Der Ortler mit seinem weißen Gletscherdach hoch über dem Vinschgau ist einer der bekanntesten Gipfel der Alpen – und im Frühjahr ein überaus sportliches Skitourenziel.

Keine Frage, im Sommer zählt der Ortler zu den beliebtesten Hochtouren der Ostalpen. Der Normalweg von der Payerhütte auf den höchsten Gipfel Südtirols ist oft überlaufen, der Hintergrat längst eine Modetour, nur auf dem alten Anstieg über den Meraner Weg von der Berglhütte ist man noch heute an manchen Tagen alleine unterwegs.

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Im Frühjahr dagegen ist die etwas versteckt liegende, überaus urige Hütte – Abendessen und Frühstück gibt es bei Kerzenlicht – an perfekten Skitourenwochenenden komplett ausgebucht. Denn so abweisend der Ortler auf den ersten Blick auch ausschaut, bei idealen Verhältnissen verwandelt sich der Eisriese in eine grandiose Skitour.

Der Sonne entgegen: Ausstieg aus dem Bärenloch.

Den Zugang ermöglicht die Trafoier Eisrinne, die beim Bärenloch in den von der Payerhütte kommenden Normalweg mündet. Mit guter Spitzkehrentechnik und bei passendem Schnee kann der Aufstieg sogar komplett mit Ski bewältigt werden. Größte Gefahr ist dabei Eisschlag vom Oberen Ortlerferner, wobei die Haupt-Gefahrenzone die Querung des steilen Hanges nach der Berglhütte darstellt.

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Weitere Schlüsselstellen sind die bis zu 45 Grad steile Trafoier Eisrinne, der Steilhang oberhalb des Bärenlochs und der Übergang auf die eher flachen Schneefelder des Gipfelplateaus – neben einer steilen Querung lauert hier öfters eine große Spalte. Der Lohn: Eine der spannendsten Abfahrten der Ostalpen und der krönende Abschluss einer Skitourensaison.

Für eine Großansicht bitte auf die Karte klicken.

Die Tour - Ortler, 3905 m

Anspruchsvolle, sehr steile Skihochtour.

Beste Zeit: Mai

Talort: Trafoi, 1532 m

Ausgangspunkt: Parkplatz Heilig Drei Brunnen, 1605 m

Route: Auf dem Sommerweg zur Berglhütte. Von der Hütte in einer Querung in das Kar unter den Nordabbrüchen. Weiter in das Tälchen südlich des Tabarettagrates und rechts durch die Trafoier Eisrinne ins Bärenloch. Über eine Steilstufe auf die Verflachung oberhalb der Biwakschachtel und über steile Hänge auf das Ortlerplateau. Westlich um eine markante vergletscherte Kuppe herum auf den Gipfel.

Hier findest du den GPS-Track zur Skitour auf den Ortler.

ALPIN-Hüttencheck - Berglhütte, 2188 m, Südtirol

Die Berglhütte am Ortler.

| © Stefan Herbke

Kontakt: Hüttenwirt Johann Mazagg, Tel. +39 338 3877344, berglhuette.it

Geöffnet: Auf Anfrage ist die Hütte im Frühjahr – je nach Schnee- und Wetterlage – für Skitouren-Geher geöffnet.

Essen: Regionale Küche, besonders gut: Pilzrisotto.

Schlafen: Lager mit 14 Betten, 1 Vier-Bett-Zimmer, 2 Sechs-Bett-Zimmer.

Fazit: Eine echte Berghütte: einfach, gemütlich, romantisch!

Am zweiten Tag geht es schon im Morgengrauen los.

| © Stefan Herbke

ALPIN-Info: Ortler – mit Ski auf das Dach Südtirols

Über 1700 Höhenmeter liegen zwischen Berglhütte und Ortler, und jeder Meter erfordert volle Konzentration. Die Skitour ist nur etwas für konditionsstarke, sehr gute Skitourengeher, die auch im bis zu 45 Grad steilen Gelände sicher unterwegs sind.

Info: Gästeinformation Vinschgau, Laubengasse 11, I-39020 Glurns, Tel. +39 0473 620480, vinschgau.net

Anreise: Über Bozen und Meran oder über den Reschenpass in den Vinschgau. In Spondinig über Stilfs Richtung Stilfser Joch, gleich hinter Trafoi zweigt links eine schmale Straße zum Campingplatz ab. Parkmöglichkeiten am Ende der Straße kurz vor der Wallfahrtskirche Heilig Drei Brunnen. Öffentlich: mit dem Zug zum Bahnhof Spondinig, mit dem Bus nach Trafoi.

Hütte: Berglhütte, 2188 m, Land Südtirol, geöffnet Anfang Juni bis Ende September, im Frühjahr an Wochenenden bzw. auf Anfrage, Tel. +39 338 3877344, berglhuette.it

Bergführer: Feel the mountains – Die Alpinschule am Ortler, Tel. +39 331 1709393, feel-the-mountains.com

Karte: Tabacco, 1: 25 000, Blatt 08, Ortlergebiet.

Ausrüstung: Skitouren- und Gletscherausrüstung, Steigeisen.

Text von Stefan Herbke

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