- Anzeige -

- Anzeige -
www.alpin.de


- Anzeige -

Video der Woche
Video abspielen

- Anzeige -
Toolbar
Seite versenden Sitemap

CO2neutralwebsite
Medizin

Gehirnerschütterung - worauf ist zu achten?

28.10.2010 09:43:38
Schwindel, Erbrechen und Kopfschmerzen sind die Anzeichen für Kopfverletzungen nach Unfällen und Stürzen. Worauf ist zu achten und wann wird’s gefährlich?
- Anzeige -

Niemand hält gerne seinen Kopf hin. Und doch passiert es laufend: Bei Unfällen im Straßenverkehr oder im Sport sind Kopfverletzungen keine Seltenheit. Zum Glück ist die menschliche Schaltzentrale gut darauf vorbereitet: Ein Schutzwall aus Häuten, Knochen und Flüssigkeit umgibt das Gehirn.

Fangen diese Strukturen den Aufprall ab, hat der Betroffene Glück ge habt. Seine grauen Zellen sind ungeschoren davon gekommen. Er hat nur eine Schädelprellung erlitten. Verläuft die Angelegenheit weniger glimpflich, sprechen Ärzte von einem leichten Schädel- Hirn-Trauma, im Volksmund eine Gehirnerschütterung.

"Dabei kann es zu winzigen Blutungen und minimalen Verschiebungen im Gehirn kommen", erklärt Oberarzt Dr. Kay Großer von der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie der Technischen Universität Dresden. Während Ärzte noch vor einigen Jahren davon ausgingen, dass diese Verletzungen nach wenigen Monaten folgenlos ausheilen, weiß man heute: Nicht immer ist dies der Fall.

Risikogruppe Kind

Großer: "Es kommt vor, dass die feinen Hirnverletzungen dauerhaft Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder auch Reaktionsschnelligkeit beeinträchtigen." Besonders gefährdet für Kopfverletzungen sind Kinder: Der Grund dafür ist ihr im Vergleich zum Körper überproportional großer und schwerer Kopf. Bei einem Sturz - egal, ob von Spielgerüst oder Baum - kommt dieser daher verhältnismäßig leicht zu Schaden.

Doch auch Erwachsene verletzen sich oft am Kopf: Schätzungen zufolge ziehen sich in Deutschland Jahr für Jahr rund 200 000 Menschen Schädelverletzungen mit Beteiligung des Gehirns zu. Besonders oft geschieht dies offenbar im Straßenverkehr und beim Sport.

Experten gehen bei leichten Schädelverletzungen außerdem von einer hohen Dunkelziffer aus: Denn manche Kinder verschweigen ihren Eltern Unfälle, und manche Erwachsene tun unfallbedingte Kopfschmerzen und andere Beschwerden als Bagatelle ab, die sie selbst behandeln können.

Je mehr Information, desto besser
Niemals ohne: Vor allem Kinder sollten stets Helm tragen.


Um die Auswirklungen auf das Gehirn richtig einschätzen zu können, müssen Ärzte über den Unfallhergang genau Bescheid wissen. "Detaillierte Schilderungen von Eltern und Zeugen helfen auf dem Weg zur richtigen Diagnose", erklärt der Neurologe Professor Matthias Keidel, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Bezirkskrankenhaus in Bayreuth, der die Leitlinien "leichtes Schädelhirntrauma" wesentlich mitgestaltet hat.

Wichtig sind diese Informationen auch, weil selbst moderne Diagnoseverfahren wie Computertomographie (CT) bei minimalen Gehirnverletzungen oft nicht aussagekräftig genug sind. Umgekehrt bedeutet das: Lässt sich mit technischen Verfahren am Gehirn kein Schaden entdecken, ist nicht automatisch alles in Ordnung.

Aus gutem Grund sehen die Behandlungsleitlinien für leichte Schädel-Hirn-Traumen daher für Kinder, bei denen eine Gehirnerschütterung nicht ausgeschlossen werden kann, eine Beobachtung im Krankenhaus von 24 bis 48 Stunden vor.

Typische Symptome

Als typische Symptome einer Hirnbeteiligung gelten Erbrechen, Kopfschmerz, Schwindel, Erin- nerungslücken oder Bewusstlosigkeit - nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen. "Bei Kindern sollten Eltern darüber hinaus auf auffällige Wesensveränderungen achten", erklärt Großer.
Wenn ein normalerweise ruhiger Knabe plötzlich aggressiv ist oder ein aufgewecktes Mädchen schläfrig wirkt, sollte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wer- den. Der Grund für die Eile: Wurden bei dem Unfall Hirngefäße verletzt und bluten diese, kann ein chirurgischer Eingriff nötig sein, um den Druck auf das Hirngewebe zu mindern.

Behandlung

Glücklicherweise sind diese Eingriffe bei leichten Schädel- Hirn-Traumen nur sehr selten notwendig. Für gewöhnlich reicht es aus, wenn die Betroffenen sich eine gewisse Zeit lang schonen - anfangs raten Mediziner sogar zu absoluter Bettruhe.

Wird die Behandlung konsequent umgesetzt, sind spätestens nach vier bis sechs Monaten keinerlei Folgen mehr nachweisbar. Nur vereinzelt klagen Betroffene über anhaltende Schwierigkeiten wie Unkonzentriertheit, Störungen der Aufmerksamkeit oder des Gedächtnisses.

Um diese Probleme zu erfassen, greifen Ärzte auf neuropsychologische Tests zurück. Die sogenannte Testbatterie nach Zimmermann, bei der am Computerbildschirm in Zahlenkolonnen bestimmte Ziffern erkannt werden müssen, ermöglicht es Medizinern, die Aufmerksamkeit eines Patienten zu beurteilen.

Andere Verfahren testen Merkfähigkeit, die Wortflüssigkeit oder die Fähigkeit zu Abstrahieren. "Auf diese Weise erhält der Therapeut ein sehr genaues Bild der jeweiligen Störung", sagt Neurologe Keidel. Werden bei der Untersuchung Schwächen erkannt, kann spezielles Training helfen.

Text: Dr. Ralph Müller-Gesser

Alle auf alpin.de veröffentlichten Medizin-Artiekl finden Sie hier!


- Anzeige -

28.10.2010 09:43:38
Sitemap Drucken Versenden


24.05.2012 04:22:48