Hier findet ihr aktuelle Informationen zu Einreisebestimmungen und Corona-Maßnahmen für Bergsportler im Winter 2020/21.

Die Saison für Skitourengeher, Langläufer, Rodler und Winterwanderer hat begonnen. 

Angesichts der Corona-Pandemie fragen sich viele, ob, wie und wo sie "ihren" Wintersport in dieser Saison ausüben können.

Daher informieren wir regelmäßig über die aktuelle Situation für Bergsportler in den Alpen.

+++ "15-Kilometer-Regel" seit 11. Januar in Kraft. +++ Skigebiete in Bayern bleiben bis mindestens 31. Januar geschlossen +++ Quarantänepflicht für deutsche Einreisende in Österreich +++ Quarantänepflicht für bayerische Tagestouristen aus östereichischen Skigebieten +++ DAV: Übernachtung auf Alpenvereinshütten nicht möglich +++

Update vom 19.01.2021: Österreich verlängert "harten" Lockdown

Aufgrund der aktuellen Fallzahlen wurde der "harte" Lockdown in Österreich bis (mindestens) 07. Februar verlängert. Zudem wird das Tragen einer FFP2-Maske im öffentlichen Personennahverkehr sowie beim Einkaufen - ähnlich wie in Bayern - verpflichtend. 

Einreisende aus Deutschland müssen weiterhin folgendes beachten: 

  • Bis 31. März 2021 sieht die neue Einreiseverordnung eine verpflichtende 10-tägige Quarantäne für Reisende aus Deutschland [...] und für alle Einreisende eine obligatorische Einreiseanmeldung vor. Alle Reisenden müssen sich vor der Einreise nach Österreich elektronisch registrieren und die Empfangsbestätigung bei der Einreise ausgedruckt oder auf einem mobilen Gerät vorweisen. Systematische oder stichprobenartige Grenzkontrollen finden statt.

Update vom 15.01.2021: Spitzingsee-Gebiet macht "dicht"

Wie das Landratsamt Miesbach am 13. Januar mitteilte, werden touristische Tagesausflüge in die Region vom 14. bis (zunächst) 31. Januar verboten. Von der Regelung betroffen ist damit auch die komplette Tourismusregion "Alpenregion Tegernsee Schliersee" mit dem Schliersee, Tegernsee, Spitzinggebiet und den Gipfeln des Mangfallgebirges.

Konkret bedeutet das: Auch Personen, die aus einem Wohnort stammen, dessen Inzidenz unter dem Wert 200 liegt (und daher von der 15-Kilometer-Regel nicht betroffen sind), dürfen nicht in den Landkreis Miesbach reisen!

Der Landkreis nutzt mit dem Verbot die seit dem 11. Januar geltende Regelung, nach der Gebiete mit einer Inzidenz über 200 touristische Ausflüge untersagen können (siehe nachfolgender Abschnitt).

Update vom 06.01.2021: Einschränkung der Bewegungsfreiheit

Der am 13.12. von der Bund-Länderkonferenz beschlossene "harte Lockdown" bis 10. Januar wurde am 05. Januar (vorerst) bis Ende Januar verlängert. Ferner verständigten sich die Länderchefs mit den Vertretern der Bundesregierung darauf, die persönliche Bewegungsfreiheit in Corona-Hotspots weiter einzuschränken. 

Für den Freistaat Bayern heißt dies konkret

  • In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 200 Fällen pro 100.000 Einwohner sind touristische Tagesausflüge über einen Umkreis von 15 Kilometern um den Wohnort (d.h. die politische Gemeinde) hinaus untersagt.

  • Wenn der eigene Wohnort unter einer Inzidenz von 200 liegt, gilt die 15-Kilometer-Beschränkung nicht und Ausflüge sind – auch in Gebiete mit einer Inzidenz über 200 – erlaubt.

  • Allerdings können die Kreisverwaltungsbehörden dieser Hotspots touristische Tagesausflüge in ihre Gebiete ganz untersagen. Dann spielt es auch keine Rolle, aus welcher Inzidenz-Zone man selbst kommt.

Nach wie vor gilt die Aufforderung seitens der bayerischen Staatsregierung, generell auf alle nicht zwingend notwendigen Reisen zu verzichten.

Nach wie vor sind von Sportlern und Sportlerinnen, die sich in der freien Natur bewegen, folgende Bestimmungen zu beachten:

  • Allgemeine Ausgangssperre von 21 Uhr bis 5 Uhr. Die Wohnung darf in diesem Zeitraum nur noch aus einem triftigen Grund verlassen werden. Ausübung von Sport im Freien zählt nicht dazu!

  • Kontaktbeschränkungen: Die Sportausübung ist möglich allein, mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie mit den Angehörigen eines weiteren Hausstands, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt fünf Personen nicht überschritten wird. Die dazugehörigen Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt.

Update vom 14.12.2020: Deutschland beschließt "harten Lockdown" - das ändert sich für Wintersportler

Angesichts der Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland haben die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Merkel am 13.12. einen "harten Lockdown" für das gesamte Bundesgebiet beschlossen, der ab 16.12. in Kraft tritt.

Der dringende Appell, bis zum 10. Januar auf alle nicht zwingend notwendigen Reisen (zu denen jene zu Wintersportaktivitäten gehören) zu verzichten, wurde bekräftigt. Verboten sind diese auch in dieser Zeit nicht. 

Am 5. Januar wollen Merkel und die Ministerpräsidenten beraten, wie es ab dem 11. Januar weitergehen soll.

Die Situation in den bayerischen Alpen (Stand 14.12., 08:45 Uhr)

In Bayern ist das Verlassen der Wohnung nur aus triftigen Gründen erlaubt. 

Diese Gründe können hier komplett nachgelesen werden.

Für Wintersportler wichtig, gehört zu den triftigen Gründen auch:

  • "Sport und Bewegung an der frischen Luft, maximal mit einem anderen Hausstand; dazugehörige Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt"

Natursport in den Bergen bleibt demnach möglich. Es heißt aber in amtlichen Verlautbarungen deutlich, Bürger sollen auf private Reisen verzichten.

Ein Verbot (und eine Aufnahme in den Bußgeldkatalog) ist aber (noch) nicht erfolgt.

Ab dem 16.12. gilt zudem die erweiterte Ausgangssperre für den gesamten Freistaat. Zwischen 21 Uhr und 5 Uhr des Folgetages darf das Haus nur noch aus sehr wenigen triftigen Gründen verlassen werden. Zu diesen gehört "Sport und Bewegung an der frischen Luft" - anders als tagsüber - nicht. 

Wintersport-Aktivitäten in den Bergen müssen demnach inklusive Heimfahrt bis spätestens 21 Uhr abgeschlossen sein.

Weiter wichtig für Bergsportler ist die "Einreisequarantäneverordnung". 

Derzeit sind neben Österreich (mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg / Kleinwalsertal) auch alle anderen Alpenländer (Frankreich, Italien, Liechtenstein, Slowenien und die Schweiz) als Risikogebiete ausgewiesen, weswegen ein Aufenthalt in einem dieser Länder eine zehntägige Quarantäne nach Wiedereinreise in die Bundesrepublik nach sich zöge (einen Überblick über alle Länder findet ihr hier). 

Dies gilt auch für Tschechien. Auch in diesem Nachbarland werden Wintersportregionen auf deutsche Gäste bis auf Weiteres verzichten müssen.

Auch die Erleichterungen für den sogenannten kleinen Grenzverkehr für Bayern wurden gestrichen, die es bisher ermöglichten, bis zu 24 Stunden test- und quarantänefrei ins Ausland oder aus dem Ausland nach Deutschland zu reisen (siehe unten).

Da zudem die bayerischen Skibetriebe bis mindestens 10. Januar (siehe unten) geschlossen bleiben, erwarten Experten eine sehr hohe Zahl von Skitourengehern, Winterwanderern, Rodlern und Langläufern in den Bayerischen Alpen. 

Corona: Die Lage in den Skigebieten (Stand 19.01., 13:45 Uhr)

Pistenfahrer müssten in den Alpen momentan in die Schweiz reisen, um auf präparierten Pisten talwärts wedeln zu können. In der Eidgenossenschaft entscheiden die einzelnen Kantone darüber, ob und welche Skigebiete geöffnet beleiben oder schließen müssen; die Situation kann sich täglich ändern. 

Aufgrund des (Teil-)Lockdowns bleiben die Skigebiete in Deutschland und Italien weiterhin geschlossen.

Wann wird oder wann könnte der Skibetrieb starten?

  • In Deutschland (siehe oben) bleiben die Skigebiete bis mindesten 31. Januar geschlossen. 

  • In Tschechien sind die Skigebiete seit dem 18. Dezember geöffnet, allerdings nur für Einheimische. Eine Einreise aus touristischen Gründen ist nicht erlaubt.

  • Österreich sind die Skigebiete seit dem 24.12. unter strengen Auflagen geöffnet. Hotels und Gastronomie bleiben aber bis mindestens 07. Februar geschlossen. 

  • In Italien rechnet man mit einer Öffnung der Skigebiete ab dem 18. Januar. Voraussetzung für die Einreise nach Italien sind eine Einreiseerklärung sowie ein negativer PCR- oder Antigen-Test, der nicht älter als 48-Stunden sein darf.

  • In Frankreich haben inzwischen viele Skigebiete wieder den Betrieb aufgenommen. Die Einreise aus Deutschland ist weiterhin möglich.

Corona: Mit dem Camper in die Berge? (Stand 14.12. 08:45 Uhr)

Gastronomiebetriebe bleiben bis mindestens 10. Januar geschlossen. 

Bis mindestens dahin sind auch touristische Übernachtungen verboten. Konkret heißt es dazu: "Übernachtungsangebote im Inland werden weiter nur für notwendige und ausdrücklich nicht für touristische Zwecke zur Verfügung gestellt." 

Das Campen für Bergsportler ist demnach in Deutschland bis mindestens 10. Januar weder auf Campingplätzen noch auf Wohnmobilstellplätzen möglich. 

Zudem heißt es hinsichtlich Übernachtungen im Wohnmobil aktuell aus dem bayerischen Innenministerium:

 "Ein Ausflug mit dem Wohnmobil, (...), ist aufgrund der landesweiten Ausgangsbeschränkungen gemäß der derzeit geltenden zehnten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (10. BayIfSMV) verboten. Reine Spazierfahrten stellen keine triftigen Gründe im Sinne des § 3 der 10. BayIfSMV dar, die das Verlassen der Wohnung rechtfertigen. Im Falle einer erweiterten Ausgangssperre in Hotspots gilt zwischen 21 Uhr und 5 Uhr des Folgetages eine Ausgangssperre. Ein Aufenthalt in einem Wohnmobil mit Übernachtung in selbigem ist nicht gleichzusetzen mit einem Aufenthalt in einer Wohnung und somit nicht erlaubt." 

Da die erweiterten Ausgangssperren ab 16.12. bayernweit gelten sollen, ist das Übernachten in Wohnmobilen somit bayernweit verboten.

In Österreich sollen Campingplätze, so der Plan der Regierung Kurz, noch vor Weihnachten wieder öffnen dürfen; in der Schweiz ist Wintercamping hingegen momentan nahezu uneingeschränkt möglich.

Wegen Pandemie keine Übernachtung auf Alpenvereinshütten möglich

Touristische Übernachtungen bleiben in Deutschland, wie bereits erwähnt, bis 10. Januar verboten. Das bedeutet, dass auch die Alpenvereinshütten – sowohl bewirtschaftete als auch Selbstversorgerhütten – weiterhin keine Gäste beherbergen dürfen.

Ohne Aufsicht und Vorreservierung können die in Bayern geltenden Abstandsregeln in den Winterräumen nicht überwacht werden. Deshalb hat sich der Deutsche Alpenverein gegen eine touristische Nutzung in diesem Jahr entschieden. 



Kommentare auf alpin.de geben stets ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors, der jeweiligen Autorin wieder, nicht die der ALPIN-Redaktion.

8 Kommentare

Kommentar schreiben
Andreas auf Facebook

Der Eindruck verstärkt sich bei mir, dass einigen Kommunen und Landkreisen das Thema Corona ganz gelegen kommt, um das wichtige und davon eigentlich unabhängige Thema Freizeitsport in den Bergen und die damit verbundenen Begleiterscheinungen angehen zu können.
Ich finde das unredlich. Lösungen für "Overtourism" und Verkehrslenkung gemeinsam zu entwickeln ist eine schwierige und fordernde Aufgabe. Dafür braucht es Zeit und Expertise. Die Gelegenheit zu nutzen jetzt auf Zeit zu spielen (Inzidenzwert) und damit Menschen auszusperren ist unanständig, weil sie Sachverhalte vermischt, Emotionen schürt. Außerdem sollten sich die Verantwortlichen mal fragen, ob diese Debatte zur richtigen Zeit erfolgt. Für viele ist der Ausgleich in der Natur eine Wohltat für Körper und Seele. Also die beste Prävention vor Krankheitserregern jeder Art und ein Training für das Herz - Kreislaufsystem.
Ja klar ich kann auch zuhause mit freien Geräten und Hilfsmitteln trainieren, aber das ist doch ganz was anderes als mich draußen zu bewegen. Und wenn es mir nicht verboten wird, bin ich durchaus in der Lage mein Ziel so zu wählen, dass dort nur wenige Menschen sind.

Coccodrillo

Alleine im Womo.
Wie soll die Polizei das kontrollieren?
Auch mal darüber nachgedacht?
Lg

Angsthase

Was für ein Schwachsinn!

Klaus Hergesheimer

Es gibt vier Methoden, seine Pflicht zu erfüllen, nämlich die richtige, die falsche, die übliche und die meinige. Mit meiner fahre ich am besten.

Alpöhi

Einziger vernünftiger Schutz ist derzeit nur die Stärkung des eigenen Immunsystems mit sportlicher Bewegung, aber das spielt ja offensichtlich in der Politik (bes. beim Gesundheitsminister) keine Rolle. Sind die positiven Effekte von sportlicher Betätigung auf die Gesundheit in den Führungsetagen gar nicht bekannt? Da sitzen doch sogenannte "Experten" wie Lauterbach und Co.
Mir wird Angst und Bange, wenn wir uns auf diese "Experten" verlassen sollen.

Seetiger

Schon lustig, im Strafrecht gilt ein Wohnmobil als Wohnung laut BGH Urteil
(11.10.2016, Az.: 1 StR 462/16). Bin kein Lockdowngegner oder Coronaleugner, aber manchmal glaub ich, dreht man es hin wie man es braucht. Wollten eigentlich Weihnachten mit der Mutter feiern und im Wohnmobil übernachten, da nur eine 1 Zimmer Wohnung da ist. Mal sehen.

Rex Kramer

@Bergfreund: Du sollst auch nicht verstehen, sondern glauben und gehorchen.

Bergfreund

Corona ist gefährlich. Ich unterstütze die Maßnahmen und halte mich an die Regeln. Wie ich mich auf einer Skitour anstecken sollte, verstehe ich trotzdem nicht. Und alleine im Womo übernachten, was soll da denn das risikohafte sein?