Insgesamt fünf Wanderer sind im vergangenen Jahr in den bayerischen Alpen verschollen.

Ein 21-Jähriger Bergsteiger ist am 09. Oktober zu einer Tour auf den Watzmann aufgebrochen. Mehrere Tage lang suchten Bergwacht, Polizei und BRK-Wasserwacht mit Helikopter und Hundestaffel vergeblich nach dem jungen Mann. 

Die Suche musste schließlich vorübergehend wegen gefährlicher Witterungsbedingungen eingestellt werden, die Ermittlungen dauern aber an. Die Rettungskräfte hoffen auf neue Anhaltspunkte und bessere Witterungsbedingungen im Frühling. Bis dahin werde im privaten und beruflichen Umfeld weiter ermittelt. 

Eine weitere Wanderin war im Juli auf einer Tour zum Pflasterbachhorn (Bad Reichenhall) unterwegs. Auch nach ihr wurde mit einer großen Suchaktion unter Einsatz von Drohnen und Hunden erfolglos gesucht. 

Im September wurde auf einem Parkplatz in Ruhpolding das verriegelte Auto eines vermissten Bergsteigers gefunden. Auch von ihm fehlt bisher jede Spur. Ebenfalls um diese Zeit verschwand ein Mann auf einer Wanderung vom Fellhorn bei Oberstdorf. Noch länger, nämlich bereits seit Februar 2020 wird ein Skitourengeher in Oberstorf vermisst. 

Wenn eine Person spurlos in den Bergen verschwindet, rechne die Polizei nicht immer mit einem Unfall. Manchmal liege auch eine Absicht seitens der Verschwundenen vor. So Stefan Sonntag von der Polizei Oberbayern Süd gegenüber der tz.

In der Sommersaison 2020 hat die Bergwacht Bayern mit fast 3.500 Einsätzen in den bayerischen Alpen und Mittelgebirgen einen bisherigen Spitzenwert erreicht. Dies liegt aber auch daran, dass es aufgrund der Corona-Reisebeschränkungen mehr Leute in die Berge zog. 

Dennoch betont die Bergwacht Bayern auf br.de: "Draußen unterwegs zu sein, Bergsport zu betreiben, die Natur zu genießen, bleibt auch vor dem Hintergrund der Einsatz- und Unfallzahlen gesund und wünschenswert. Auch gerade deswegen, weil die Berge uns einen Erfahrungsraum eröffnen, in dem wir uns weitgehend frei bewegen können."


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