Der Sommer ist nun wohl endgültig vorbei und der Herbst wurde in vielen Teilen der Alpen kurzerhand übersprungen: Schnee und Kälte statt goldene Herbsttage.

Auf der Zugspitze gab es am Wochenende tagsüber etwa -9 Grad und bis zu 50 Zentimeter Neuschnee. 

Besonders winterlich wurde es in Österreich: Die Schneefallgrenze lag teilweise unter 600 Metern und mehrere Zentimeter Neuschnee sorgten für die ersten Ski-Spuren des Winters.

Lech am Arlberg 

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Der Feuerkogel im Salzkammergut auf 1618 Metern konnte 30 Zentimeter Neuschnee aufweisen. In Bischofshofen auf 550 Metern waren es immerhin 2 Zentimeter. Schnee auf 1000 Metern oder tiefer Ende September habe es zuletzt 2011 gegeben, sagte ein Klimatologe der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). 

Auch in der Schweiz kam es zu ausgibigen Schneefällen. In Montana im Wallis fielen 25 Zentimeter Schnee - ein Rekord, wie der Wetterdienst SRF Meteo am Samstag twitterte. In Davos sollen es sogar 26 Zentimeter gewesen sein. Dort hatte es am Tag zuvor noch 20 Grad plus. 

Den Wintereinbruch haben einige Sportler unterschätzt. So mussten beispielsweise zehn Wanderer aus Deutschland am Steinernen Meer im Pinzgau vom Hubschrauber gerettet werden, da sie auf dem Weg ins Tal auf etwa 2000 Metern im Schnee stecken geblieben waren. Die Wirtin ihrer Übernachtungshütte hatte die Gruppe noch gewarnt. 

In den Französichen Alpen mussten tausende Schafe vom Alpenpass Col du Glandon östlich der Stadt Grenoble gerettet werden. Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee fiel auf die Weiden, auf denen die Schafe normalerweise bis Ende Oktober grasen. Etwa sechs Tonnen Futter wurden zwischenzeitlich zu den Tieren gebracht, damit diese nicht verhungern. 

In den Allgäuer Alpen kam es zur ersten Lawinenwarnung des Winters 2020. Die Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Umwelt warnt nun vor mögllichen Lawinenabgängen, da die Temperaturen nach dem Wintereinbruch wieder ansteigen. Im Allgäu sind teilweise bis zu 50 cm Neuschnee auf über 1200 m gefallen.

Text von Alisa Kircher

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