Hagen Sommer, Geschäftsführer vom DAV Summit Club zum Thema CO²-Kompensationen bei Flugreisen und bewusstes Reisen.

Klimakompensation bei Fernreisen – ein Thema beim DAV Summit Club?

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"Ein großes Thema. Wir haben eine Roadmap für 2020 herausgegeben, die eine 100% CO²-Kompensation ab dem nächsten Jahr vorsieht, ohne die Reisepreise zu erhöhen. Das erreichen wir aber nur gemeinsam mit dem DAV als Muttergesellschaft und atmosfair als Projektpartner. Heißt konkret: Für jeden Euro, den der Kunde an den Klimaschutz spendet, legt der DAV einen drauf und der Summit Club ergänzt um den verbleibenden Betrag, bis der Flug vollständig kompensiert ist. Das ist ein sehr ambitioniertes Ziel und dabei geht es um richtig viel Geld. Aber wir wollen uns der Verantwortung nicht entziehen. Schlussendlich geht es auch um verantwortliches Handeln im Sinne des Leitbildes des Deutschen Alpenvereins."

Aufmacherseite aus dem EXTRA in ALPIN 08/2019.

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Und im Moment?

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Hagen Sommer, Geschäftsführer des DAV Summit Club.

"Derzeit kompensieren wir etwa 10% des CO²-Ausstosses bei Fernreisen. 5% kompensieren die Kunden, die ihren 30 Euro DAV-Mitgliedsrabatt spenden, die anderen 5% legt der DAV drauf. Da den Kunden dadurch kein direkter Nachteil entsteht, ist die Spendenbereitschaft ziemlich hoch. Dennoch ist es in unserer Buchungsstrecke bisher nur möglich diese 30 Euro pauschal zu spenden. Darüber hinaus können die Kunden natürlich privat über die einschlägigen Portale selbst kompensieren. 

Darauf weisen wir auch hin. Da ist aber noch viel mehr drin. Ab der Saison 2020 werden wir, wie gesagt, alle Flüge zu 100% kompensieren. Wir als Entscheidungsträger in der Branche müssen dem Gesetzgeber signalisieren, dass wir bereit sind, uns der Verantwortung zu stellen. Lobbyarbeit gegen den Klimaschutz ist kontraproduktiv, weil die Natur Teil unseres Produktes ist. Eine CO²-Steuer kann sinnvoll sein, jedoch nur wenn die Einnahmen zweckgebunden und in voller Höhe in den Klimaschutz und entsprechende Innovationen investiert werden."

Wie kann man das erreichen?

Über 30 Seiten alles zum Thema Nachhaltigkeit und Bergsport: unser EXTRA in ALPIN 08/2019.

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"Wir müssen wieder bewusster konsumieren. Das betrifft auch das Reisen. Das Problem dabei ist nicht die mehrwöchige Reise oder eine Expedition, auf die man sich Jahre vorbereitet hat, sondern die Tendenz zu mehreren Kurzreisen und Städtetrips im Jahr. Wenn ich mich jetzt an der eigenen Nase packe und mal wirklich hinterfrage, ob ich in den letzten Jahren alle meine privaten Urlaubsreisen, sei es nun mit dem Pkw, der Bahn oder mit dem Flieger zu 100% kompensiert habe, dann komme ich sicher zu dem Ergebnis: Nein, habe ich nicht. 

Das hat unterschiedliche Gründe. Zum einem liegt das bestimmt auch daran, dass man Zeit und Geld investieren muss. So etwas schiebt man ja gerne mal vor sicher her. Und zum anderen muss man ein Bewusstsein für die Thematik entwickeln und sich mit der Materie beschäftigen, was auch wieder Zeit erfordert. Wir, als Reiseveranstalter, können Anreize schaffen, unsere Buchungsprozesse optimieren und den Kunden draufhinweisen, dass es schön wäre, wenn er seine Verantwortung wahrnimmt.

Aber wir können ihn damit nicht allein lassen. Daher würden wir uns vom Gesetzgeber auch konkrete gesetzliche Rahmenbedingungen wünschen. Wenn wir uns alle für ein bewusstes Leben und Konsum entscheiden, wird ein qualitativ hochwertiger Veranstalter von bewussten Reisen, wie der Summit Club, auch nicht unter einem Rückgang von Buchungen leiden."

Weg von den Flugreisen – wie verhält sich das im Alpenraum?

"Zunächst ist es mir ganz wichtig zu sagen, dass nur ? unserer Angebote Flugreisen sind. Der Summit Club ist kein reiner Flugreiseveranstalter, wie sich das vielleicht bisher angehört hat. ? unserer Angebote finden im Alpenraum mit Eigenanreise statt. Gut die Hälfte unseres Umsatzes generieren wir im Alpenraum. In jeder Kundeninformation ist die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmittelen wie der Bahn und dem Bus als präferierte Möglichkeit dargestellt. 

Wir sagen den Kunden auch genau, wie das geht. Die Anreise mit Bus und Bahn klappt mal besser und mal schlechter, das liegt auch an den jeweiligen Startpunkten der Tour. Darüber hinaus rufen wir zu Fahrgemeinschaften auf. Heißt konkret, wir fragen bei den Buchungen nach, ob die Person einverstanden ist, dass wir gewisse Kontaktinformationen an andere Reiseteilnehmer weitergeben, um Fahrgemeinschaften bilden zu können.

Das sind die beiden Säulen auf denen wir momentan im Alpenbereich agieren. Einmal die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Wunsch das auch deutlich auszubauen. Und eben den Aufruf Fahrgemeinschaften zu bilden, was im Übrigen auch ganz wunderbar angenommen wird."

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