Am 21. Januar lud der Sportlandesrat von Tirol zum Gedankenaustausch nach Innsbruck.

Pistentourengehen boomt, vor allem in Tirol. In Österreichs Bergsport-Bundesland Nummer eins nutzen immer mehr Skitourengeher die Möglichkeit, ihren Sport in lawinensicherem Gelände ausüben zu können. Wo immer mehr Menschen auf die Piste drängen, sind Konflikte vorprogrammiert.

Jüngstes Beispiel: der "Angriff" eines Tourengehers auf den Fahrer einer Pistenraupe im Skigebiet Rangger Köpfl:

Nach Ansicht von Hubert Deutschmann, Geschäftsführer der Bergbahnen Oberperfuss, kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines vermehrt zu beobachtenden aggressiven Verhaltens gegenüber Bergbahn-Mitarbeitern. 

Für Josef Geisler Anlass genug, alpine Vereine, Sport- und Forstfachleuten und Vertreter der Bergbahnen zu einem runden Tisch zu laden. Der Sportlandesrat von Tirol machte im Vorfeld des Treffens am 21. Januar keinen Hehl daraus, dass er Pistentourengeher auch gerne finanziell in die Pflicht nehmen würde.

Die Idee einer "Pisten-Maut" ist nicht neu. In einigen Skigebieten der Alpenrepublik werden Tourengeher schon seit ein paar Jahren zur Kasse gebeten, eine einheitlichen Regelung gibt bislang jedoch nicht. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern. 

Ob und in welcher Form von Pistentourengehern zukünftig ein Unkostenbeitrag erhoben wird, sei Angelegenheit der Skigebietsbetreiber, so ein Ergebnis des runden Tisches.

Von Strafen bei Fehlverhalten möchte man - vorerst - ebenfalls absehen. Stattdessen setzt man verstärkt auf Information.

"Fehlverhalten beim Pistentourengehen darf nicht aus mangelnder Kenntnis der Regeln resultieren. Wir setzen in Tirol auf attraktive Angebote für PistentourengeherInnen, auf gezielte Lenkungsmaßnahmen sowie auf Information und Bewusstseinsbildung", so Josef Geisler und appelliert: "Wenn wir wollen, dass die Bewegung in der freien Natur auch in Zukunft mit möglichst wenigen Einschränkungen möglich ist, müssen alle an einem Strang ziehen."

Konkret soll im Rahmen des Programms "Bergwelt Tirol - mitaneinander erleben" die Zusammenarbeit mit allen daran interessierten Skigebieten intensiviert sowie das bereits 2016 vorgestellte Pistentourenmodell samt dazugehörigem Leitsystem weiter ausgebaut werden; Tourismusvebände und Skigebiete können im Gegenzug auf finanzielle Unterstützung wie auf fachliche Beratung seitens des Landes Tirols zählen.

 

0 Kommentare

Kommentar schreiben