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Die Idealposition für Stehversuche: Kurbeln waagerecht, der Körper ist stehend mittig über dem Bike, die Knie sind leicht angewinkelt und der Blick geht einige Meter nach vorne! Der Sattel kann, aber muss dabei nicht tief gestellt sein.
Bremsen - vorne liegt die Kraft.
Einfach bremsen? Von wegen! Wer nicht bei der erstbesten Gelegenheit über den Lenker absteigen will, sollte sich mit den Feinheiten der Bremstechnik beschäftigen. Grundsätzlich gilt, dass man die größte Verzögerung mit der Vorderbremse erreicht.Insgesamt sollte der Anteil von vorderer zu hinterer Bremse bei etwa 70 zu 30 Prozent liegen. Tipp: Die Bremskraft verbessert sich zudem nachhaltig, wenn man das Gewicht hinter den Sattel und nach unten verlagert!
Aber Vorsicht: Bei schottrigem oder nassem und rutschigem Untergrund kann der zu hohe Einsatz der Vorderbremse katastrophale Folgen haben. Hier gilt es mit viel Gefühl ein optimales Mittelmaß zu finden. Das Verhältnis von Vorder- zu Hinterbremse sollte auf diesem Untergrund bei etwa 50 zu 50 liegen.
Bergauf - Kraft & Köpfchen
Kilometerlange, eintönige Anstiege verlieren ihren Schrecken, wenn man eine Art "Häppchen-Taktik" anwendet. Anstatt daran zu denken, wie viele Höhenmeter man noch vor sich hat, sollte man beispielsweise immer von einer Serpentine bis zur nächsten denken.So meistert man den Anstieg schneller, als man denkt. Zusätzlich für Abwechslung im monotonen Aufwärts sorgen zwischendurch ein paar Meter im Wiegetritt. Das entlastet die strapazierte Nacken- und Rückenmuskulatur.
Fahrtechnisch gesehen, muss man bergauf vor allem auf die richtige Position des Körperschwerpunktes achten. Grundsätzlich gilt: Je steiler der Anstieg, desto weiter rutscht man in die Mitte des Sattels oder sogar noch weiter nach vorne auf die Sattelnase.
Kurven fahren - die Königsdisziplin
Kurven gekonnt zu meistern erfordert ein hohes Maß an Übung und Konzentration. Neben den gut einstudierten komplexen Bewegungsabläufen ist bei steilen, engen Kurven zudem eine Portion Mut gefragt. Der Schlüssel zur Erfolgskurve: die Blickführung.Das Auge "fährt" die Ideallinie Richtung Innenkurve voraus, sozusagen eine visuelle Vormarkierung. Wer beim Einfahren in die Kurve geradeaus schaut, wird auch geradeaus fahren und irgendwo im Gemüse landen.
Ein Fehler, der gerade Anfängern oft unterläuft, ist die parallele Pedalstellung in der Kurve. Fahrtechnisch richtig zeigt das kurvenäußere Pedal immer nach unten. Die Folge: Man bringt deutlich mehr Druck auf die Reifen und erzielt eine stabilere Kurvenlage. Das äußere Bein ist dabei fast durchgestreckt und dosiert durch zusätzlichen Druck auf Oberrohr und Sattel die Schräglage.
Steil abfahren
Mit einem Mountainbike kann man extrem steile Neigungen hinab fahren. Die Voraussetzungen: eine gefühlvolle Bremstechnik, eine entschlossene, extreme Gewichtsverlagerung nach hinten und den Sattel tiefer stellen!Gerade bei steilen Kanten oder Stufen gilt es, beherzt zu handeln, sobald das Vorderrad abtaucht: die Arme lang machen und dabei die Hüfte schnell nach hinten über den Sattelrand schieben.
Je steiler die Angelegenheit, desto mehr senkt sich der Oberkörper Richtung Sattel. Achtung - immer darauf achten: in den Gelenken (Ellbogen/Knie) locker bleiben!
Blockgelände
Hier gilt es, die optimale Linie zu finden. Und das geht nur, indem man vorausschauend fährt. Auf dem Trail bedeutet das im Klartext, dass man die zehn bis zwanzig Meter vor dem Lenker in Sekundenschnelle abscannt und die beste Fahrspur auswählt.Nie direkt vors Vorderrad schauen oder ein Hindernis anvisieren: Denn wer stur den Blick auf den im Weg liegenden Felsbrocken richtet, wird auch hundertprozentig in diesen hineinfahren. Tipp: Stell dir vor, auf dem Trail vor dir würde Wasser fließen. Wasser fließt immer auf dem Weg des geringsten Widerstandes. Genau diese Spur stellt die Ideallinie dar.
Kommt man an einem großen Brocken nicht vorbei oder muss man eine holprige Fahrrille überwinden, muss man blitzschnell das Vorderrad entlasten. Die Hüfte wandert dabei weit hinter den Sattel, der Druck auf den Lenker ist so gering wie möglich.
Achtung: Die Vorderbremse sollte bei diesem Manöver, wenn überhaupt, sehr niedrig dosiert eingesetzt werden!
Noch ein Tipp zum Schluss: Wer abseits der Forstwege im "schweren Gelände" Richtung Tal fährt, sollte vor der Abfahrt etwas Luft aus den Stollenreifen ablassen. Das sorgt für deutlich mehr Grip, sprich Haftung auf dem Untergrund!
Text: Romana Bloch
Aus ALPIN 08/09
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