Wie Ihr sind auch wir derzeit nicht zum Klettern unterwegs. Zeit für unseren Test-Chef Olaf mal sein Klettermaterial zu checken. Thema heute: Bandschlingen. Wann sollten sie aussortiert werden?

Bandschlingen und weitere Kletter-Ausrüstung gibt es in unserem ALPIN-Shop.

3 Kommentare

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Olaf Perwitzschky (ALPIN-Testchef)

@mag: Einige Punkte zur Klarstellung: Ich habe zu allen Punkten mit dem Verantwortlichen für PSA Produkte beim TÜV Süd, Volker Kron gesprochen. Ich gehe in der Folge im einzelnen auf deine Punkte ein.
Ich habe nie behauptet, dass das Herstellungsjahr auf demselben Etikett aufgedruckt ist, wie die anderen Infos. Das halten die Hersteller unterschiedlich.
Bei Produkte, die in Deutschland zertifiziert wurden, muss das Herstellungsjahr und der Monat klar ersichtlich sein. Es gibt tatsächlich (einige wenige) Zertifizierungsstellen, die das nicht verlangen, aber nicht in Deutschland.
Bei fehlenden Etiketten trennen sich jetzt aber unsere Wege. Dann weiß ich ja nicht mal sicher, ob das wirklich ein PSA-Produkt ist. Und auch wenn nur das Etikett mit den Hersteller-Infos fehlt darf das nicht sein. Also Finger weg von Produkte ohne die nötigen (vorgeschriebenen) Infos.
Und zu den Dyneema-Schlingen. Es gibt laut Kron keinen Grund, Dyneema-Schlingen nach 3 bis 5 Jahren auszusortieren. Der Zustand der Schling bzw. die Benutzungshäufigkeit zählt. Man findet dazu Veröffentlichungen, aber das ist nicht die Lehrmeinung (von wem?).
Und damit sind wir auch schon bei der Ausfaserung: Du hast vollkommen recht, Ausfaserungen hinter der Vernähung an sich sind kein Grund zur Ausmusterung. Aber es lässt eine Rückschluss auf den Gesamtzustand der Schlinge zu. Und deshalb: wenn die auffällig ausfranst, muster ich sie aus!
Ein festgelegtes Maß für die Aufpelzung von Schlingen gibt es nicht. Weder in die eine (gute) noch in die andere (schlechte) Richtung.Ich spreche außerdem an, Schlingen einer Sichtprüfung zu unterziehen. Beschädigte Schlingen (also mit leichten Bandkantenverletzungen) gehören ausgemustert, ich nennen nicht konkret die Bandkantenverletzung, aber es wird für jeden Nutzer klar, dass beschädigte Schlingen ausgemustert werden müssen.
Ja, wir könnten ein längeres Video mit allen nur erdenklichen Infos zu dem Thema machen, aber das würde sich keiner ansehen. Es geht darum, ein kurzes Video mit den Kerninformationen zu machen und die kommen in richtiger Weise rüber.

mag

Einige Punkte zur Klarstellung: Bei Bandschlingen muss das Herstellungsdatum nicht auf dem selben Etikett wie die restlichen Angaben (EN, CE, ...) stehen. Manche Hersteller (wie OCUN) haben dafür ein kleines Zusatzetikett. Ferner muss das Jahr nicht direkt ersichtlich sein, sondern kann in einer Nummer 'verschlüsselt' sein die sich in Verbindung mit der GAL entziffern lässt. Fehlt auch dieses Etikett und ist das Prodktionsjahr aber bekannt, so ist die fehlende Kennzeichnung kein Ausmusterungsgrund. Weiter ist bei dünnen (6-8mm) Dynnema-Schlingen die Lehrmeinung, diese nach bereits 3-5Jahren Gebrauchsdauer auszusotieren.
Fasermaterial das hinter der Vernähung ausgefranst ist, ist kein Ausmusterungsgrund, da es ja keine tragenden Faßern sind.
Leider wurde im Video auch nicht das akzeptable Maß an Aufpelzung von Bandmatierial angesprochen. Auch die Relevanz von Bandkantenverletzungen kam viel zu kurz.
Fazit zu diesem Video: unbefriedigend. Lieber ein längeres Video, das auch auf die Komplexität der Matrie eingeht und nicht in aller Schnelle ein paar Facts, geschmückt mit Halbwissen, runterrasselt.

Klaus Horn auf Facebook

Alte Schlingen kann man noch zur Hintersicherung beim Abseilen oder Rückzug verwenden. Oft sind dort uralt Schlingen im Einsatz.