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Bergschule

Mit Kids auf Skitour: Worauf Sie achten müssen

Kinder gehen gerne auf Skitour – wenn sie dürfen – und nicht müssen! Aber womit? Nicht immer gibt es das Material in passender Größe oder es ist kaum bezahlbar.
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Mit der richtigen Ausrüstung haben Kinder selbst beim anstrengenden Aufstieg viel Spaß auf Tour.
Schuhe

Skitourenschuhe für Kinder gibt es nicht. Die kleinsten Erwachsenengrößen fangen bei 22,5 an, das ist Schuhgröße 35. So kleine Schuhe passen einem Kind in der Regel nur eine Saison, sind also vielleicht fünf Mal im Einsatz – da werden nur wenige Eltern bereit sein, 300 Euro auszugeben.

Einen Gebrauchtmarkt für kleine Tourenschuhe gibt es quasi nicht. Also müssen die "normalen" Skischuhe herhalten. Das ist aber heute kein Problem mehr.

Kinderskischuhe sollten sowieso so weich gewählt werden, dass sie bei der Schwerpunktverlagerung "nach vorne" nachgeben – wenn man die oberen zwei Schnallen (bei einem Drei- oder Vierschnaller) offen lässt! Somit funktioniert der Aufstieg recht gut.

Kritischer sind Schuhe mit Heckeinstieg. Da es hier oft nur eine zentrale Schnalle gibt, muss man die ggf. einhängen oder ganz leicht schließen. Heckeinsteiger sind aber meist für Kinder mit sehr kleinen Füßen – und in dem Alter gehen im Regelfall Kinder noch nicht auf Skitour.

Ski

Lieber zu kurz als zu lang! Machen Sie nicht den Fehler, ihrem Kind zu früh die Ski der Mama anzudrehen, die dann locker zehn Zentimeter über Körpergröße sind. Im Gelände tun Sie dem Youngster keinen Gefallen.

Gut geeignet sind einfache Kinderski. Die sind leicht und die gibt es häufig schon für 30 bis 40 Euro auf Secondhand-Märkten. Als ideale Länge empfehlen wir: Kinn- bis maximal Augenhöhe.



Gar nicht so leicht: Auch das Handling mit den Fellen will gelernt sein.
Bindung

Hier führt kein Weg an einer Tourenbindung vorbei. Denn mit fixierter Ferse kann man die Kinder auf keinen Fall aufsteigen lassen. Zwei wichtige Punkte sind zu beachten:

1) Der Z-Wert, der die Auslösung der Bindung bestimmt. In der Regel fahren Kinder ab etwa 35 bis 40 Kilogramm einen Z-Wert von 3. Das ist auch der niedrigste Einstellwert bei Tourenbindungen (Fritschi Explorer), wobei sich die aktuellen Fritschi-Modelle leider nurmehr bis 4 einstellen lassen.

2) Die Sohlenlänge: Die Pure Kids, eine Silvretta-Bindung, die etwas kleiner einzustellen war als herkömmliche Bindungen, ist nicht mehr lieferbar. Außerdem war sie recht schwer.

Aktuell gibt es zwei sinnvolle Alternativen: eine Fritschi aus der alten Baureihe in der Größe S/M. Die beginnt bei einer Sohlenlänge von 245 mm, was je nach Schuh einer Schuhgröße von etwa 34/35 entspricht.

Für etwas ältere Kinder tut es sicherlich auch eine Bindung aus der neuen Baureihe (Eagle,Scout ...), die bei 260 mm beginnt (etwa Schuhgröße 36/37). Eine Dynafit-Bindung würde sich vom Gewicht her anbieten, hat aber den Nachteil eines geringen Verstellbereichs. Dies bedeutet, dass sie mit etwas größeren Schuhen neu montiert werden muss.

Die Skibrille sitzt schon perfekt.Jetzt muss nur noch das Fell richtig in Position gebracht werden.
Felle

Am preiswertesten ist es, aus den alten Fellen von Papa oder Mama neue für die Kinder zu basteln. Man sollte beim Zuschneiden aber akribisch auf die Passgenauigkeit achten.

Ansonsten rutschen die Kinder (wie die Erwachsenen) zurück und gewöhnen sich einen schlechten Gehstil an. Zudem verlieren sie schnell an Kraft.

Vorne kann man Felle in der Regel selbst zuschneiden. Muss man für die richtige Länge den Endhaken abschneiden, ist das kein Problem.

Felle halten auch ohne den Haken. Allerdings muss man darauf achten, dass das Fell bis mindestens 15 Zentimeter vor dem Skiende gekürzt wird. Sonst löst es sich beim Gehen sehr leicht.

Begehrt bei Groß und Klein: Eine Abfahrt im Pulverschnee ist das i-Tüpferl auf jeder Skitour!
Gelände / Piste

Gut skifahrende Kinder haben im Gelände einen Riesenspaß. Dass man mit Kindern nicht in lawinengefährdetes Gelände fährt, ist klar.

Lichter Wald ist genial, zugeschneite Baumstümpfe und Latschen bilden natürliche Sprungschanzen. Man sollte den Kindern aber auch ganz klare Schranken setzen und ihnen klar ansagen, wo sie fahren dürfen und wo nicht.

Haben die Kinder noch nicht so viel Erfahrung, kann man in vielen Skigebieten über ausgewiesene Skitourenaufstiege aufsteigen und auf der Piste hinabsurfen.


Aus ALPIN 12/2012
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20.04.2014 13:00:46