Leichte Hochtourengurte haben interessante Features. Wir haben sieben verschiedene Modelle verglichen. Dabei gibt es nicht nur beim Gewicht große Unterschiede.

Beim Abfahren mit Ski eine Abseilstelle? Auf dem Gletscher angeseilt laufen? Es gibt viele Situationen auf Hochtouren, bei denen man einen Klettergurt benötigt.

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Jedoch nicht einen dieser klobigen, schweren Sportklettergurte, die den halben Rucksack ausfüllen und während der Tour mit Ski- oder Bergschuhen kaum angezogen werden können.

Test leichte Gurte

Leichte Gurte - Perfekt für Abseilstellen auf Skitouren.

| © Birgit Gelder

Die Lösung stellen superleichte Hochtourengurte dar, die mit einem niedrigen Gewicht und einem meist geringen Packmaß praktisch in jeden Rucksack hineinzuquetschen sind. Auf Tour bieten sich durch einen Hochtourengurt komplett neue Möglichkeiten.

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Dieser kann durch sein praktisches Anlegesystem relativ einfach jederzeit an- und abgelegt werden: Die Beinschlaufen werden durch Clips an der Hüftschlaufe befestigt; das Ende des Hüftbands wird durch die Anseilschlaufe gefädelt, um diese an der Hüftschlaufe zu fixieren.

Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass das Hüftband durch die Schnalle richtig festgezogen wird.

Test leichte Gurte

Schließen zum Rückfädeln sind schwierig in der Bedienung.

| © Birgit Gelder

Hierbei gibt es zwei Arten von Schnallen. Erstens die von Black Diamond und Petzl verwendete Slide-block-Schnallen-Technologie (wie bei gewöhnlichen Sportklettergurten). Diese Schnallen sind leicht handlebar (auch mit Handschuhen gut möglich) und lassen sich zumindest beim Modell von Petzl leicht zuziehen.

Das Problem beim Modell von Black Diamond ist, dass sich das Hüftband nach dem Rückfädeln der Schnalle nicht nachziehen lässt.

Die anderen Modelle besitzen eine Fädel-Schnalle, bei der das Hüftband durch die Schnalle gefädelt wird und anschließend durch dieselbige wieder zurückgeführt werden muss (5 cm überstehend), um die nötige Sicherheit durch Reibung zu erzeugen.

Durch das versteifte Ende des Hüfbandes wird das Durchfädeln erleichtert, vom Handling ist es trotzdem nicht mit einer Slide-block-Schnalle zu vergleichen. Vor allem das Zurückführen des Hüftbands mit Handschuhen ist ein ziemliches Gepfriemel.

Am leichtesten funktioniert diese Variante noch bei Edelrid und Climbing Technology, da dort das Hüftband am besten versteift ist und sich so leichter durch die Schnalle zurückführen lässt.

Test leichte Gurte

Funktioniert mit Rucksack: minimalistische Materialschlaufen.

| © Birgit Gelder

Schon beim Einpacken des Gurtes in den Rucksack oder in den Packsack sollte man darauf achten, dass der Gurt und alle Schnallen geöffnet sind; das heißt die Clips der Beinschlaufen geöffnet und das Hüftband nicht durch die Schnalle geführt. Dies ermöglicht, beim Anlegen die Übersicht zu bewahren.

Eine weitere Erleichterung beim Anlegen des Gurtes sind kontrastierende Farben des Hüftbandes, der Beinschlaufen und der Anseilschlaufe wie zum Beispiel bei Climbing Technology oder Black Diamond.

Bei Modellen, wo dies nicht der Fall ist (z. B. Rock Empire), dauert es länger, sich zurechtzufinden und den Gurt richtig anzulegen.

Minimalistische Ausstattung

Bei der Ausstattung der Gurte lassen sich keine großen Differenzen aufzeigen. Zwei Materialschlaufen sind gängig, nur Rock Empire setzt lediglich auf eine, während Petzl vier in den Gurt integrierte Materialschlaufen hat.

Bis auf Rock Empire bietet jeder Gurt zwei Halterungen für Eisschrauben, an denen die Schrauben fixiert werden können, um die Bekleidung nicht zu beschädigen und unnötiges Gebaumel der Eisschrauben zu verhindern.

Test leichte Gurte

Gipfelglück mit Gurt und Rucksack.

| © Birgit Gelder

Die Materialschlaufen beeinflussen auch das Tragen eines Rucksacks und bieten dadurch eventuell verringerten Komfort. Climbing Technology verursacht mit seinen robusten Materialschlaufen beim Tragen eines Rucksacks am meisten Probleme.

Ähnlich ist es beim Modell von Edelrid. Durch die in den Gurt integrierten Materialschlaufen bei Petzl oder die einzige Materialschlaufe bei Rock Empire stört das Tragen eines Rucksacks (Hüftgurt!) bei diesen überhaupt nicht.

Das Ultraleicht-Gurtmodell von Camp (100 Gramm!) spielt vom Gewicht her in einer eigenen Liga. Dafür bietet der Gurt nur Platz für zwei Karabiner und kann nicht einfach im Gelände angelegt werden, da die Beinschlaufen nicht verstellbar sind und keine Clips besitzen, um sie vom Hüftband lösen zu können.

Die anderen Gurte bewegen sich von Leichtgewichten mit 150 Gramm (Rock Empire) oder 170 Gramm (Petzl) bis zu den schwereren Modellen von Black Diamond (240 Gramm) oder Edelrid (255 Gramm). Dieses Gewicht spiegelt sich auch im Hängekomfort der Gurte wider.

Bei schwereren Gurten kann der Hersteller mehr Polsterung und breiteres Gurtband verwenden (Edelrid, Black Diamond), was sich positiv auf den Hängekomfort auswirkt.

Bei leichteren Modellen wird keine Polsterung verwendet, worunter der Komfort spürbar leidet. Für ein langes Im-Gurt-Hängen sind diese Modelle aber nicht gemacht. Je nach Anwendungsbereich und Dauer der Benutzung kann also abgewogen werden, welcher Gurt sich empfiehlt.

Für kurze Einsatzdauer, wie zum Beispiel eine kurze Abseilstelle bei einer Skiabfahrt, spielt der Hängekomfort keine große Rolle. Auch bei längeren Gletschertouren steht der Komfort nicht im Vordergrund, da muss der Gurt mit dem Rucksack funktionieren, ein geringes Gewicht ist von Vorteil.

Der Preis erhöht sich durch die zusätzlichen Polsterungen nicht. So liegen nahezu alle Gurte im Bereich von 60 bis 65 Euro. Rock Empire bietet mit 37 Euro das mit Abstand preiswerteste Modell an, während der teuerste Gurt der von Petzl mit fast 75 Euro ist.

Hier findet Ihr unseren Produkttest mit Allround-Gurten.

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