Der Bergführer und Klimaforscher Dr. Benjamin Reuter erläutert das von ihm mitentwickelte GKMR-Prinzip.

In den letzten Jahren galt die Steilheit eines Hanges in Verbindung mit der Gefahrenstufe als DIE entscheidende Größe zur Beurteilung der Lawinengefahr. Die elementare Reduktionsmethode ist das beste Beispiel dafür. Doch jedes Jahr gibt es Lawinenereignisse, die nach dieser Herangehensweise nicht hätten passieren dürfen.

Hat das neuartige Verfahren zur Risikobeurteilung mitentwickelt: Bergführer und Klimaforscher Dr. Benjamin Reuter.

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Die Statistik zeigt, dass etwa 20 Prozent aller tödlichen Unfälle im grünen Bereich der Reduktionsmethode liegen. Daher haben der Bergführer und Wissenschaftler Dr. Benjamin Reuter und Chris Semmel vom VDBS auf Grundlage neuester Statistiken diesen Ansatz in Frage gestellt und andere Faktoren in den Vordergrund gerückt.

Semmel und Reuter setzen auf ein neues Schema, sie nennen es G-K-M-R. Dabei steht G für Gefahren erkennen und deren Eintrittswahrscheinlichkeit bewerten, K für Konsequenzen abschätzen, M für Maßnahmen ergreifen und R für Risiko bewerten.G-K-M-R wird sowohl bei der Tourenplanung herangezogen als auch bei der Entscheidung im Einzelhang.

Neu ist dabei, dass bereits in der Planung auch die Konsequenzen, die ein Lawinenabgang haben würde, eingeschätzt werden und in den ganzen Planungsprozess miteinbezogen werden. Denn das Lawinen-Risiko setzt sich immer aus der Auslösewahrscheinlichkeit und den Konsequenzen zusammen.

Benjamin Reuter erläutert das Verfahren hier im Video:

Wenn ihr mehr über das GKMR-Prinzip erfahren möchtet, klickt hier.

Ein ausführliches Interview mit dem Klima- und Schneeforscher Dr. Benjamin Reuter lest ihr in ALPIN 12/2020. Unsere Dezember-Ausgabe ist ab dem 14. November im Zeitschriftenhandel oder in unserem Heft-Shop erhältlich.

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