Auf der Rückseite der Zugspitze teilt auf nahezu 1000 Höhenmetern eine mächtige Felskante die wilden Gemäuer links und rechts der Wetterspitze. Ein schönes Abenteuer für alpin ambitionierte Kletterer.

Wetterstein – Gebirge der Superlative. Wo ein Zug auf Deutschlands Spitze fährt, herrscht meistens Hochbetrieb. Und doch warten unweit in der stillen Hochgebirgslandschaft einsame Plätze für freiheitsliebende Abenteurer. Vor allem in der Vertikalen. Von der Westseite betrachtet, bleibt der Blick an einer markanten Linie haften. Wie eine wellenförmige Klinge teilt die berühmte Wetterkante die Felsmasse zwischen Zugspitzeck und Wetterwand.

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Eine Verlockung für Alpinisten, die einen Kletter- und Abstiegsmarathon genauso wenig scheuen wie den vom Kletterführer angepriesenen "abwechslungsreichen Fels, von alpin und brüchig bis ausgesetzt und fest". Trotz ihrer moderaten Schwierigkeit zählt sie bis heute zu den Touren, die Ehrfurcht gebieten.

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Nur noch etwas über leichtes Schrofengelände, dann ist der Wandfuß erreicht.

| © Georg Pollinger

Im Halbdunkel der frühen Morgenstunden geht es weglos durch Schutt- und Schrofenhänge, danach 200 Meter frei kletternd bis zum Einstiegsbohrhaken. Bereits im Zustieg trennt sich die Spreu vom Weizen. Danach wartet ein wunderbares Kletterabenteuer im schier endlosen Meer aus grauem Wettersteinkalk.

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Damit der alpine Traum nicht zum Albtraum wird, sind alpine Erfahrung sowie guter Orientierungssinn wichtiger als das reine Kletterkönnen. Eine echte Felsfahrt, die von den kühnen Gebrüdern Haff bereits im Jahre 1908 erschlossen wurde. Dieser Klassiker sollte im Tourenbuch eines ambitionierten Alpinisten nicht fehlen.

Die Tour - Südl. Wetterspitze, 2747 m, SW-Kante Wetterkante

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Die Wetterkante ist stellenweise ganz schön exponiert.

| © Georg Pollinger

Schwierigkeit: Klettertour, mittel

Dauer: 8 – 12 Stunden

Höhenmeter: 1650 Hm

Der Wetterkante wartet mit Schwierigkeiten bis V– auf, überwiegend ist es alpine Kletterei im III. – IV. Grad in ausgesetztem Gelände. Dieser Klassiker sollte im Tourenbuch eines ambitionierten Kletterers nicht fehlen.

Talort: Ehrwald, 994 m.

Ausgangspunkt: Talstation Ehrwalder Almbahn, 1100 m.

Beste Zeit: August und September.

Route: Von der Talstation der Ehrwalder Almbahn (1110 m) auf der Fahrstraße, bald links auf einem Schotterweg zu einem Bergrücken hinauf, wo ein schmaler Pfad durch Wald und schließlich über Schuttreisen bis unter die Wand führt. 

Der Südwestkante (Wetterkante) folgend in geschwungener Linie auf die Südliche Wetterspitze (2747 m) klettern. Nordseitig einmal abseilen, kurz zum Zugspitzplatt absteigen und den kurzen Gegenanstieg zur Bahn hinauf. Alternativ über die Knorrhütte und das Gatterl zum Ausgangspunkt zurück, 3 ½ Std.

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Übersichtskarte (Klicken Sie auf die Karte für eine Großansicht.)

| © alpin.de

ALPIN-Info: Klassiker Im Wetterstein

Info: Tourismusbüro Ehrwald, Kirchplatz 1, A-6632 Ehrwald, Tel. +43 5673 20000208, zugspitzarena.com

Anreise: Mit dem Auto über A 95 Richtung Garmisch-Partenkirchen, weiter auf B 23 in Richtung Fernpass/ Reutte bis Ehrwald, links abbiegen zum Parkplatz der Ehrwalder Almbahn (1100 m). Mit der Bahn nach Ehrwald und mit dem Bus zur Ehrwalder Almbahn.

Bergbahnen: Bayerische Zugspitzbahn, zugspitze.de und Tiroler Zugspitzbahn, zugspitze.at

Ausgangspunkt: Talstation der Ehrwalder Almbahn (1100 m).

Hütte: Knorrhütte, 2051 m, DAV-Sektion München, Judith Hindelang & Thomas Knestel, Tel. +49 151 14443496, bewirtschaftet Ende Mai bis Anfang Oktober, knorrhuette.de

Ausrüstung: 60-m-Doppelseil (für den Abstieg aufs Zugspitzplatt), ein Satz Stopper, mittlere Friends, Bandschlingen, 6 – 7 Expressen.

Bergführer: Bergprofi Ehrwald, Zugspitzstraße 6, A-6632 Ehrwald, Tel. +43 5673 2686, bergprofi.com

Literatur: Adi Stocker: Longlines – Die ganz großen Klettereien der Nördlichen Kalkalpen, Panico Alpinverlag, 2014.

Karte: AV-Karte, 1: 25 000, Blatt 4/2, Wetterstein- und Mieminger Gebirge, Mittleres Blatt.

Text von Klara Palme

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