Fehlende Erfahrung und falsche Planung gelten als Hauptursache für Alpinunfälle.

Von den 1,1 Millionen DAV-Mitgliedern - nur die werden in der Unfallstatistik erfasst - sind im Verlauf des zurückliegenden Jahres 1095 am Berg verunglückt, 42 davon tödlich.

Das Risiko, beim Bergsport tödlich zu verunglücken, sinkt seit mehr als 60 Jahren und befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Das ist erfreulich. Ein anderer Trend ist jedoch weniger positiv: Seit den 90er Jahren nehmen alpine Notfälle insgesamt leicht zu.

Diese Entwicklung ist laut DAV vor allem der Tatsache geschuldet, "dass immer mehr Menschen in die Berge gehen und im Notfall die Alarmierung mit Handy nahezu reibungslos funktioniert."

Anzahl der "Blockierungen" steigt

Die Bergsportler alarmieren heute viel schneller die Bergrettung als zuvor. Die Rettungsdienste und der Alpenverein sehen das aber nicht negativ, im Gegenteil: Viele schwerwiegende Unfälle werden dadurch vermutlich verhindert.

Ein weiterer Vorteil liegt ebenfalls auf der Hand: Die zu Rettenden können leichter geortet werden und über ihren Zustand bzw. die Situation vor Ort liegen bessere Informationen vor.

Die Kehrseite ist jedoch, dass die Retter immer häufer auch dann gerufen werden, wenn der oder die zu "rettende" auf Tour einfach nicht mehr weiter weiß. Die Anzahl der sogenannten Blockierungen hat in den vergangenen 20 deutlich zugenommen.

Falsche Selbsteinschätzung und mangelnde Tourenvorbereitung begünstigen deren starke Zunahme ebenso wie der anhaltende Ansturm auf "Prestigeberge" wie etwa Zugspitze, Watzmann, Großglockner oder Matterhorn. 

© DAV / Hans Herbig

Notfälle in heißen Sommern

Die Folgen des Klimwandels haben längst auch in der Bergunfallstatistik Einzug gehalten. Deutlich sichtbar wird das an den heißen Sommern 2003 und 2015: In beiden Jahren kamen Notfälle wegen Dehydrierung und Erschöpfung dreimal so häufig vor wie sonst.

Einbindefehler als einzige Todesursache beim Hallenklettern

Im Jahr 2015 sind 203 Unfälle in 61 Kletteranlagen gemeldet worden. Verglichen mit den vielen hunderttausend Kletterhallenbesuchern ist diese Zahl sehr niedrig.

Wie bereits in den Jahren zuvor hat sich gezeigt, dass das Verletzungsrisiko beim Bouldern deutlich höher ist als beim Seilklettern. Beim Bouldern passieren allerdings eher Unfälle mit leichteren Verletzungen an den Extremitäten.

Beim Seilklettern ist dagegen das Risiko einer schweren Verletzung deutlich höher. Seit dem Jahr 2000 haben sich in Kletterhallen in Deutschland acht tödliche Unfälle ereignet.

Alle acht Unfälle sind auf Einbindefehler zurückzuführen – also darauf, dass sich die Verunfallten falsch mit dem Sicherungsseil verbunden haben. Bei korrekter Durchführung des Partnerchecks können die allermeisten schweren Unfälle verhindert werden, so das Fazit des Alpenvereins.

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