Glückliches Ende eines unfreiwilligen Aufenthalts in einer Schutzhütte in den Loferer Steinbergen.

Für manchen ist es eine romantische Vorstellung, abseits des Alltags eine Zeit in einer Hütte in der tief verschneiten Bergwelt zu verbringen. 

Es darf bezweifelt werden, dass diese Vorstellung der Gefühlslage des Schneeschuhwanderer entspricht, der unfreiwillig sage und schreibe zehn Tage in einer Biwakschachtel ausharren musste.

Der 44-Jährige Deutsche war am Sonntag, den 14. Januar, zum Prax Biwak in den Loferer Steinbergen aufgestiegen. Die Biwakschachtel in etwa 1.800 Metern Höhe unterhalb des Großen Ochsenhorns (2.511m) ist nur wenige Quadratmeter groß und eine reine Schutzhütte, die nicht für längere Aufenthalte gedacht und ausgestattet ist.

Wegen der ergiebigen Neuschneefälle und der damit einhergehenden erhöhten Lawinengefahr wagte es der in Traunreut im oberbayerischen Landkreis Traunstein lebende Mann nicht, sich wie geplant nach einer Nacht an den Abstieg zu machen.

Stattdessen harrte er in der kleinen Hütte aus. Die Tage zogen ins Land, die Lawinensituation blieb heikel. Wie sich versorgen?

An Wassermangel litt der Mann nicht: Auf dem kleinen Herd der Biwakschachtel schmolz er Schnee. Abwarten und Tee trinken lautete offenbar die Devise des gebürtigen Berliners. Seine Essensvorräte jedoch waren nach wenigen Tagen erschöpft.

Nach fast einer Woche ohne feste Nahrung und bei immer noch angespannter Lawinenlage entschloss sich der Bergfreund zu tun, was er bislang gescheut hatte: Am Dienstag, dem zehnten Tag seines Aufenthalts in der Biwakschachtel, wählte er auf seinem Handy die Nummer des Notrufs. 

Per Hubschrauber wurde der 44-Jährige abgeholt und sicher ins Tal gebracht. Dort kaufte sich der ausgehungerte Mann Medienberichten zu Folge als erstes eine Semmel und ging dann als zweites schnurrstracks in ein Gasthaus.

Auf den Kosten der Rettung wird der 44-Jährige übrigens nicht sitzen bleiben: Der Alpin- und Flugpolizei des Innenministeriums zu Folge habe der Mann völlig richtig gehandelt und da es sich eindeutig um eine alpine Notlage gehandelt habe, müsse er den Einsatz nicht bezahlen.

2 Kommentare

Kommentar schreiben
dreamingof8a

Ich finde es außerdem beeindruckend, dass der Handyakku so lange durchgehalten hat ... meiner schafft im Flugmodus vielleicht zwei bis drei Tage ....

Herpfar

10 Tage lang aussitzen, um aus der Situation selbst rauszukommen - das macht nicht jeder. Respekt!