Reibende Socken auf Skitouren machen den schönsten Tag zur Hölle. Ergebnis: Man macht nur mehr hin und wieder eine Tour, weil es einfach nicht klappen will mit den blasenfreien Touren.

Vielleicht liegt es ja tatsächlich an den Socken, die Sie benutzen. In wohl keiner anderen alpinen Spielart hat die Socke eine derart wichtige Rolle wie bei Skitouren. Bergschuhe sind flexibler als Skitourenschuhe, außerdem "atmen" sie besser und der Fuß wird nicht so feucht.

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Damit sinkt auch das Risiko, Blasen zu bekommen. Ein feuchter Fuß ist weich und ein weicher Fuß bekommt schneller Blasen.

Eisklettern: Für beheizbare Socken ein guter Einsatzbereich.

| © Birgit Gelder

Was also tun? Zuallererst muss man versuchen, den Fuß so gut wie möglich atmen zu lassen. Das geht auch in einem Skitourenschuh. Dazu den Schuh oben nicht so gut wie möglich abdichten, sondern die Hose nur so (locker) drüberziehen, dass es aus dem Schuh auch rausdampfen kann.

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Und dann sind wir auch schon bei den Socken. Wer besonders stark schwitzt, sollte auf jeden Fall darauf achten, Socken mit einem hohen Wollanteil zu wählen.

Lange Tage, viele Höhenmeter: Hoffentlich ist die richtige Socke am Fuß!

| © Under Pressure

Die nehmen viel Feuchtigkeit auf und bilden somit einen guten Puffer. Es gibt auch Leute, die auf langen Touren ihre Socken wechseln. Wenn das zu dem gewünschten Ergebnis führt, auch gut!

Auf jeden Fall sollte man sich mal der modernen Ski(touren)socke nähern. Denn Omas Stricksocken mit Zopf sind out, so schön sie auch sein mögen. Und auch wenn es noch Leute gibt, die darauf schwören: Man trägt in den allermeisten Fällen keine

Auf jeden Fall sollte man sich mal der modernen Ski(touren)socke nähern. Denn Omas Stricksocken mit Zopf sind out, so schön sie auch sein mögen. Und auch wenn es noch Leute gibt, die darauf schwören: Man trägt in den allermeisten Fällen keine zwei Socken mehr übereinander.

Das kann man tun, wenn man Volumen vernichten möchte (Schuh zu groß / zu weit) oder wenn es ganz besonders kalt werden soll. In der Regel ist das aber nicht nötig und eher kontraproduktiv.

Wir haben in der Tabelle drei Arten von Socken unterschieden: klassische Funktionssocken, Kompressionssocken und Heizsocken. Fangen wir mal bei den klassischen Socken an. Die gibt es als reine Kunstfasersocken (z. B. Lurbel) mit einer feinen Frottee-ähnlichen Innenseite.

Gerade für Menschen, die schnell kalte Füße bekommen eignen sich beheizbare Socken ganz besonders.

| © picture alliance/APA/picturedesk.com

Die Socke vermittelt ein sehr angenehmes Gefühl am Fuß und ist recht warm. Alle anderen Hersteller in der Kategorie spielen mit mehr oder weniger viel Wolle. Sehr technisch ist die Version von Therm-ic, die innen und außen verschiedene Materialien verwenden.

Das macht von der Anforderung her absolut Sinn. Wichtig bei allen Funktionssocken: Sie müssen passen. Wer am Größensprung liegt, sollte auf jeden Fall die kleinere Größe wählen. Nichts ist nerviger als etwas zu große Socken, in denen man rumrutscht und die Falten werfen. Blasen sind hier garantiert.

Unsere zweite Kategorie ist etwas technischer: Kompressionssocken. Es gibt inzwischen viele, die darauf schwören. Nicht nur Tourengeher, sondern auch Skirennfahrer (die, die überhaupt Socken anhaben) und professionelle Freerider, weil die Socke wie eine zweite Haut eng am Fuß sitzt.

Am bekanntesten ist sicherlich CEP. Um die passende Größe zu finden, muss man nicht nur die Schuhgröße herausfinden, sondern auch noch das Wadenmaß.

© picture alliance

So soll garantiert sein, dass auch besonders schlanke Waden oder sehr stramme Wadln die passende Socke bekommen. Mitunter sind die CEP-Socken so eng, dass sie beim An- und Ausziehen schwierig zu handhaben sind.

Eine sehr funktionelle und bewährte Socke für Skitouren ist auch das Modell von Under Pressure. Der Fußbereich hat einen hohen Merino-Anteil, die Socke hat gut platzierte Polster und ist eng, aber nicht ganz so eng wie CEP – das Anziehen geht leichter und außerdem ist sie um einiges preiswerter.

Auch von Ortovox gibt es eine Skitourensocke im Kompressionsbereich mit einem guten Materialmix. Die Socke ist in der Kompressionswirkung irgendwo zwischen einer normalen (engen) Skisocke und einer Kompressionssocke eingeordnet.

Und dann gibt es noch die Heizsocken, besonders für verfrorene Frauenfüße. Auch wenn kalte Füße heute in Skitourenschuhen aufgrund der Thermo-Innenschuhe meist nicht mehr das Problem sind, gibt es besonders unter den weiblichen Tourengehern doch welche, die immer kalte Füße haben.

Heizsohlen waren bisher problematisch, da es hier immer galt, das Kabel zu verstauen. Bei der Heizsocke von Lenz gibt es kein Kabel. Auf der Vorderseite läuft ein etwas festerer Bereich, durch den der Strom an die Zehenkappe gelangt.

Der Akku ist dabei oben am Sockenbund angeklippt und fest verstaut. Beheizt ist nur die Zehenkappe, die Zehen sind aber auch der Bereich, der am schnellsten kalt wird.

Dieses Set-up funktioniert auch in Tourenschuhen (oder Bergschuhen) sehr gut. Dass man damit auch beim alpinen Skifahren oder am Weihnachtsmarkt gut ausgerüstet ist, liegt nahe.

Fazit

Man kann was tun gegen kalte Füße oder Blasen. Skisocken sind ein wichtiger Bestandteil in der Ausrüstung und kosten in der Regel kein Vermögen.

Wer mit Blasen Probleme hat, sollte vor allem Kompressionssocken ausprobieren, da die so eng am Fuß anliegen, dass ein Reiben zwischen Fuß und Socke fast nicht möglich ist.

Für all diejenigen, die keine Probleme mit Blasen haben, ist die Auswahl an guten und funktionellen Skitourensocken ungleich größer.

Und wer chronisch kalte Füße hat, sollte sich über die Anschaffung von Heizsocken Gedanken machen. Die Technik funktioniert, der Anschaffungspreis ist dabei aber natürlich schon deutlich höher.

Text von Olaf Perwitzschky

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4 Kommentare

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4Frankie

Nylon-Kniestrümpfe helfen manchmal auch, Blasen zu vermeiden.

dada_nyc

Ich frage deshalb, weil ihr im Text bei Under Pressure etwas von Merinoanteil schreibt und in der Produktbeschreibung nur etwas von Schurwolle steht. Ist es nun Schurwolle oder Merino-Schurwolle?

alpin.de

@dada_nyc: In der Regel bezeichnet Schurwolle die Art der Gewinnung, während Merinowolle die Schafrasse und Wollart klassifiziert. Werden Merinoschafe geschoren, erhält man Merino-Schurwolle.



dada_nyc

Was ist der Unterschied zwischen Schurwolle und Merinowolle?