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Zusatzinformationen - die Infos für Kenner
Im Absatz zur "Beurteilung der Lawinengefahr" sind die Gefahrenstellen und ihre Empfindlichkeit aufgeschlüsselt. Die Angaben sind auch für Normalskitouristen verständlich und geben klare Hinweise, welche Gegenden man besser meidet. Beschrieben ist die Lage der gefährlichen Hänge, ihre Häufigkeit und Störanfälligkeit.
Alle Daten haben eine gewisse Unschärfe: So heißt "1600 Meter" nicht etwa, dass es bis 1590 Meter ungefährlich und ab 1610 Meter lebensgefährlich ist! Je höher die Gefahrenstufe, desto größer das mögliche Einzugsgebiet, das man bei der Beurteilung beachten muss. Bei Stufe 1 und 2 kann man sich auf 20 bis 40 Meter rund um die Spur beschränken, ab Stufe 3 muss man den ganzen Hang mit möglichen Fern- oder Selbstauslösungen beachten, ab Stufe 4 ganze Talkessel.
Gefahrenstellen
Durch Formulierungen wie "vereinzelt", "vor allem" oder "verbreitet" wird die Häufigkeit kritischer Hänge umschrieben.Generell bezieht sich die Nennung gefährdeter Bereiche nur auf "steile" Hänge über 30 Grad. Wenn nur von "Steilhängen" gesprochen wird, sind alle Hänge der angegebenen Exposition und Höhe gemeint, eine umfassende Gefahr. Wird von "Triebschneehängen" gesprochen, sind im wesentlichen nur die exponierten Steilhänge mit Triebschneeladung kritisch. Relativ günstiger sind die Bedingungen, wenn Gefahrenstellen nur in exponierten "Rinnen und Mulden" lokalisiert werden. Dabei bedeutet "exponiert" die genannten Höhen-lagen und Hangrichtungen (Expositionen).
Steilheit
Die steilste Stelle zählt."Mäßig steil" ist: flacher als 30 Grad, "Steilhänge" haben mehr als 30 Grad, "sehr steil" heißt: steiler als 35 Grad, "extrem steil" über 40 Grad. Die Formulierung "extreme Steilhänge" bezeichnet besonders ungünstige Hänge bezüglich Neigung (über 40 Grad), Geländeform, Kammnähe oder Bodenrauigkeit.
Tipps zum Schätzen: Ab 30 Grad macht man im Aufstieg Spitzkehren, felsdurchsetztes Gelände hat über 40 Grad.
Hier geht's zu den wichtigen Begriffen rund um Lawinenabgänge
Höhenlage
Die Höhe, ab der es kritisch wird, ist normalerweise in 200-Meter-Schritten angegeben. Für trockene Schneebretter (kalte Bedingungen, Hochwinter) gilt: Darüber wird es gefährlich. Bei warmen Verhältnissen (vor allem im Frühjahr) drohen Nassschneelawinen unterhalb der angegebenen Höhenlage.Exposition
So heißt die Richtung, in die der Hang "schaut". Schatten- und Sonnenhänge können, abhängig von Sonnenstand (Jahreszeit!) und Geländestrukturen oft erst auf Tour unterschieden werden. In Windschattenhängen sammelt sich gefährlicher Triebschnee; "windexponierte" Hänge sind dagegen oft abgeblasen, also relativ sicher, aber unbequem mit Ski. Kammnahe Steilhänge in Grat- und Gipfellagen sind meist kritisch.
Schneefahnen: Wer mit offenen Augen und entsprechendem Wissen unterwegs ist, weiß schon jetzt, was Sache ist.
Die Konsequenz: Solche Hänge wirklich meiden! Ist eine Lawine erst bei "großer Zusatzbelastung" wahrscheinlich, also durch zwei oder mehr Ski- oder Snowboardfahrer ohne Abstände, einen Sturz, Fußgänger, ein Pistenfahrzeug oder eine Lawinensprengung, kann man sie eventuell begehen, wenn man diese große Belastung meidet, also Abstände hält und nicht stürzt.
Hier geht's zu den wichtigen Begriffen rund um Lawinenabgänge
Lawinengröße
Die Größe der zu erwartenden Lawinen spielt eine Rolle für die Konsequenzen eines Lawinenabgangs. Ein "Rutsch" bedeutet keine Verschüttungsgefahr, nur Mitreißen und Absturz können gefährlich werden. Schon eine "kleine Lawine" dagegen kann Menschen verschütten und töten; sie kommt noch im Hang zum Stillstand."Mittlere" Lawinen erreichen den Hangfuß und können Bäume brechen; sie sind die typischen "Skifahrerlawinen" mit durchschnittlich 2000 Kubikmetern Schnee, also rund 1000 Tonnen Gewicht. "Große" Lawinen können den Talboden erreichen und flachere Geländeteile überwinden.
Text: Andreas Dick
Hier gehts zum Startartikel "Thema Lawinensicherheit: So gehen Sie sicher auf Skitour"
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