Produkte sind das eine, doch wie engagieren sich Outdoor-Hersteller rund um den heimischen Standort oder die eigene Firmenzentrale?

Gute und vor allem nachhaltige Produkte zu liefern, ist in der Outdoor-Branche mittlerweile Pflicht. Die Kür hingegen sind alle Aktivitäten, die die Hersteller unter dem Begriff CSR bündeln, Corporate Social Responsibility: unternehmerische Sozialverantwortung. 

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© Oberalp/ Günther Pichler

Dieses Schlagwort beinhaltet unter anderem ein optimiertes Energiemanagement, effiziente Gebäude, Produktion und Mitarbeiter zu erhalten, Fragender Ver- und Entsorgung, Minimierung von Schadstoffen, sich am eigenen Standort für Umweltthemen zu engagieren – kurz: CSR meint die Anstrengung, nachhaltige Prozesse dauerhaft in den Betriebsalltag zu integrieren.

Gutes Betriebsklima

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© Oberalp/Günther Pichler

Im eigenen autarken Gebäude in Bozen, das zu 90% Firmen aus der Region errichtet haben, produziert Salewa mehr Photovoltaikstrom als das Unternehmen verbraucht. Aber nicht nur dafür erhielt die Marke den Klimahaus- Award. Berücksichtigt wurden auch soziale Beiträge wie die hauseigene Kinder-Tagesstätte, die eigene Kletterhalle und der 3000 m² große Garten, der von 15 Flüchtlingen betreut wird. Zudem gibt es in jedem Stockwerk einen Mitarbeiter, der für die Einhaltung der Verhaltensregeln wie minimalen Energieverbrauch und Verzicht auf Plastikflaschen achtet. salewa.com/de-de/sozial-und-umweltverantwortung

Nicht kaufen!

© Messe Friedrichshafen/ Silke Magino

Patagonia ist der Pionier schlechthin in Sachen Umweltschutz und soziales Engagement in der Outdoor-Branche. Unter anderem waren die US-Amerikaner dort die ersten bluesign-Partner. Patagonia forciert die Langlebigkeit ihrer Produkte nicht nur mit ihrem weltweiten Reparaturservice, sondern auch mit der provokanten Anti-Konsum-Kampagne: „Kauft diese Jacke nicht.“ Entsprechend ausgerichtet ist auch die Firmenzentrale in Ventura. So erhalten Mitarbeiter zwei Dollar pro Arbeitsfahrt, die nicht mit dem Auto, sondern per Rad, Skateboard oder ÖPNV zurückgelegt wird. Die Solaranlagen auf den Gebäuden speisen die E-Tankstellen für Autos sowie Räder und in Sachen Wasser setzt Patagonia auf undurstige Pflanzen und sparsame Duschköpfe. patagonia.com/environmentalism

© Lowa

Aufs Dach geschaut

Im oberbayerischen Jetzendorf deckt Schuhhersteller Lowa rund 16 Prozent seines jährlichen Strombedarfs über die hauseigene Photovoltaik-Anlage ab, die den Großteil der Firmenparkplätze überspannt, der Rest ist Öko-Strom aus Wasserkraft. Außerdem hat man die Gebäude nachgerüstet, stromsparend beleuchtet und eine E-Tankstelle installiert. Weitere Ziele sind langfristig, den Anteil regenerativer Energien zu erhöhen, die Abfallentsorgung zu optimieren, die biologische Vielfalt auf dem Firmengelände zu fördern (Nistkästen & Insektenhotels) sowie Flächen zu entsiegeln (Dachbegrünung) und insgesamt das Naturschutzengagement zu verstärken. lowa.de

Digitale Zukunft

Nicht nur die Sendung der Ware aus Asien in die schwedische Heimat verläuft bei Haglöfs weitestgehend auf See und Schienen, auch die tägliche Logistik ist auf Emissionsreduktion ausgerichtet: Wenn möglich werden die persönlichen Meetings durch digitale Besprechunge ersetzt. Für die Geschäftsreisen gibt es strenge Richtlinien (Zug statt Pkw oder Flugzeug) sowie CO2-Grenzwerte für Firmenwägen und die anfallenden Emissionen werden komplett kompensiert. In allen Niederlassungen wird Bio-Obst und Fair-Trade-Kaffee bereitgestellt. haglofs.com/de/de-de/sustainability

Deutscher Vorreiter

© Vaude

Die schwäbische Marke Vaude ist seit Langem Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit – nicht nur in der Outdoor-Branche. Auch dafür wurde Geschäftsführerin Antje von Dewitz jüngst als „Brand Manager of the Year“ ausgezeichnet. Über die Gewinnmaximierung stellt sie eine konsequent nachhaltige und gemeinwohlorientierte Unternehmensstrategie. Mit eigenem Mobilitätskonzept (JobRäder, gratis Leih-E-Bikes, etc.), Klimakonzept (umweltzertifizierte Gebäude, Dachbegrünung), Biodiversitätsmanagement (Blühwiesen statt Parkplätze, usw.), zahlreichen Maßnahmen zur Mitarbeiter-Zufriedenheit (wie ein eigenes Kinderhaus) sowie aktiven Forschungsprojekten, z.B. zur Reduktion von Mikroplastikmaterial. nachhaltigkeitsbericht.vaude.com

© Löffler

Fix & fertig

Die Marke Löffler ist ein Unikum im Outdoor-Markt, denn am Firmenstandort in Ried im Innkreis entwickelt sie nicht nur ihre Produkte, sie fertigt sie auch dort – inklusive eines Großteils der Stoffe. Klar, dass die Arbeitsbedingungen hier fair sind und keine unerlaubten Chemikalien verwendet werden. Stattdessen berät man sich mit den vielen weiblichen Mitarbeiterinnen, um ihnen durch individuelle Zeitmodelle zu helfen, Beruf und Familie zu vereinen. Außerdem sucht man nach optimalen Lösungen für die Reststoffe: damit und mit den Kartons basteln Kinder in Schulen und Kindergärten des Ortes. Und seit die Firma mit Geothermie heizt, spart man jährlich 40.000 Liter Öl! loeffler.at

Insektenhotels & Erdgastaxis

Die hessische Marke Jack Wolfskin wird nicht nur bis 2019 ihre gesamte Bekleidungskollektion frei von Fluorchemie haben, sondern bietet auch deutschlandweit in den Stores und Online einen 100% PFC-freien Impra¨gnierservice an. Die Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz beziehen ausschließlich Ökostrom und der Taxipartner an der Firmenzentrale fährt auf Wunsch der Marke Erdgasfahrzeuge. Zudem hat man auf dem eigenen Firmengelände eine Wildblumenwiese angelegt samt Insektenhotels, Nist- und Bruthilfen sowie Vogeltränken und -bäder. jack-wolfskin.de/corporate-responsibility.html

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