Ungewöhnlicher Rettungseinsatz im "Gelbe Wand"-Klettersteig am Tegelberg.

Einen wahrscheinlich unvergesslichen Jahresabschluss hat die Bergwacht Füssen einer Familie aus Kaufering beschert. 

Bei einem Ausflug auf die Rohrkopfhütte am 23. Dezember war der Hund der Familie - nach einer Auseinandersetzung mit einem anderen Vierbeiner - davongelaufen. Allen Bemühungen seitens der Familie zum Trotz, blieb "Luca Toni" aber spurlos verschwunden. 

In guten Händen: Der entlaufene Hund konnte von Mitgliedern der Bergwacht Füssen am 30. Dezember aus dem "Gelbe Wand"-Klettersteig gerettet werden.

In guten Händen: Der entlaufene Hund konnte von Mitgliedern der Bergwacht Füssen am 30. Dezember aus dem "Gelbe Wand"-Klettersteig gerettet werden.

| © Bergwacht Füssen

Eine Woche später entdeckten zwei Bergsteiger den Hund im "Gelbe Wand"-Klettersteig am Tegelberg im absturzgefährdeten Gelände. 

Die von den Bergsportlern verständigte Bergwacht Füssen stieg bei winterlichen Verhältnissen mit insgesamt sechs Bergrettern in die leichte Via Ferrata ein; ihnen gelang es, den erschöpften Hund unverletzt aus seiner misslichen Lage zu befreien.

"Nach ca. vier Stunden kam es zu dem ersehnten Wiedersehen zwischen Hund und Frauchen. Ein sehr erfreulicher Einsatz nach einem Einsatzreichen Jahr der Bergwacht Füssen", so die Berwacht Füssen aug ihrer Homepage.

4 Kommentare

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Felix

Solange sich die Einsatzkräfte nicht selbst in Gefahr bringen, und davon ist nicht die Rede, halte ich es für "unsere" ethische Pflicht als Mensch, auch einem Tier, erst recht einem domestizierten Hund, der sich selbst in freier Natur nicht helfen kann, zu helfen und nach Möglichkeit zu bergen (ich selbst habe übrigens kein Tier). Immerhin ist jemand auf ihn aufmerksam geworden und haben seine Notlage erkannt. Da kann man doch nicht einfach wegsehen und nichts tun!? Was geht in jemandem vor, der sich ernsthaft die Frage stellt, ob man da helfen soll?

Antwortender

Ein Wildtier wird auch nicht liegen lassen, sondern ihm wird geholfen und der Gnadenschuss gegeben. Den Gnadenschuss hätten die Besitzer des Hundes wahrscheinlich nicht gut geheißen. Und wenn die Besitzer es selber versucht hätten und sich dabei verletzt hätten, hätte die Bergwacht so oder so runter gemusst.

Bezzn

Ich glaube das Hunde auch gerettet werden, damit sich deren Besitzer nicht selber in Gefahr bringen, um auf eigene Faust das Tier zu retten.

Hinterfragender

Ergebnis ist also, dass der Hund noch lebt, und seine Besitzer zufrieden sind. Sicher ungewöhnlich, das Ganze. Was ich mich aber frage (und gebe ehrlich zu, keinen Hund zu besitzen): „muss“ man (hier: die Bergrettung) einen Hund retten (auch, wenn er in Lebensgefahr ist)? Versteht mich nicht falsch, aber wo willst Du da die Grenze ziehen? Ich tendiere eher dazu, zu denken, ein Hund müsste in solch einer Situation nicht gerettet werden. Es geht mir da nicht um Kosten, auch nicht um persönliches Risiko der Retter, sondern eher prinzipiell darum, ob, wie hier ein Hund, ein Tier gleichermaßen „rettungswürdig“ ist wie ein Mensch... - und wo die Grenze liegt: Hund retten, Wolf aber verenden lassen?