Unzähligen Glockner-Besteigern hat sie schon Schutz geboten. Jetzt wurden die Sanierungsarbeiten an der Erzherzog-Johann-Hütte - nach insgesamt 15 Jahren Bauzeit - abgeschlossen.

Der ganze Stolz des Österreichischen Alpenklub (ÖAK) steht in 3.454 Meter Höhe auf den Felsen der Adlersruhe.

Die Erzherzog-Johann-Hütte ist nicht nur die einzige Schutzhütte, die der rund 400 Mitglieder starke Verein bewirtschaftet, sie ist auch die höchstgelegene Hütte Österreichs.

Doch der 1880 eröffnete und seitdem mehrmals erweiterte Bau war gehörig in die Jahre gekommen. 

Mit den weit über 4000 Übernachtungsgästen, die hier pro Saison versorgt werden wollen, waren die Sanitäranlagen sowie die Strom- und Wasserversorgung zusehends überfordert.

Bereits im Jahr 2000 ist mit der schrittweisen Generalsanierung der Erzherzog-Johann-Hütte begonnen worden. Zunächst galt es, den Untergrund der Hütte zu stabilisieren, den Gletscherdruck und auftauender Permafrostboden erheblich zugesetzt hatten.

Wer in der Erzherzog-Johann-Hütte übernachtet, hat am nächsten Tag meistens nur ein Ziel: den Großglockner.

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In einem zweiten Bauabschnitt wurde die Energie- und Wasserversorgung erneuert. Strom und Wärme wird nun mit Hilfe eines modernen Blockheizkraftwerk sowie mittels Solartechnik gewonnen; in mehreren Edelstahltanks werden Gletscher- und Regenwasser gesammelt.

Das in dieser großen Höhe extrem kostbare Nass wird auch nicht mehr beim Toilettengang verschwendet: Die WC-Anlage kommt inzwischen ganz ohne Wasserspülung aus.

Die anfallenden Fäkalien werden den Winter über getrocknet und vor Saisonbeginn mit dem Helikopter ins Tal transportiert.

"Es stinkt nicht mehr aus den Klos heraus, so wie früher. Außerdem ist der Abtransport der Fäkalien für den Hüttenwirt mit viel weniger Aufwand verbunden. Wenn der Hubschrauber kommt, schiebt er die getrockneten Säcke einfach ins Freie", so Gottfried Steinbacher, der mit seinem Unternehmen die Generalsanierung der Erzherzog-Johann-Hütte über die letzten Jahre hinweg federführend betreute.

In den vergangenen beiden Jahren wurden schließlich noch die alten Außenwände durch Vollholzwände mit Holzfaser-Dämmung ersetzt und mit Lärchenschindeln verkleidet.

Die lange Bauzeit von 15 Jahren sei in dieser Höhe alles andere als ungewöhnlich, erklärt Diplom-Ingenieur Steinbacher in der Onlineausgabe der Kleinen Zeitung:

"Die Bauzeit war auf die Monate Juli, August und September beschränkt. Aber auch da kann das Wetter einmal 14 Tage durchgehend schlecht sein. Dann galt es, das passende Material für diese Höhe zu finden, und Firmen, die die Arbeiten umsetzen können."

Zum Start der Hochtourensaison 2016 wurden die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen jetzt abgeschlossen. Ab 18. Juni hat die Erzherzog-Johann-Hütte nun wieder für Gäste geöffnet.

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