Vier Studenten entgingen auf Schottlands höchstem Berg nur knapp einer Katastrophe.

In Turnschuhen, ohne passende Winterbekleidung und gänzlich ohne adäquate Ausrüstung wollten vier Studenten Anfang der Woche den Ben Nevis besteigen. 

Der Berg in den Grampian Mountains misst zwar nur 1345 Meter, ist damit aber immerhin der höchste Gipfel Schottlands sowie Großbritanniens - und für seine Wetterkapriolen berühmt-berüchtigt.

Davon hatten die vier aus dem Ausland stammenden Männer aber offenbar noch nie gehört; auch Sturmtief "Ciara" (bzw. "Sabine") konnte das Quartett nicht von dem Vorhaben abhalten, den Gipfel des schottischen Paradebergs zu erreichen.

So kam es, wie es kommen musste: Bei eisigen Temperaturen, Schneefall und peitschenden Windböen gerieten die vier Studenten, die nicht einmal eine Karte bei sich hatten, nahe des Gipfels in Bergnot. 

In einer äußerst gefährlichen Rettungsaktion wurden die "absoluten Idioten", so Einsatzleiter John Stevenson in einer ersten Reaktion, von einem 22-köpfigen Team der Lochaber Mountain Rescue schließlich sicher vom Berg gebracht. 

Immerhin zeigten sich die vier Geretteten einsichtig. Sie hätten die Situation komplett falsch eingeschätzt und wären sich über die Konsequenzen ihres Handelns nicht bewusst gewesen. 

Als kleines Dankeschön gab es für die freiwilligen Helfer des Lochaber Mountain Rescue Teams Pralinen, Rotwein, Whisky und eine Spende in Höhe von 200 Pfund.

Diskutiert mit! Unsere aktuelle Kontrovers-Umfrage zum Thema Eigenverantwortlichkeit am Berg findet Ihr hier.

 

20 Kommentare

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huettentraum

- ich meine , hier geht`s nicht um das , was du oder du gemacht hast, sondern um die Retter, die tagtäglich im Einsatz sind - und wegen solcher "Plinsbacken"
ihr Leben riskieren, auch sie haben Familie. Und ein eigenes Leben!
Wo bleibt da eine Abgrenzung der Eigenverantwortung. Springst du ins Wasser, springe ich hinterher? Ich kann doch nicht andere in das , was ich tue mit hineinziehen, so nach dem Motto - der muß mir ja helfen.

CK

Also ich bin schon als Kind und Jugendlicher mit dem nötigen Respekt (Vorsicht) in die Berge gegangen. Ich hatte aber auch gute Vorbilder (Eltern, Freunde etc)
Mit 20 sollte man sogar noch etwas klüger sein und sich vorher bei Erfahrenen oder im Internet schlau machen und sich nicht blindlings in irgendein neues Abenteuer (egal welches) stürzen. Die Friedhöfe sind voll mit Jugendlichen, die sich vorher nicht schlau gemacht haben. Die Spitäler sowieso.
Wie rutschig Sportschuhe bei Regen sind, das braucht man nicht erst in den Bergen zu wissen. Wettervorhersagen sind auch etwas, worüber man sich mal vorab informieren sollte.
Natürlich kann man alles probieren und Dummheiten machen und oft hat man auch Glück und es passiert nichts. Aber ist es vernünftig, Russisch Roulette mit dem eigenen und evt dem der Bergretter zu spielen? Und es ist nicht nur einmal vorgekommen, dass die Bergretter selbst in Gefahr kamen und dabei starben.
Mich stört dieses allgemein übliche übergrosse Selbstbewusstsein und der Hochmut, alles selber besser zu wissen. Wenn Kinder nicht zuhause sowas lernen, wäre es nicht schlecht, wenn man in den Schulen auch zeigt (theoretisch und praktisch) , worauf und warum man in Bergen und auch bei anderen risikobehafteten Sportarten achtgeben muss.
Aber letztlich bleibt die Verantwortung bei einem selbst. Ein weiser Spruch in der Bibel sagt: "Pläne scheitern, wenn man sich nicht miteinander berät, aber durch viele Ratgeber wird etwas erreicht." (Spr. 15:22)

Falcken

Egal in welchem Gelände man unterwegs ist,ob in Bergen, im Wattenmeer oder auf offener See sollte man vor derartigen Aktionen den Rat von Einheimischen einholen, die sich dort auskennen. Wir befinden uns in einem Zeitalter der Information ,und trotzdem kommt es remittierend zu solchen Notfällen mit nicht selten tragischem Ausgang, wobei sich die beteiligten Rettungskräfte selbst ja auch potentiell hierbei gefährden.
Viele haben wenig Erfahrungen mit den Naturelementen als Grossstädter,und leider auch zu wenig Phantasie und Umsicht.
Als Kind war ich mit meiner Familie selbst einmal in eine solche Situation gekommen in den Bergen mit plötzlichem Wetterwechsel im Sommer mit Schneetreiben, Sichteinschränkung mit Orientierungsverlust und chaotischem Abstieg über ein Geröllfeld in Sommerschuhen, wobei uns glücklicherweise italienische Gebirgsjäger den rechten Weg weisen konnten.
Das hat mir bis heute gelangt, und ich lerne gerne von der Erfahrung anderer .
Fragen bedeutet keinen Gesichtsverlust , sondern zeugt von verantwortungsbewusstem Handeln für sich und andere .

Falcken

Egal in welchem Gelände man unterwegs ist,ob in Bergen, im Wattenmeer oder auf offener See sollte man vor derartigen Aktionen den Rat von Einheimischen einholen, die sich dort auskennen. Wir befinden uns in einem Zeitalter der Information ,und trotzdem kommt es remittierend zu solchen Notfällen mit nicht selten tragischem Ausgang, wobei sich die beteiligten Rettungskräfte selbst ja auch potentiell hierbei gefährden.
Viele haben wenig Erfahrungen mit den Naturelementen als Grossstädter,und leider auch zu wenig Phantasie und Umsicht.
Als Kind war ich mit meiner Familie selbst einmal in eine solche Situation gekommen in den Bergen mit plötzlichem Wetterwechsel im Sommer mit Schneetreiben, Sichteinschränkung mit Orientierungsverlust und chaotischem Abstieg über ein Geröllfeld in Sommerschuhen, wobei uns glücklicherweise italienische Gebirgsjäger den rechten Weg weisen konnten.
Das hat mir bis heute gelangt, und ich lerne gerne von der Erfahrung anderer .
Fragen bedeutet keinen Gesichtsverlust , sondern zeugt von verantwortungsbewusstem Handeln für sich und andere .

Tay

oh...

Nose

Kann dem Kommentar von Olli Schneider nur zustimmen.
Der Diskurs über die „Schuhe“ ist einfach nur - um mit Rolf Miller‘s Worten zu sprechen: komplett am Ding vorbei!

Jörg Ohlhoff auf Facebook

man muss auch mal was Verrücktes machen ... und sich dafür hinterher so richtig was anhören ... das gehört dazu ... aber Hauptsache, es war so richtig GEIL ... P.S. an die Rettungskräfte: klasse gemacht !!!

Tom Fladi auf Facebook

Tja Studenten, theoretisch ist's machbar, blöd halt wenn manch unbedeutende Faktoren in der Chekliste die Gesamtstudie und in Summe an Schaas ergeben dann kanns schon mal a Praxisbezogenes Hoppala ergeben,

olliS.

Mal ne Frage: Wer hat als junger Mensch nicht mal einen rießigen Sch...verzockt ? Natürlich kann man von Menschen mit einem kopf auf dem Hals, zumal studiert etwas mehr Hirn erwarten, aber wird einem nicht ständig von allen Seiten suggeriert das alles easy ist und Leichtigkeit eh viel besser. Man schaue nur mal in die Hochglanzkataloge der Ausrüstungshersteller. Lighter, faster... Irrer. Dass dann junge Menschen glauben, man kann mit Trailschuhen das Matterhorn bezwingen oder aber eben im Winter am Ben Nevis rumspringen, ist vielleicht nicht nur deren Irrtum. Vielmehr geht es hier um einen grundsätzlichen und sehr fatalen Fehler. Das was nur wenigen Spezialisten vorbehalten ist, wird zum status quo für die breite Masse ernannt. Hauptsache es gibt Umsatz. Warum nimmt man diesen Wahnsinn der Ausrüster so hin. Warum steht nicht unter Werbung die Menschen in leichtester Bekleidung unbeschwert über Gletscher rennend zeigt: Unvernunft kann tödlich sein. olli Schneider

Heiko Rieth auf Facebook

@Stephan Blasy: Jetzt red es nicht schön. Turnschuh ist Turnschuh. Trailschuh ist wieder was anderes sowie ein Zustiegschuh. Wenn man ungeübt ist, hat zumindest das Material zustimmen. Bei solch einem unterfangen sollte man mind A oder A/B haben fertig.
Seh sollche Typen auch immer öfter weiter oben und schüttel nur den Kopf.

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