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Obwohl der Antelao der zweithöchste Dolomitenberg ist, gehört er zu den seltener besuchten Gipfelzielen. Die Besteigung und Umrundung des Dolomitenkönigs ist eine schöne Sache für Bergsteiger, die gern ihre Erlebnisse auskosten. König Antelao, du bist ein würdiger Herrscher!
Bei der Anfahrt nach Cortina d'Ampezzo zeigt der Antelao sein charakteristisches Profil mit seiner kleinen "Krone" oben drauf. Wer den Weg zur San-Marco-Hütte hinauf im Frühsommer geht, kann unterwegs reiche Vorkommen des Frauenschuh in den Kiefernwäldern und Latschen finden, im Hochsommer erkennt nur noch der Kundige die Samenstände der prächtigen Orchidee.
Nachts geht ein gewaltiges Gewitter herunter, doch der Morgen ist blau und klar. Im Tal sammelt sich der nachts gefallene Niederschlag bereits in kleinen Wolkenfetzen, die zusehends in die Höhe wachsen, dennoch wollen wir den Gipfelsturm wagen.
Von der Forcella Piccola führt der Pfad über Wiesengelände und Schuttkare an eine abweisende Felsflanke heran, die auf schmalen Felsbändern und Schrofen erstaunlich einfach ersteigbar ist. Der Ausstieg der Barriere geleitet auf die ersten Platten, die dann rasch zum Beginn der "Laste" führen.
Doch nun zeigt uns der König erst einmal die Zähne: Blankeis macht die Schlüsselstelle, einen drahtseilgesicherten Kamin, unpassierbar.
Nach kurzer Suche finden wir rechts einen äußerst exponierten kleinen Felsbalkon, der in die gähnenden Abgründe der Westflanke hinausragt und dann über Schrofengelände den Zugang zum Gipfelgrat ermöglicht.
Am Gipfel ist von der Aussicht bis an die Adria nichts zu sehen; der Blick verliert sich hinter dem Kopf des Tourenpartners im Nebel. Dessen Haare stehen zu Berge. Wir sitzen auf dem höchsten Punkt in einer Gewitterwolke.
Nichts wie runter, wieder über den luftigen Balkon, der abwärts noch etwas unangenehmer ist, und dann im Laufschritt die Laste hinunter, noch immer mit dem seltsamen Knistern in den Haaren. Drüben am Pelmo kracht es schon.
Just an der Türschwelle der Galassi-Hütte zucken die Blitze um uns herum, und der Himmel öffnet seine Schleusen. Antelao, du grimmiger König, hast uns nochmal davonkommen lassen.
Am Morgen ist der Himmel wieder blau und friedlich, diesmal hält das Wetter den ganzen Tag. Über den Dolomiten-Höhenweg Nr. 5 führt die Etappe hinüber zum Rifugio Antelao oberhalb von Pieve di Cadore.
An den Resten des unteren Antelao-Gletschers vorbei schlängelt sich der Pfad zum Beginn des Klettersteigs, der über eine 150 Meter hohe Plattenflucht hinauf zur Forcella del Ghiacciaio führt.
Die Forcella ist ein eindrucksvoller Aussichtsplatz mit Blicken auf den nahen Antelao-Gipfel, hinüber zu den Tofanen, in die Wildnis der Marmarole und der südlichen Karnischen Alpen.
Auf der Scharte ändert sich das Landschaftsbild. Die grünen, waldreichen Täler des Cadore mit den Seen in der Tiefe, die Heimat des Tizian im Licht des Südens. Dahinter türmen sich die zackenreichen Bergkämme des Bosconero und der südlichen Karnischen Alpen auf.
Die Antelao-Hütte ist nah. Auf der Karte sieht die letzte Tourenetappe um den Antelao herum nach San Vito gar nicht so weit aus. Doch das stetige Auf und Ab über Pässe, durch tief eingeschnittene Kerbtäler, über dicht bewaldete Bergrücken und durch geröllreiche Bachläufe macht dieses Tagespensum zu einer langwierigen und sehr anstrengenden Sache.
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Im letzten Anstieg zum Bosco Nuovo, am Westfuß des Antelao, hat eine große Mure den Weg weggerissen. Doch es hilft nichts: Wir müssen da durch. Nach der Querung der sandigen Steilhänge folgt noch ein Gleichgewichtstraining durch die Latschen, bevor wir wieder auf den Weg stoßen.
Der Kampf gegen die Legion borstiger Gummiarme hat uns die letzten Kräfte geraubt und so schwanken wir benommen hinab nach San Vito.
Text und Fotos: Marco Klüber
Aus ALPIN 01/09
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| Tourenname | Schwierigkeit | Beschreibung |
|---|---|---|
| Idyllische Wanderung über die größte Hochalm Europas... | ||
| Sehr eindrucksvolle Wanderung zu den Kronjuwelen der Dolomiten... | ||
| mittel | Ein eher ungewöhnlicher Anstieg zum Piz Boè beginnt am Sellajoch... | |
| Genussvolle und Kräfte schonende Rundtour... | ||
| Abenteuergeladene Tour durch ein einzigartiges Felslabyrinth... | ||
| Lange, aber prächtige Tour auf einem Panorama-Höhenweg... |
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