Der 56-jährige Wahl-Hamburger ist bei einem Kletterunfall in der Schweiz ums Leben gekommen.

Wie die Kantonspolizei Obwalden gegenüber alpin.de bestätigte, verunglückte Ralf Gantzhorn am gestrigen Mittwoch bei einer Klettertour im Gebiet Cheselenflue oberhalb der Stöckalp tödlich. 

"Nach ersten Erkenntnissen dürfte es sich bei der Absturzursache um einen Handhabungsfehler beim Abseilen gehandelt haben", heißt es dazu auf der Website der Kantonspolizei. 

Die Seilpartnerin des 56-Jährigen konnte durch die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega unverletzt aus der Wand geborgen werden.

Der 1964 in Eutin (­Schleswig-­Holstein) geborene Gantzhorn zählte zu den erfolgreichsten und renommiertesten Outdoor-, Berg- und Landschaftsfotografen Deutschlands. 

Titelgeschichte von Ralf Gantzhorn in ALPIN 07/2020.

| © ALPIN

Die Reportagen des passionierten Alpinisten und ausgewiesenen Patagonien-Kenners erschienen in Magazinen wie Abenteuer & Reisen, Alpinist, Bergsteiger, Geo, Mare, Land der Berge, Outdoor, Panorama, Spiegel, Vertical und auch regelmäßig in ALPIN - wie zuletzt in der aktuellen Juli-Ausgabe die Zillertal-Titelgeschichte "Spieglein, Spieglein an der Wand":

Neben Publikationen in nationalen wie internationalen Medien veröffentlichte Ralf Gantzhorn auch zahlreiche Bildbände ("Traumtreks Alpen", "Himmelsleitern", "Patagonien-Feuerland"), Führer ("Hüttentrekking Schweiz", "Hüttentrekking Ostalpen", "Hochtouren Westalpen") und Lehrbücher.

Der letzte Post von Ralf auf seiner Facebook-Seite:

Wir sind tief betroffen vom Tod unseres langjährigen Autoren und Fotografen. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie.

Einen Nachruf lest ihr in ALPIN 08/2020 (ab 11. Juli im Zeitschriftenhandel erhältlich).

7 Kommentare

Kommentar schreiben
Frank G.

Mit Ralf verliert die ALPIN ihren besten Autor. Was bleibt sind seine mir lieb und wichtig gewordenen Bücher, Bilder und seine hervorragenden Artikel.

Jörg

Ralfs Unfall ist ja beim Abseilen vom "Meteorit" passiert. Ich hab das mal im "Plaisir Ost" Führer nachgeschlagen. Da steht wörtlich: "Was man braucht, sind gute Nerven, neue Batterien im Herzschrittmacher und eine ausgefeilte Abseiltechnik, denn die überhängenden Abseilstellen verzeihen keinen Fehler."

Stimmt.

Ralf, Du wirst uns fehlen.

Mankerl

Was für eine schockierende Nachricht die mich sehr traurig stimmt. Ich habe seine Berichte und Artikel geliebt die so unverkrampft und ohne Belehrungen waren und mit einem erfrischenden Stil geschrieben waren. Ich habe mich immer gewundert, dass so ein Nordlicht (ich bin auch eines) so ein toller und leidenschaftlicher Bergsteiger ist.
Mein Beileid an die Familie. Mit seinen Büchern, Artikeln und Fotos wird er uns in Erinnerung bleiben.

Simone Bürgler


Ich kann's immer noch nicht fassen. Am Dienstag noch haben wir auf meinem Balkon gesessen und über unsere grossen Pläne gesprochen - Hochtouren und Fotoshooting im Wallis und in Chamonix. Tags darauf bist du für immer weggegangen.
Bergsteigen mit dir war nicht nur wegen deinen ausgezeichneten bergsteigerischen Fähigkeiten grossartig, sondern auch, weil du eine äusserst intelligente und feinfühlige Person warst. Zudem hatten wir genau das selbe Sicherheitsverständnis, welches uns erlaubte, sicher aber trotzdem schnell unterwegs zu sein. Umso sinnloser und unnötiger erscheint es nun, dass du, der so viele herausfordernde Berge bestiegen hat, in einer einfachen Pläsirkletterei dein Leben lässt.
Es schmerzt, zu realisieren, dass wir nie zusammen den Hirondellesgrat klettern werden, dass ich nie mehr spontan von dir umarmt werde und nie mehr tiefgründige Gespräche mit dir führen werde.
Ruhe in Frieden - wir vermissen dich!

Frank

Wie traurig !
Seine Berichte und Bücher haben mich inspiriert.
Es kann auch die Besten treffen. Die Berge verzeihen nichts.
Mein Beileid.

etna

Wie tragisch, ich bin entsetzt und kann es nicht fassen.
Vor einiger Zeit hatte ich Ralf nach einem seiner Fotovorträge als sympathischen, ruhigen und sehr angenehmen Menschen kennen gelernt. An seinen Bildern, Artikeln und Büchern erfreue ich mich seit vielen Jahren. Als Alpinist und als Fotograf war und bleibt er für mich ein großes Vorbild.
Mein herzliches Beileid an die Familie.

Thomas

Sehr sehr bedauerlich,
aber ich freue mich, den Ralf, und damit einen wundervollen Menschen letztes Jahr (bei seinem Vortrag "Himmelsleitern..." kennengelernt zu haben: behalte ihn in guter Erinnerung...