Das nepalesische Tourismusministerium veröffentlichte neue Corona-Regeln für die Herbstsaison. Vertreter der heimischen Trekkingbranche reagieren in den Sozialen Medien verärgert.

Aufgrund der Corona-Krise geht es auch in der nepalesischen Tourismusbranche für viele Menschen um die Existenz. Die Frühjahrssaison ist wegen des Virus bereits komplett weggebrochen.

Ab Herbst sollen allerdings Expeditionen auf die Gipfel des Himalayas wieder möglich sein. Dafür hat das Tourismusministerium in Kathmandu jüngst neue Regeln definiert. 

Criteria for Mountaineering and Trekking In Nepal 2077

Gepostet von Trekking Agencies' Association of Nepal (TAAN) am Donnerstag, 1. Oktober 2020

Nach Nepal einreisende Bergsteiger und Trekkingtouristen müssen demnach einen negativen Corona-PCR-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. 

Zudem müssen sie Buchungsunterlagen für ein Hotel vorweisen können, in dem sie nach der Einreise für mindestens sieben Tage in Quarantäne bleiben. Am fünften Tag der Quarantäne müssen sich die Bergsteiger auf eigene Kosten erneut auf Covid 19 testen lassen. Erst wenn dieser zweite Test ebenfalls negativ ist, dürfen sie ihr Bergabenteuer überhaupt starten. 

Das ist aber noch nicht alles: Verlangt wird außerdem eine (Kranken-)Versicherung über mindestens 5.000 US Dollar pro Person, die die Reisenden im Falle einer Corona-Erkrankung absichert. 

Weiterhin sind die Expeditions- und Trekkinganbieter verpflichtet, jeden ihrer Kunden mit 100.000 nepalesischen Rupien (rund 730 Euro) für den Fall einer Infektion mit dem COVID-19-Virus zu versichern. 

Neben all den coronaspezifischen Vorgaben darf natürlich auch ein Visum oder eine Einreisegenehmigung durch eine in Nepal ansässige Trekkingagentur nicht fehlen. 

Die Regeln sorgen für viel Unmut. Die Agenturen bezweifeln vor allem, dass die Touristen nach der Einreise mit einem negativen Test noch eine ganze Woche in Quarantäne bleiben. Vom finanziellen Aspekt einmal abgesehen.

Das Auswärtige Amt warnt ohnehin im Moment vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Nepal. Die Bereitschaft von Touristen nach Nepal zu fliegen, dürfte also eher gering sein. 


 

3 Kommentare

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Bärchen

Schade, für alle. Übermäßige und unnötige Einschränkungen. Negat Coronatest + keine klinische Beschwerden/Symptome sind schon echt ausreichend. Die Bürger in Nepal, fallen jetzt in die echte Armut -1 Jahr (mindestens) ohne Einkommen.... . Für Touristen , Pech- Buchungen, Stornierungen, Vorbereitungen - Zeit/Geldverschwendung.

georgniki

Schade vor allem für die Menschen in Nepal!
Sie bräuchten dringend die Einkünfte aus dem Tourismus,
um eine wirtschaftliche Basis im eigenen Land zu haben,
nicht von Spenden oder Entwicklungshilfe abhängig zu sein oder
ihr Glück im Ausland, vor allem in den Golfstaaten, suchen zu müssen.

aircontroller

- schade - für die Leute , die jetzt da irgendwie hinwollen. Bei mir würde da keine Freude aufkommen, ich würde warten bis alles hoffentlich bald wieder in die Reihe kommt, dass man fröhlich reisen kann.
Ich kann von Glück reden, dass ich die schönsten Seiten im Himalaya und Nepal erleben durfte (auch noch vor dem großen Erdbeben).