Am Riedberger Horn im Allgäu sollen nach Vorstellung der Skigebietsbetreiber neue Bergbahnen bis in Gipfelnähe gebaut und damit zwei bestehende Skigebiete verbunden werden. Der DAV appelliert nachdrücklich an die Bayerische Staatsregierung, gegen die Erschließungspläne zu votieren.

"Diese Erschließungspläne bedeuten das Ende des Alpenplans. Wir halten es für fatal, dieses wichtige Steuerungsinstrument für eine Erschließung zu opfern, die weder den Interessen des Tourismus noch des Naturschutzes dient", so DAV-Präsident Josef Klenner bei einer Ortsbesichtigung am vergangenen Donnerstag.

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Laut Alpenverein würden die geplanten Erschließungen in erheblichem Umfang auf die Zone C des Alpenplans erstrecken – also auf Gebiete, die nicht erschlossen werden dürfen.

Sollten die Bauvorhaben genehmigt werden, würde ein Präzedenzfall geschaffen, der unabsehbare Auswirkungen auf die gesamten Bayerischen Alpen hätte, so die Befürchtungen des DAV.

Der mitgliedstärksten Bergsportverband der Welt sieht in dieser Frage gar den Fortbestand des Alpenplanes in Gefahr.

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Alpenplan in Gefahr

Dieses 1972 im Rahmen des "Landesentwicklungsprogramm Bayern" vorgestellte Konzept weist das Riedberger Horn der Schutzzone C, der striktesten Schutzkategorie, zu. Für diesen Bereich, heute über 43% des bayerischen Alpenraums, sind technische Erschließungen unzulässig. Der Bau von Alm- und Fortswegen bildet hier im Bedarfsfall die Ausnahme.

Im Falle des Riedberger Horns würde der geplante Pisten­bereich zu erheblichen Teilen im Bereich einer großen, in den 1960er Jahren aktiven Rutschung liegen; er gilt als "labiles Gebiet" im Sinne des Bodenprotokolls der Alpenkonvention.

Ist strikt gegen die geplanten Bauvorhaben am Riedberger Horn: DAV-Präsident Josef Klenner.

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In Artikel 14 dieses Protokolls werden „Bau und Planierung von Skipisten in labilen Gebieten“ ausgeschlossen. Beim Bau der Piste müssten rund sechs Hektar Bergwald gerodet werden.

Fachleute schließen dann Murenabgänge bis zur Riedbergpaßstraße nicht aus. Das Gebiet ist laut Gefahrenhinweiskarte des Landesamtes für Umweltschutz (LfU) stark erosionsgefährdet.

Wie entscheidet die Staatsregierung?

Der Ball liegt derzeit bei der Bayerischen Staatsregierung. Gemäß Landesplanungsgesetz müssen bei einem Zielabweichungsverfahren alle betroffenen Ministerien beteiligt werden.

Im aktuellen Fall sind dies das Umweltministerium, das Landwirtschaftsministerium und das Finanz- und Heimatministerium.

Während Ulrike Scharf als Umweltministerin das Erschließungsvorhaben strikt ablehnt, hat Finanzminister Söder immer wieder die Hoffnung genährt, dass die Skischaukel doch noch kommen könnte.

In den nächsten Wochen wird sich zeigen, welches Ministerium sich am Ende durchsetzen kann.

Dass es auch ohne Skischaukel gehen kann, beweißen laut DAV die Orte Obermaiselstein und Balderschwang. HIer setze man auf "differenzierte Angebote für sanfte Erholungsformen" und fahre mit diesem Konzept äußerst erfolgreich - sowohl im Winter wie im Sommer.

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