Der weltberühmte Österreicher hätte am 6. Juli 2021 seinen 109. Geburtstag feiern können.

Heinrich Harrer wurde am am 06. Juli 1912 als erstes Kind eines Postbeamten und einer Hausfrau in Obergossen (Kärnten) geboren. Der Kärntner entdeckte während seines Studiums in Graz seine Leidenschaft für Sport. Als Mitglied des Akademischen Turnverein Graz wurde der Teenager bereits akademischer Abfahrtsweltmeister und österreichischer Golfmeister.

1936 wurde Harrer in die österreichische Olympiaauswahl berufen, ging aber in den Disziplinen Slalom und Abfahrt letztlich nicht an den Start, da das Nationalteam die Teilnahme an den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen aufgrund von Verbandsstreitikeiten boykottierte.

Geschichtsträchtig: Heinrich Harrer (li.) wird zusammen mit Anderl Heckmair, Luwig Vörg und Fritz Kasparek nach der Erstdurchsteigung der Eigernordwand gefeiert.

Geschichtsträchtig: Heinrich Harrer (li.) wird zusammen mit Anderl Heckmair, Luwig Vörg und Fritz Kasparek nach der Erstdurchsteigung der Eigernordwand gefeiert.

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Aber auch so ging es mit der sportlichen Karriere des äußerst talentierten Geografie- und Sportstudenten weiter bergauf: 1937 erfolgte die Ernennung zum Trainer der österreichischen Damen-Ski-Nationalmannschaft.

Ein Jahr später wurde der nun 26-Jährige dann weltweit in die Schlagzeilen katapultiert, als ihm zusammen mit Andreas "Anderl" Heckmair, Ludwig "Wiggerl" Vörg und Fritz Kasparek im Juli 1938 die Erstdurchsteigung der Eigernordwand gelang.

Medienstar: Heinrich Harrer erläutert den Weg durch die Nordwand (Aufnahme von 1938).

Medienstar: Heinrich Harrer erläutert den Weg durch die Nordwand (Aufnahme von 1938).

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Für das NS-Regime kam der Erfolg der deutsch-österreichischen Seilschaft in der berüchtigten "Mordwand" genau zum richtigen Zeitpunkt, hatte man doch erst vier Monate zuvor den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich verkünden können.

Andreas Heckmair und Heinrich Harrer bei der Enthüllung einer Gedenktafel zum 60. Nordwand-Jubiläum am 21. Juli 1998.

Andreas Heckmair und Heinrich Harrer bei der Enthüllung einer Gedenktafel zum 60. Nordwand-Jubiläum am 21. Juli 1998.

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Höhenpunkt der propagandistischen Inszenierung der "Helden vom Eiger" war eine Privataudienz bei Adolf Hitler, an der natürlich auch das junge NSDAP- und SS-Mitglied Heinrich Harrer teilnahm. Der Österreicher beteuerte bis zu seinem Tod, dass er den beiden Organisationen aus rein opportunistischen Gründen beigetreten war, mit der menschenverachtenden Ideologie der Nazis aber zu keinem Zeitpunkt sympathisiert habe.

Heinrich Harrer konnte auch als Autor große Erfolge feiern.

Heinrich Harrer konnte auch als Autor große Erfolge feiern.

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Als Mitglied der Nanga-Parbat Expedition wurde Harrer 1939 vom Ausbruch des Zweiten Weltkrieges überrascht. Bei der versuchten Rückkehr nach Deutschland wurde das gesamte Expeditionsteam von den Briten gefangen genommen und in ein Internierungslager nahe Bombay verbracht. 1944 gelang Harrer - nach vier gescheiterten Versuchen - schließlich der Ausbruch. 

Sprachengenie: Die Zeit in Gefangenschaft nutzte Harrer, um Hindustani, Tibetisch und Japanisch zu lernen.

Sprachengenie: Die Zeit in Gefangenschaft nutzte Harrer, um Hindustani, Tibetisch und Japanisch zu lernen.

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Zusammen mit Peter Aufschnaiter, dem Leiter der Nanga-Parbat-Expedition, wanderte er anschließend über 2000 Kilometer zu Fuß durch den Himalaya. Nach fast zwei Jahren auf der Flucht erreichten die beiden Männer schließlich die "verbotene Stadt" Lhasa, wo sie wenig für die tibetische Regierung arbeiteten. Harrer wurde zudem Lehrer und Berater des jungen Dalai Lama.

Schüler und Lehrmeister: Mit dem 14. Dalai Lama verband Heinrich Harrer zeitlebens eine innige Freundschaft. 

Schüler und Lehrmeister: Mit dem 14. Dalai Lama verband Heinrich Harrer zeitlebens eine innige Freundschaft. 

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Bis zu Harrers Tod sollte die beiden eine enge Freundschaft verbinden. Harrers Erfahrungsbericht über seine abenteuerliche Flucht und die Zeit in Tibet wurde zum Weltbestseller und 1996 mit Brad Pitt in der Hauptrolle verfilmt.

Filmreif: Sein wohl berühmtestes Buch, "Sieben Jahre in Tibet", wurde 1996 mit Brad Pitt in der Hauptrolle verfilmt.

Filmreif: Sein wohl berühmtestes Buch, "Sieben Jahre in Tibet", wurde 1996 mit Brad Pitt in der Hauptrolle verfilmt.

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Der kommerzielle Erfolg von "Sieben Jahre in Tibet" ermöglichte Harrer über 20 weitere Expeditionen und Forschungsreisen nach Grönland, den Amazonas, in den Himalaya oder in die Anden. 1962 gelang dem Österreicher die Erstbesteigung der Carstensz-Pyramide (4.884m), einer der Seven Summits.

Bewegtes Leben: Heinrich Harrer wird am 14. Januar 2006 Hüttenberg beigesetzt.

Bewegtes Leben: Heinrich Harrer wird am 14. Januar 2006 Hüttenberg beigesetzt.

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Heinrich Harrer wurde 94 Jahre alt. Der Bergsteiger, Autor, Forscher und Lehrer des 14. Dalai Lama verstarb am 07. Januar 2006 in einem Krankenhaus in Friesach (Kärnten)

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