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ALPIN-Tourenbuch

Sportklettersteige um Cortina d'Ampezzo

30.06.2011 11:01:12
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Senkrecht empor hangeln, und das am neuen Stahlseil - Freunde sportlicher Klettersteige finden rund um Cortina d'Ampezzo haufenweise kraftraubende Spielplätze im Fels. Einer davon startet im Herzen der "Dolomitenhauptstadt" - ein Fall für unsere Rubrik "Tourenbuch".
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Wilde, raue Dolomitenwelt - kurz vor dem Gipfel der Südlichen Fanesspitze. Foto: Jentzsch-Rabl.
Konzentriert kurvt der Fahrer unseren VW-Bus durch das komplizierte Einbahngewirr von Cortina d'Ampezzo. Eigentlich zweispurig - dem Fluss italienischer Autofahrermentalität angepasst, aber oft dreispurig geht es zur Talstation der alten Faloria-Seilbahn, die den ersten Teil des Zustiegs erledigt.

Für lange Zustiege fehlt heute die Lust, im Vordergrund steht der vertikalsportliche Tourenteil. Nach der Bergfahrt zur Mittelstation geht es hinauf zur Faloria- Nordwand und zum Einstieg der neuen Via ferrata Sci Club 18. Schon der erste Blick auf die senkrechte Einstiegswand verrät, dass man bei dieser Ferrata kräftiger zupacken muss als bei benachbarten Klettersteigen. Als weiteres Indiz für die Schwierigkeiten der Ferrata zeugen die neuartigen Gummipuffer an den Stahlseilverankerungen. Was uns dort oben wohl wartet?

Schweißperlen tropfen von der Stirn hinab in die Tiefe

Und tatsächlich: Die Einstiegswand hat es in sich. Die Arme sind anfangs noch steif, lockern sich dank permanenter Klimmzug- Akrobatik aber zusehends. Es geht höher, immer an einer riesigen Felskante entlang folgt bald der Mittelteil der Tour. Die Kletterei bewegt sich meist im gemäßigten Bereich, doch warten recht viele schwierige Passagen, deren Aneinanderreihung mit zunehmender Wandhöhe zum Problem wird. Auch Andreas, der viel Erfahrung hat mit schweren Klettersteigen, ist die Anstrengung anzusehen, Schweißperlen tropfen von seiner Stirn hinab in die Tiefe.


Eindrücke von den Touren - klicken Sie sich durch unsere Slideshow!

Geniale Ausdauer-Ferrata mit tollem Ausblick auf den gesamten Tofana-Stock und Teile der Cristallo-Gruppe - und das direkt oberhalb von Cortina, das sind die Eindrücke, die bei einer Rast im oberen Teil der Tour ausgetauscht werden. Alle sind sich einig, dass die "Sci Club 18"-Ferrata sicher zu den besten Klettersteigen rund um Cortina gehört und gut zu den anderen sportlichen Ferrate der Gegend passt. Zum Beispiel zur neuen, aber etwas leichteren Ferrata degli Alpini oder dem Klassiker Ferrata Tomaselli.

Weiter geht es über leichte Bänder, bis die Fachsimpelei ein jähes Ende findet. Wie angewurzelt richten sich die Blicke nach oben auf eine mächtige Pfeilerkante: die letzte Hürde dieser Traumtour.

Das furiose Steilfinale fordert sämtliche Energiereserven

Noch einmal Gurt zurechtrücken und die Klettersteighandschuhe enger machen, dann Klammer für Klammer an den Armen höher ziehen. Mit sehr viel Luft unter dem Gesäß, meist im Kantenbereich kletternd, muss man für dieses furiose Steilfinale noch einmal sämtliche Energiereserven aktivieren. Besser und ausgesetzter kann ein Klettersteig nicht sein, und das Ganze eingebettet in eine tolle Bergkulisse - perfetto!

Ferrata Gianni Aglio am Torre Aglio - da schwitzen selbst die Profis! Foto: Jentzsch-Rabl.
Vom Ende des Pfeilers geht es mühelos - quasi zum Ausklettern - über einige kurze Gratstufen und eine steile Wandstufe zum Ausstieg dieser sportlichen Tour. Ein letztes Staunen entlockt die Tour direkt am Ausstieg der Kante: Vom blanken Fels geht es nahtlos über in eine schrebergartenähnlichen Wiese. An einem Fahnenmast flattert die italienische Flagge im Wind.

Mit selbstzufriedenem Stolz über die körperliche Ertüchtigung geht es in wenigen Schritten zur Bergstation mit dem Rifugio Faloria, wo der Blick noch einmal über die vielen bekannten Dolomitengipfel schweift, bevor es per Seilbahn hinunter geht ins Herz der Dolomiten, das Stadtzentrum von Cortina.

Text und Fotos: Axel Jentzsch-Rabl

Alle auf alpin.de veröffentlichten Tourenbücher finden Sie hier!


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30.06.2011 11:01:12
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