Bergsport ist Motorsport, so das gängige und oft bestätigte Vorurteil. Es geht auch anders – sogar im Winter. Skitouren mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind möglich und meist sogar entspannter! Oder doch nicht?

Irgendein Schönwettersonntagnachmittag im Winter. Auf der A8 am Kreuz München Süd geht ab 17 Uhr mal wieder gar nichts mehr: Wochenend- und Tagesausflügler aus den Bergen verstopfen alle Fahrbahnen – Stau, Frust und Stress sind die Folgen.

Schneeschuhgeher sind ebenso gefragt, wenn es darum geht, umweltfreundlichere Alternativen zum Auto zu nutzen.

| © Imago / Geisser

Dabei sollte das Wochenende doch ein schöner Ausflug in die Berge sein. Zu schade, wenn stattdessen An- und Heimreise Erholung und Erlebnis trüben. Klar, nicht alle Autofahrer sind Skitourengeher – im Gegenteil.

Aber der Umkehrschluss dürfte wohl für die überwältigende Mehrheit stimmen: Die meisten Skitourengeher sind Autofahrer. Denn Gründe für dasAuto gibt es genug. Alternative Transport-Angebote sind zwar vorhanden, aber für viele Nutzer noch zu unflexibel.

Der Vorteil der Bahn: nach der Tour muss niemand mehr ins Auto steigen und (müde) heimfahren! Vorausgesetzt, man wohnt „bahnaffin“ in oder nahe bei einer Großstadt wie München oder Innsbruck.

Dennoch bedarf eine Tour mit öffentlichen Verkehrsmittel mehr Planung als mit dem Auto. In Deutschland sieht die Realität auf dem Land leider noch anders aus als in den Ballungsräumen: Während man aus der Stadt einfacher öffentlich unterwegs sein kann, ist die ÖPNV-Fahrt zur Skitour auf dem Land für viele schlicht noch zu beschwerlich.

Darum braucht es neue Mobilitätskonzepte, die die Umweltbelastung so gering wie möglich halten und es trotzdem ermöglichen, im Tourenziel flexibel zu sein.

Wie wäre es beispielsweise mit einer überregionalen Skitouren-Onlineplattform auf Basis einer Mitfahrgelegenheits-Zentrale?

Den ungekürzten Kontrovers-Artikel findet Ihr in ALPIN 12/2019!

Sämtliche User-Stimmen findet Ihr in den Kommentaren, das Ergebnis unserer Kontrovers-Umfrage präsentieren wir Euch hier.

47 Kommentare

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Schneejogi

Ich wohne direkt an der Grenze zu Schweiz, habe das Halbtax und bin glücklicher ÖV Tourengeher! Sogar am Wochenende schaffe ich es je nach Zielort bis 7-8 Uhr zum Startpunkt, und es ist ein wahrer Genuss nach diversen Höhen- und Kilometern ganz entspannt in den Zug zu springen und die Füße hochzulegen! Zugegeben, es gibt sicher auch schlechter angebundene Orte, aber von Konstanz aus ist die Ostschweiz schon sehr gut und auch günstig zu erreichen, in der Regel maximal 1 Stunde mehr Zeitbedarf für die An- und Abreise, wenig umsteigen, frühe Verbindungen und viele Ziele zur Auswahl, was will man mehr!
Ist schon faszinierend das ein bergiges kleines Land wie die Schweiz in diesem Bereich um Welten besser aufgestellt ist wie Unsereins, einfach nur ein Trauerspiel was der Staat mit der DB gemacht hat! Im Jahr 1994 wurde die AG gegründet und es wurde angefangen weg zu rationalisieren und zu "modernisieren" und zu regionalisieren - im Endeffekt wurden seit den 90ern 20% der Verbindungen abgebaut, Bayern ist da an der Spitze, 900 Schienen-km und 59 Verbindungen...jetzt haben wir den Salat! Deutschland Autostandort Nummer 1 - was will man erwarten, die Stärkste Lobby nach der Pharma lässt grüßen - aber da haben wir wohl auf das falsche Pferd gesetzt! Dauert Jahrzehnte das alles wieder gerade zu biegen, aber wir fangen ja nicht mal damit an, es wird jetzt ja auf E-Autos gesetzt, so ein Schwachsinn, ist einfach nur noch mehr zusätzliches Blech auf den Straßen, da erwiesenermaßen viele ihr E-Auto als Zweitwagen nur für die Stadt nutzen! Selten soviel Inkompetenz gesehen wie im Bereich Verkehr, aber wir nehmen es ja auch klaglos hin und fahren einfach weiter auf überfüllten Straßen und suchen gerne ewig nach Parkplätzen - der deutsche Michel ist schließlich bequem und hat Angst vor Veränderungen =)

V. Schmitgen

A
ansonsten bleiben fast nur überlaufene "in"-Ziele; dafür aber mind. 3 Personen pro PKW,und - wenn möglich - keine Touren am Wochenende,man vermeidet Überfüllung und Staus.

Aduur auf Instagram

Leider sind bisher Aspekte wie Verfügbarkeit, Fahrpreis, Fahrtdauer wenig reizvoll. Ich schließe mich der Meinung der 72% an.

Shrredds auf Instagram

Naja, wenn ich die vier Kilometer bis zur Grenze radl, kann ich ab Erl bis zum Kaiseraufstieg Sonntags mim Bus fahren, die gehen da nämlich. In die andere Richtung, nach Rosenheim, fährt am Samstag noch einer, dann is Schluss bis Montag früh.

Stefan auf Instagram

Es sind momentan leider noch zu viele Punkte die für eine Anreise mit dem Auto sprechen... Die Verbindungen, die Fahrtzeiten, die Flexibilität der Tickets etc. All das gehört nachgebessert.

Maik Gehl auf Facebook

Mit diesem Bus bin ich schon so oft gefahren, egal ob Sommer oder Winter. Im Kleinen Walsertal braucht man kein Auto. So was sollte Vorbild sein, auch für Deutschland, wo man viel redet aber wenig umsetzt.

Anonym

Per ÖPNV angereiste müssten Skikarten dann vergünstiger bekommen als Belohnung... auch im Hotel müsste Übernachtungen dann für diese günstiger sein als für die mit Auto...

Marie-Theres

Es gibt so gut wie immer eine Möglichkeit, eine Tour mit Öffentlichen zu ermöglichen. Und wenn man am Tag vorher eben zelten muss oder morgens von der Unterkunft schon eineinhalb Kilometer in der Ebene gehen muss, das gehört eben für eine besondere Tour im Falle des falls dazu und macht sie in jedem Fall einzigartig und nebenbei umweltfreundlich.

Anonym

* lach * Ich kann mir nicht vorstellen, wie das mit Öffentlichen gehen soll? Selbst, wenn echte Anstrengungen unternommen werden, die Öffentlichen endlich attraktiv zu machen, wirds fürs Tourengehen lang noch nicht reichen. Ich wär ja schon mal froh, wenn ich bei meinem täglichen pendeln einen sicheren Sitzplatz hätte und die Bahn pünktlich kommt.

Anonym

Wenn ich mit den Öffis fahren würde, dann brauche ich normalerweise deutlich länger. Und wenn dann das Ticket doppelt so viel kostet wie die Fahrt mit dem PKW, dann fährt man eben mit dem PKW.

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