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Der Herbst ist besonders schön. Aber man muss exakt planen.
Das hat natürlich einen Einfluss auf die Tourenplanung. Früh losgehen heißt die Devise. Aber nicht erst ab der Zeitumstellung. Auch vorher sollten Sie lieber eine Stunde früher losgehen, als vielleicht später in die Dunkelheit zu geraten. Die Tourenauswahl sollte so sein, dass Sie mindestens zwei Stunden Luft bis zur Dunkelheit haben.
Aber das frühe Aufbrechen hat auch seine Tücken. Die nächtliche Abkühlung ist häufig schon wieder so stark, dass Sie in feuchten oder nassen Zonen mit Eisbildung rechnen müssen. Nach dem Sommer ist man darauf meist nicht mehr eingestellt. Also Vorsicht bei Bachquerungen oder anderen vielleicht eisigen Passagen.
Im Vergleich zu den Sommermonaten ist die Gewitterneigung im Herbst deutlich geringer. Wenn es sich umgehen lässt, sollten Sie aber auch morgens das Gehen im Dunkeln vermeiden. Die Wegfindung ist wesentlich schwieriger und man kommt deutlich langsamer voran. Optimal ist ein Aufbruch beim ersten Tageslicht (wenn die Tour das erfordert). Aber trotzdem gilt immer: Hören Sie sich unbedingt den Wetterbericht an. Droht ein Gewitter, müssen Sie besonders früh aufbrechen oder eine kürzere Tour wählen.
Schwierigkeit der Tour
Schnee kann harmlose Hänge in Rutschbahnen verwandeln.
Berechnung
Wer im Sommer viel unterwegs war, ist im Herbst meist recht fit und mutet sich einiges zu. Aber planen Sie auch hier defensiv. Mit einer Gruppe ab etwa fünf Personen rechnet man vier Kilometer horizontale Entfernung pro Stunde und 300 Höhenmeter pro Stunde im Aufstieg, 500 Meter im Abstieg. Bei einer kleinen Gruppe ist das Vorankommen meist schneller. Fünf Kilometer eben und 400 Höhenmeter sind hier die Grundlage. Im Abstieg kann man von ca. 800 Meter ausgehen.Zur Berechnung Ihrer Gehzeit müssen Sie die Entfernung und die Höhenmeter-Differenz wissen. Dann rechnen Sie aus, wie lang Sie für die Strecke benötigen würden, wenn Sie eben wäre (also für 10 km bei kleiner Gruppe 2 Stunden) und wie lange Sie für die Höhendiffernz brauchen (also für 1000 Höhenmeter bei gleicher Gruppe 2 1/2 Stunden). Danach halbieren Sie den kleineren Wert (hier: 2 Stunden ergibt halbiert 1 Stunde) und addieren den größeren Wert (hier 2 1/2 Stunden). Das Ergebnis ist in etwa die Gehzeit, die sie für die gesamte Strecke brauchen, also hier 3 1/2 Stunden.
Zeitangaben
Achtung mit Zeiten, die in Führern angegeben werden. Meistens kann man sich zwar darauf verlassen, aber eben nur meistens. Schweizer Führer haben beispielsweise häufig recht harte Zeiten angegeben. Um diese zu erreichen, müssen Sie schon flott unterwegs sein. Mit Skepsis sollten Sie auch die Angaben von anderen Wanderern in Ihrer Planung berücksichtigen. Bedenken Sie bei der Planung auch, dass im Herbst häufig sehr viel weniger Leute unterwegs sind als im Sommer. Es kann schnell sein, dass Sie den lieben langen Tag niemanden treffen. Das ist natürlich sehr schön, kann aber verhängnisvoll sein, wenn sie nicht wissen, wo es weitergeht, oder wenn Sie sonst Hilfe benötigen. Deshalb gilt bei Herbstwanderungen erst recht: Nehmen Sie ein Handy mit! Ausgeschaltet im Rucksack stört es niemanden, kann aber im Notfall wertvolle Dienste erweisen.Hütten und Seilbahnen
Wichtig: Zur Tourenplanung gehören auch Kartenstudien.
Das gleiche wie für die Hütten gilt für Seilbahnen. Viele laufen im Herbst nicht mehr oder nur noch zu verkürzten Zeiten. Das kann fatal sein, wenn Sie die Bahn fest mit in Ihre Tourenplanung einbezogen haben. Auch hier gilt: Ein Anruf beim zuständigen Fremdenverkehrsverein schafft Klarheit.
Ausrüstung
Im Herbst liegen Schnee und Kälte oder Sonne und Hitze oft eng beieinander. Häufig ist es morgens sehr kalt, im Laufe des Tages tritt aber eine starke Erwärmung ein. Seien Sie darauf vorbereitet. Nehmen Sie sowohl warme Sachen mit als auch etwas leichteres. Optimal sind Hosen zum Abzippen, damit haben Sie sowohl eine lange als auch kurze Hose dabei. Bei den Schuhen sollten Sie auf Nummer sicher gehen und lieber die festeren nehmen. Schneefall bis unter 1000 Meter ist im Herbst nichts Seltenes. Und mit Halbschuhen ist man im Schnee nicht gut bedient. Auch eine dünne Mütze und eine Paar Handschuhe müssen mit ins Gepäck. Und eine Stirnlampe kann zu dieser Jahreszeit auch nicht schaden.Was gibt es sonst noch zu bedenken? Wer im Herbst unterwegs ist, sollte nicht außer Acht lassen, dass es sehr trocken ist. Im Sommer lustig sprudelnde Quellen oder Bäche sind mitunter versiegt. Das kann die Tour zur reinsten Durststrecke werden lassen, wenn man darauf nicht eingestellt ist. Das gilt insbesondere für Klettereien, Klettersteige oder andere Karstgebiete. Nehmen Sie im Zweifelsfalle mehr Wasser mit oder machen Sie sich schlau, ob Wasser da ist. Das gilt auch für Hütten. Viele Hütten schließen im Herbst wegen Wassermangels. Wenn Sie einen Winterraumaufenthalt planen und es ist kein Wasser da, kann das sehr unangenehm werden.
Wer trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit auf den Gletscher geht, sollte sich auf besondere Verhältnisse einstellen. Ist der Gletscher eben und aper, ist er meist einfach zu begehen. Aber bei Hochtouren oder Eistouren können apere Gletscher auch schnell das Aus für die Tour bedeuten, weil Spalten weit offen und nicht zu überqueren sind. Und nicht umsonst heißt es: Herbstzeit = Wanderzeit.
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