Was ist ein CSR-Bericht? Alexandra Letts, Nachhaltigkeits-Managerin der Oberalp Group, erklärt, was es damit auf sich hat.

Was ist ein CSR-Bericht und warum wird er gemacht?

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Der Bericht ist eine Zusammenfassung der Nachhaltigkeitserfolge einer Firma innerhalb eines Jahres. Er bezieht sich auf die Ziele, die sich die Firma in Bezug auf Nachhaltigkeit gesetzt hat und was sie dementsprechend erreicht hat.

Aufmacherseite aus dem EXTRA in ALPIN 08/2019.

| © www.alpin.de

Also „gesunde“ Arbeitsbedingungen eurer Zulieferer und „grüne“ Materialien werden unter die Lupe genommen?

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Die Standardthemen eines CSR-Berichts sind die sozialen Bedingungen, unter der Fabriken Produkte herstellen und die Natur, die möglichst wenig belastet werden sollte. Manche Firmen konzentrieren sich bei ihrem CSR-Bericht mehr auf die Natur und manche mehr auf die Produktionsbedingungen. Für uns sind beide Themen sehr wichtig.

Die Oberalp Group, zu der auch Salewa, Dynafit und Wild Country gehören, liefert einen umfangreichen CSR-Bericht ab. Tun das alle Outdoor-Firmen?

Nein, CSR-Bericht Erstattung ist nicht gesetzlich erforderlich, Laut EU-Regelung sind Firmen ab 500 Mitarbeitern, oder die, die an der Börse notiert sind verpflichtet, einen CSR-Bericht abzuliefern. Viele Outdoorfirmen in Europa sind deutlich kleiner und somit nicht gezwungen, den Bericht zu erstellen. Das machen nur Firmen, die auch Wert auf ihren „grünen“ Ruf legen und ihre Erfolge in diesem Bereich den Konsumenten mitteilen wollen. 

Andere Firmen nutzen andere Wege z.B. durch Nachrichten auf den eigenen Internetseiten oder Pressemitteilungen, um ihre Erfolge in Bezug auf Nachhaltigkeit zu kommunizieren. Die Berichte werden nicht von Dritten geprüft, aber bei der Oberalp Group schauen die Familie und der CEO nochmal ganz genau drüber. Als Familienunternehmen ist es der Firma ein Anliegen, dass die von der Oberalp Group angestrebten Nachhaltigkeitsziele auch im CSR-Bericht widergespiegelt werden.

Alexandra Letts achtet bei den Produkten von Salewa, Dynafit und Wild Country auf eine nachhaltige Herstellung unter fairen Arbeitsbedingungen.

| © Alexandra Letts

Was passiert mit den Berichten, macht ihr ihn für den Kunden einsehbar?

Der Bericht ist ein Prozess, den man in eine, für den Kunden lesbare, Form bringen muss. Die vielen Informationen müssen transparent und anschaulich transportiert werden. Das ist nicht leicht bei der Fülle an Daten und Fakten. Für uns ist der Bericht ein Werkzeug, dass wir innerhalb unseres Unternehmens und auch an Außenstehende kommunizieren, um ihn bestmöglich zu nutzen.

Prüft ihr eure Produktionsfirmen im Ausland, ob auch alles gerecht, fair und „grün“ zugeht?

Über 30 Seiten alles zum Thema Nachhaltigkeit und Bergsport: unser EXTRA in ALPIN 08/2019.

| © ALPIN

Ja, absolut. Ein Großteil unserer Produkte wird in Asien hergestellt und wir haben sehr strikte Standards, was die Arbeitsbedingungen betrifft, deren Einhaltung wir auch regelmäßig überprüfen lassen. Unser wichtigster Partner bei dieser Kontrolle ist die Fair Wear Foundation, eine unabhängige Organisation aus Holland. Wir haben darüber hinaus auch unsere eigenen Qualitäts-Controller, die ständig in den Fabriken sind und der Oberalp Group Bericht erstatten. Wenn wir dann feststellen, dass es Mängel gibt, werden diese sofort behoben. 

Aber auch die Kooperation und Kommunikation mit anderen Marken, die in Asien produzieren, ist essentiell. Denn das Nachhaltigkeitsthema ist ein geteiltes Thema. Wir alle müssen uns dieser Herausforderung stellen. Wir alle müssen sicherstellen, dass Produkte nachhaltig hergestellt sind. Da muss man auch bereit sein, faire Löhne zu zahlen, eine gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen, Kinderarbeit auszuschließen und so weiter...

Outdoorfirmen, die in Asien produzieren, sind meist „kleine Fische“, das heißt wir müssen uns zusammenschließen, um etwas zu bewegen. Nur wenn wir alle an einem Strang zeihen, lassen sich Verbesserungen erreichen.

Einer allein hat keine Macht, wir müssen zusammenhalten. Hast du einen Wunsch für die Zukunft?

Das Bewussstsein, dass „Contribute“ wirklich ernst gemeint ist. Wenn wir glauben, dass eine Plastiktüte am Berg nichts ausmacht, sind wir am falschen Ort. Alles und jeder Schritt zählt.

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