinterbliebenen).

Steff

@Diamondo: So sehr Deine Frage berechtigt sein mag, so wenig passt der Zeitpunkt. Nix für ungut, aber im Moment geht es einzig um Anteilnahme und nicht um Diskussion.

Diamando

Herzliches Beileid den Angehörigen.

Bitte nicht falsch verstehen, es geht bei meinem Kommentar nicht darum, die vermissten (und wohl toten) Bergsteiger schlecht zu machen. Aber ich verstehe es nicht! Warum geht man im Winter an den K2, wo schon so viele einen Versuch mit dem Leben bezahlt haben? Warum? Ich bin leidenschaftlicher Bergsteiger und Outdoor-Sportler. Ich bewege mich gerne außerhalb der Komfortzone. Auch mir hätte schon etwas passieren können, davor ist man nicht gefeit. Ich bin kein Freund davon, jegliches Risiko aus dem Leben zu verbannen. Aber: K2! Winter! Warum?