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Immer mehr Piktogramme werden verwendet, und wie wir später aufzeigen werden, nicht ohne Grund! So besteht bei den europäischen Lawinenwarndiensten zur Zeit ein buntes Werk an LLB-Darstellungen. Die Struktur und Aufmachung der europäischen LLBe ist je nach Land oder verwendetem Medium sehr unterschiedlich.
Generell besteht jeder LLB aus folgenden Bereichen:
- 1. Nennung der akuten Gefahrenstufe allgemein und regional
- 2. Beurteilung der Lawinengefahr
- 3. Erläuterungen zur Schneedecke
- 4. Hinweis bzw. Tendenz
Die Lawinenlageberichte - Absolut verständlich?
Leider kommen die Informationen aus den Texten nicht immer so an, wie es sich der Autor dachte. So konnten in der oben erwähnten Studie 2/3 der Befragten keine der gültigen Zusatzinformationen wiedergeben, obwohl dies der "Schatz" des LLBs ist.Nur 7 Prozent der Befragten konnten die Zusatzinformationen vollständig und korrekt angeben. Es ist demnach sehr schwierig, die Informationen aus der Textform zu extrahieren, sie später zu reproduzieren und auch richtig im Sinne des Autors zu interpretieren. Sprache ist nun mal nicht eindeutig.
Deshalb: Das richtige Lesen des LLB will gelernt sein!
Eine weitere Erkenntnis aus der Studie "Skibergsteigen":
Zusatzinformationen werden von denjenigen Personen besser wiedergegeben, die
- eine Ausbildung durchlaufen haben,
- sich selbst als kenntnisreich in Bezug auf Schnee- und Lawinenkunde einschätzen,
- strategische Lawinenkunde anwenden,
- den LLB als bedeutsam und verständlich einschätzen,
- Geländeformen (statistisch zumindest die Hangsteilheit) gut einschätzen können.
Die Informationen im Glossar basieren auf internationalen Vereinbarungen. Die Begriffserklärungen sind meist bebildert!
Hier finden Sie die Erklärungen zu den Lawinen-Piktogrammen.
Bilder erzählen mehr als 1000 Worte
Aufgrund der Erkenntnisse aus der Studie "Skibergsteigen" wurde das Piktogrammisierungsprojekt vom DAV und dem Innsbrucker Unternehmen Alp-S gestartet.Es sollte versucht werden, die Zusatzinformationen zu visualisieren bzw. optisch zu optimieren, damit Übersetzungsverluste beim Anwender geringer ausfallen. Das Projekt bestand zunächst aus einer Eruierungsphase.
Folgende Fragen sollten geklärt werden:
- Kann ein LLB-Text überhaupt mit Piktogrammen dargestellt werden?
- Welche Zeichen benötigt man dazu?
Die Lösung des Rätsels finden Sie hier!
Testphase
Im vergangenen Winter folgte die Testphase zum Piktogrammisierungsprojekt. Eine Laborstudie in Zusammenarbeit von DAV und Alp-S sollte zwei Fragen klären:- Werden das Verständnis und die Merkfähigkeit durch die optische Optimierung (Piktogramme, hervorgehobene Wörter) wirklich verbessert?
- Können die Nutzer eines optisch optimierten LLBs im Gelände die Gefahrenstellen besser erkennen?
Ergebnis
Die Hervorhebung der Textstellen allein bringt keinen Effekt; in Verbindung mit Piktogrammen aber stellt sie das Optimum der Gestaltung des LLB für die Informationsaufnahme durch den Nutzer dar.Bei einem LLB, der Piktogramme und hervorgehobene Textstellen integriert, können die Nutzer 55 Prozent der relevanten Informationen spontan nennen (11 Prozent mehr). Das tatsächlich vorliegende Wissen liegt aber deutlich höher: Fragt man bei den Probanden konkret nach, dann werden zwischen 67 Prozent (rein Text-LLB) und 77 Prozent (Piktogramm + hervorgehobener Text) der Informationen korrekt wiedergegeben.
Nachfrage verbessert also deutlich das Ergebnis! Die Übertragung der LLBInformationen in das Gelände (gemessen mit einem Kartentest) fällt jedoch gegenüber den gewussten Informationen deutlich ab. Die Art der Präsentation des LLB hat hierauf auch keinen Einfluss.
Die Lösung des Rätsels finden Sie hier!
Zusammenfassung
Wie auch immer in Zukunft die Darstellung der Zusatzinformationen ausfällt, so wissen wir jetzt, dass wir und alle, die den LLB verstehen wollen, uns mit dem Thema intensiv beschäftigen müssen. Im Moment ist es hilfreich, ein geistiges Gerüst zur besseren Informationsaufnahme zu nutzen.Dies kann zum Beispiel in Form der Piktogramme bzw. der Tabelle geschehen und mit dem Hervorheben der wichtigsten Informationen im Text. Wir wissen nun auch, dass Nachfragen bzw. der Austausch mit anderen das Ergebnis verbessert, und wir kommen nicht drum herum, die LLBe zu verfolgen und zwar möglichst täglich. Ein Blick in das Glossar ist auch für alte Hasen zu empfehlen!
Hier finden Sie die Erklärungen zu den Lawinen-Piktogrammen.
Hier geht's zum Startartikel des großen Lawinen-Specials auf alpin.de!
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