Fin Jacket, Weasel Hoody, Fang Jacket - Hybrid-Softshells haben bei Haglöfs eine lange Tradition. Das Hector Jacket ist der neueste Streich der Schweden in dieser Kategorie. Wir haben die Premium-Softshell sechs Monate getestet.

Material & Verarbeitung

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Bei der Hector setzt Hagölfs auf einen bewährten Materialmix: Im Front- und Schulterbereich sowie der Oberseite der Ärmel kommt das absolut winddichte Laminat Windstopper Softshell von Gore zum Einsatz, der Rest der Jacke ist aus Flexable gefertigt, Haglöfs eigenem, extrem elastischen Double Weave -Softshellgewebe. Im Vergleich zu den Vorgänger-Modellen der Hybrid-Jacke fällt auf, dass der Anteil von Windstopper deutlich reduziert wurde. Das bedeutet: weniger Windschutz, aber umso mehr "Atmunsaktivtät". Was die Verarbeitung anbelangt, gibt es nichts zu mäkeln. Während des mehrmonatigen Testzeitraums hat sich jedenfalls keine einzige Naht oder ähnliches gelöst.

"Athletisch" geschnitten: Das Hector Jacket von Haglöfs.

| © Wolfgang Dengler

Passform

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Die Hector fällt typisch skandinavisch aus, ist also lang und schmal geschnitten. Bei einer Körpergröße von 1,80m und "breiter Brust" muss man daher schon zu Large greifen, damit die Jacke gut passt. Mehr als ein dünnes Fleece bekommt man dann allerdings auch nicht darunter.

Ausstattung

Fummelig: Der RV lässt sich - mit einer Hand - nur sehr schwer schließen.

| © Wolfgang Dengler

"A minimalist softshell with essential features", soll die 430 Gramm schwere Hybrid-Jacke laut Hersteller Haglöfs sein. Und in der Tat wurde bei der Hector auf unnötigen Schnickschnack weitestgehend verzichtet. Man kann darüber diskutieren , ob es tatsächlich einen extra Riemen braucht, mit dem die zusammengerollte Kapuze im Bedarfsfall fixiert werden kann. Aber das wäre ein Stück weit Haarspalterei. Und wer sich daran stört, kann sich mit Hilfe einer Schere des "Problems" schnell entledigen.

Alle anderen Features machen Sinn: per Kordelzug einstellbarer Jackensaum, verstellbare, helmkompatible Kapuze mit großem, drahtverstärkten Schirm, hoher Kragen (sehr gut!), zwei RV-Napoleontaschen mit Netzfutter (groß genug für DAV-Karten). Der Ärmelsaum ist per Reißverschluss erweiterbar. Während das Schließen problemlos mit einer Hand funktioniert, wird das Öffnen zur Geduldsprobe, bei der in der Regel voller Körpereinsatz gefragt ist. Spätestens nach der dritten Verrenkung wünscht man sich den guten alten Velcro-Verschluss zurück.

Trage- und Klimakomfort

Durchzug: Über die beiden mit Netfutter hinterlegten Napoleontaschen kann etwas Dampf "abgelassen" werden.

| © Wolfgang Dengler

Von der Hütte bis zum Gipfel und wieder zurück - und das alles nur mit bzw. in einer Jacke. Wenn die Bedingungen stimmen, kann die Hector diese eine Jacke sein, die man während einer Tour stets anbehält. Dank des hohen Elasthananteils und des guten Schnittes ist die Bewegungsfreiheit ausgezeichnet, nichts spannt oder engt ein - auch beim Klettern nicht. Und der dosierte Einsatz des eher mäßig wasserdampfdurchlässigen Windstopper-Laminats sorgt dafür, dass man nicht gleich überhitzt, wenn es ordentlich zur Sache geht. Last but not least sorgen die beiden Napoleontaschen für etwas Luftaustausch, wobei die Betonung hier klar auf "etwas" liegt.

Wetterschutz

Die Kapuze ist groß genug, um über einen Kletterhelm getragen werden zu können.

| © Wolfgang Dengler

Einen dicken Pluspunkt gibt es für den hoch abschließenden Kragen, der auch dann sehr guten Schutz vor Wind bietet, wenn man die Kapuze nicht aufgesetzt hat. Ansonsten ist der Wind- und Wetterschutz für eine Softshell - im postiven Sinne - absolut ausreichend. Fängt es heftig an zu blasen, zu regnen oder zu schneien, zieht man sich eine Hardshell drüber, die man genau aus diesem Grund im Rucksack mit dabei hat.

Fazit

Ungefütterte Softshelljacke für (hoch)alpine Unternehmungen mit sehr guter Balance aus Wetterschutz, Tragekomfort, Gewicht und Ausstattung. Abzüge gibt es für die umständliche Ärmelverstellung sowie den recht stolzen Verkaufspreis von 270€.

Text von Wolfgang Dengler

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