Französischer Bürgermeister führt Obergrenze für Besteigungen über den Normalweg ein.

Geht es nach Jean-Marc Peillex soll die in den vergangenen Jahren stetig gewachsene Bergsteiger-Karawane, die es jährlich Richtung des höchsten Alpengipfels zieht, deutlich kleiner werden.

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Bis zu 25.000 Bergsteiger nehmen sich Jahr für Jahr vor, den 4.810 Meter hohen Prestige-Gipfel zu besteigen. Dabei kam es immer wieder zu schweren und tödlichen Bergunfällen und chaotischen Zuständen in den auf dem Normalweg liegenden Hütten. 

Dies missfällt Peillex, der Bürgermeister von Saint-Gervais ist und auf dessen Gebiet ein guter Teil des Mont-Blanc-Massivs liegt.

Seit 01. Juni und bis 29. September gilt nun: Gipfel-Aspiranten, die den Berg über den Normalweg auf der Nordwestseite des Berges (hier findet Ihr eine Tourenbeschreibung) besteigen wollen, müssen mindestens eine Reservierung für eine der drei Übernachtungshütten (Refuge du Goûter, Refuge de Tête Rousse und Refuge du Nid d'Aigle) auf dem Weg vorweisen.

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Sorgt für "Gipfel-Quote" am Mont Blanc: Jean-Marc Peillex.

| © picture alliance / Godong

Da die drei Hütten insgesamt "nur" 214 Schlafplätze vorweisen können und das wilde Campen in dem Gebiet unter erhebliche Strafe gestellt wurde - es drohen 30.000 Euro Geldbuße und bis zu zwei Jahre Haft - dürfte sich die Zahl der Gipfelaspiranten auf dem Normalweg demnach in dieser Saison erheblich verringern.

Yannick Vallençant, Präsident der Bergsteigervereinigung Syndicat Interprofessionnel de la Montagne, kritisiert die Regelung: "Das Problem wird einfach verlagert. Alle, die keine Reservierung haben, werde auf andere Routen ausweichen, die technisch schwieriger und deshalb wesentlich gefährlicher sind." 

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23 Kommentare

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André Hauschke

Recht so...lassen wir diesen Berg doch den wahren Bergsteiger, die auch genügend Erfahrung dafür haben.ich bin sogar für eine Sperre des Normalweges.

Ellese

Miserables Management! Und es scheint sich zu bestätigen, dass die Chamonix-Bergführer ein festes, hohes Kontingent haben. Subvention nennt man das! Als "normaler" Bergsteiger wird man benachteiligt.

Kai Otto

Man kann doch gar nicht reservieren. Erst ist die Platform nicht geöffnet, dann funktioniert sie nicht und wenn sie angeblich funktioniert ist die Hütte ausgebucht. Die Plätze werden doch eh alle an komerzielle Bergführer verschachert. Eine Schande ist das. Ich soll gezwungen werden einen kostentreibenden Führer zu mieten obwohl ich ihn gar nicht brauche.

Peter Fleischmann auf Facebook

Für mich eine Sauerei. Als normaler Bergsteiger hat man keine Chance auf eine Reservierung der klassischen Hütten. Ich hab es die letzten Jahre mehrfach versucht, keine Chance. Fahr ich morgen nach Chamonix und buche für 1500.- Euro einen französischen Bergführer habe ich sofort einen Schlafplatz - so sieht’s doch aus !

der_gipfel_barista auf Instagram

Und was bringt die Reservierung? Die ist auch im Handumdrehen storniert und die Mail mit der Bestätigung liegt trotzdem vor. In so vielen Ländern dieser Welt ist das Campieren in der freien Wildbahn erlaubt - nur in den Alpen scheißt man sich ein. So manch einem geht es gar nicht um den Gipfel, sondern einfach um eine feine Tour. Ob dies nun am Mont Blanc oder an Schönkahler passiert, die Leidenschaft zu den Bergen und der Natur hat bei vielen einen höheren Stellenwert als ein Gipfel als solches.

Pascal Manetsch auf Facebook

Ich finds daneben, da es alle Bergsportler einschränkt. Dass man aber iwie regulieren muss, ist unausweichlich und verständlich.

Christian Wöls auf Facebook

Gott sei dank war ich schon 1997 oben.
Wie hat ein alter Bergsteiger zu mir gesagt: "Gott sei dank habe ich die berühmten Gipfel schon bestiegen nun kann ich die ruhigen Berge besteigen".

Markus Schaumlöffel auf Facebook

Es wird interessant sein zu sehen, ob durch das starre Reservierungsfenster nicht der Druck auf die Bergsteiger zunimmt, auch bei schlechtem Wetter loszuziehen. Ob damit dann die Unfallzahlen sinken...

Paul Ruick auf Facebook

Bedenkliche Sache, da es durchaus Leute gibt, die in einem Zug ohne Hütte hochkommen. Die müsste quasi einen Platz reservieren ohne ihn zu nutzen und nehmen damit einen Platz weg, der sonst anderweitig genutzt werden würde.
Noch bedenklicher in dem Zusammenhang finde ich aber, das nun wohl auch Leute bei möglicherweise schlechteren Bedingungen losgehen werden, weil man einen Schlafplatz ja lange im Voraus buchen muss und sich die Gelegenheit womöglich nicht allzu bald wieder ergibt. Spontane Touren bei besten Bedingungen werden so erschwert bzw. unmöglich.

Alpin Biene auf Facebook

Langsam aber doch werden auch Berge privatisiert. Die Schweiz hat es in gewisser Maße vorgemacht. Jetzt fängt Frankreich an. Zuerst nur die ganz großen, irgendwann die Hausberge.

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