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Fangen diese Strukturen den Aufprall ab, hat der Betroffene Glück ge habt. Seine grauen Zellen sind ungeschoren davon gekommen. Er hat nur eine Schädelprellung erlitten. Verläuft die Angelegenheit weniger glimpflich, sprechen Ärzte von einem leichten Schädel- Hirn-Trauma, im Volksmund eine Gehirnerschütterung.
Risikogruppe Kind
Großer: "Es kommt vor, dass die feinen Hirnverletzungen dauerhaft Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder auch Reaktionsschnelligkeit beeinträchtigen." Besonders gefährdet für Kopfverletzungen sind Kinder: Der Grund dafür ist ihr im Vergleich zum Körper überproportional großer und schwerer Kopf. Bei einem Sturz - egal, ob von Spielgerüst oder Baum - kommt dieser daher verhältnismäßig leicht zu Schaden.
Doch auch Erwachsene verletzen sich oft am Kopf: Schätzungen zufolge ziehen sich in Deutschland Jahr für Jahr rund 200 000 Menschen Schädelverletzungen mit Beteiligung des Gehirns zu. Besonders oft geschieht dies offenbar im Straßenverkehr und beim Sport.
Experten gehen bei leichten Schädelverletzungen außerdem von einer hohen Dunkelziffer aus: Denn manche Kinder verschweigen ihren Eltern Unfälle, und manche Erwachsene tun unfallbedingte Kopfschmerzen und andere Beschwerden als Bagatelle ab, die sie selbst behandeln können.
Je mehr Information, desto besser
Niemals ohne: Vor allem Kinder sollten stets Helm tragen.
Um die Auswirklungen auf das Gehirn richtig einschätzen zu können, müssen Ärzte über den Unfallhergang genau Bescheid wissen. "Detaillierte Schilderungen von Eltern und Zeugen helfen auf dem Weg zur richtigen Diagnose", erklärt der Neurologe Professor Matthias Keidel, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Bezirkskrankenhaus in Bayreuth, der die Leitlinien "leichtes Schädelhirntrauma" wesentlich mitgestaltet hat.
Wichtig sind diese Informationen auch, weil selbst moderne Diagnoseverfahren wie Computertomographie (CT) bei minimalen Gehirnverletzungen oft nicht aussagekräftig genug sind. Umgekehrt bedeutet das: Lässt sich mit technischen Verfahren am Gehirn kein Schaden entdecken, ist nicht automatisch alles in Ordnung.
Aus gutem Grund sehen die Behandlungsleitlinien für leichte Schädel-Hirn-Traumen daher für Kinder, bei denen eine Gehirnerschütterung nicht ausgeschlossen werden kann, eine Beobachtung im Krankenhaus von 24 bis 48 Stunden vor.
Typische Symptome
Als typische Symptome einer Hirnbeteiligung gelten Erbrechen, Kopfschmerz, Schwindel, Erin- nerungslücken oder Bewusstlosigkeit - nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen. "Bei Kindern sollten Eltern darüber hinaus auf auffällige Wesensveränderungen achten", erklärt Großer.
Behandlung
Glücklicherweise sind diese Eingriffe bei leichten Schädel- Hirn-Traumen nur sehr selten notwendig. Für gewöhnlich reicht es aus, wenn die Betroffenen sich eine gewisse Zeit lang schonen - anfangs raten Mediziner sogar zu absoluter Bettruhe.
Wird die Behandlung konsequent umgesetzt, sind spätestens nach vier bis sechs Monaten keinerlei Folgen mehr nachweisbar. Nur vereinzelt klagen Betroffene über anhaltende Schwierigkeiten wie Unkonzentriertheit, Störungen der Aufmerksamkeit oder des Gedächtnisses.
Andere Verfahren testen Merkfähigkeit, die Wortflüssigkeit oder die Fähigkeit zu Abstrahieren. "Auf diese Weise erhält der Therapeut ein sehr genaues Bild der jeweiligen Störung", sagt Neurologe Keidel. Werden bei der Untersuchung Schwächen erkannt, kann spezielles Training helfen.
Text: Dr. Ralph Müller-Gesser
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