Skitourenschuhe sind der Schlüssel zum Tourenspaß. Nur wenn der Schuh seinen Träger nicht quält, kann man unbeschwert steigen. Dabei sollte man sich trauen, auch mal was auszuprobieren, um das richtige Set-up zu finden.

Skitourenschuhe sind eine komplexe Materie. Innenschuh und Schale müssen miteinander harmonieren und dann auch, bitte schön, noch der Fuß mit dem ganzen System. Das ist nicht immer ganz einfach.

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In den seltensten Fällen passen Skitourenschuhe ohne weitere Maßnahmen auf Anhieb. Also heißt es tüfteln und probieren. Das machen aber die Wenigsten. Das Volumen von Tourenschuhen ändert sich im Laufe der ersten Touren deutlich.

Wenn der Schuh im Geschäft den Fuß vielleicht noch perfekt umschlossen hat, heißt das noch lange nicht, dass er das nach fünf Touren immer noch tut. Von daher sollte man immer wieder kritisch in seinen Schuh reinfühlen, ob der Fuß bei der Abfahrt noch gut sitzt.

Bei den Sohlen der Toureninnenschuhe besteht am meisten Verbesserungspotenzial. Verschiedene Versionen probieren!

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Ein Tourenschuh ist immer weniger fest und steif als ein Alpinskischuh. Aber zwischen der Schaftbeweglichkeit und Spiel im Schuh kann man mit etwas Feingefühl recht gut unterscheiden. Hat mal Spiel im Schuh, ist die erste Maßnahme dickere Socken zu benutzen.

Wer das man ausprobiert hat, wird bestätigen, dass das oft schon sehr viel bringt. Wer allerdings schon recht dicke Socken benutzt oder bei wem das nicht reicht, muss zu anderen Mitteln greifen. Eine zusätzliche Sohle einzulegen, hilft in den meisten Fällen.

Dabei hat sich bewährt, die Sohle zwischen Innenschuh und Schale zu legen. Allerdings muss man beim Einschieben des Innenschuhs je nach Festigkeit der Sohle darauf achten, diese nicht zu verschieben oder zu falten.

Das rät der Experte:

  • Zum Schuhkauf unbedingt in ein Fachgeschäft gehen. Ein erfahrener Verkäufer weiß in etwa, welcher Schuh sich wie weitet.

  • Tourenschuhe beim Kauf eher eng/klein wählen.

  • Immer wieder kritisch kontrollieren, ob man noch fest im Schuh sitzt.

  • Mit hochwertigen Sohlen oder gar orthopädischen Einlegesohlen erhöht man auch die Fahrperfomance.

  • Mut zum Probieren: andere Zwischensohle, Schnallen auf, Innenschuh locker, alles mit allem mal kombinieren.

Robert Krüger: Schuster-Fachverkäufer Skitouren.

Orthopädische Sohlen sind voluminöser als die normalen Innensohlen von Tourenschuhen und wer die nicht gleich von Beginn an eingelegt hat, kann auch das versuchen. Vielleicht sind sogar orthopädische Sohlen und eine extra Einlegesohle nötig.

Orthopädische Sohlen tragen außerdem zu einem besseren Kraftschluss und damit zu besserem Skifahren bei.

Innenschuh nicht zu eng

Ein weiteres Manko sind zu eng geschnürte Innenschuhe. Viele Innenschuhe haben auf der Vorderseite eine Plastik-Einlage an der Zunge. Wenn man nun den Innenschuh für den Aufstieg zu eng schnürt, beraubt man sich damit schon mal einer Portion Beweglichkeit.

Innenschuhe ohne Verschluss kann man gut mit dem Klett des Außenschuhs locker schließen.

Also entweder locker schnüren oder ganz auflassen. Eine gutes Set-up ist, wenn man sich den Innenschuh ganz oben mit dem Klett der Schale leicht schließt, sodass die Zunge nicht nach vorne wegkippt. Das Ganze setzt sich natürlich auf die Schale fort.

In geschlossenen Schuhen aufzusteigen ist ein Graus, auch wenn die Schnallen nur "handwarm" geschlossen werden. Und doch tun es viele, weil sie das Gefühl haben, sonst im Schuh zu "schwimmen".

Aber für den Aufstieg braucht man nicht viel Halt im Schuh. Daher sollte man auch hier den Mut haben, verschiedene Einstellungen auszuprobieren. Das gilt auch schon für die untersten Schnallen am Schaft.

Die oberen Schnallen bei Skitourenschuhen sollte man einhängen, aber nicht schließen.

Bei Tourenschuhen mit Zunge an der Schale (die meisten Modelle) drückt man sich nämlich sonst die Zunge schon so fest auf den Schuh, dass sie oben am Schuhrand nicht mehr die nötige Beweglichkeit bietet.

Dass die Schnallen am Schaft nicht geschlossen werden sollten, versteht sich (fast) von selbst.

Beweglichkeit zulassen

Natürlich haben Skitourenschuhe im Gehmodus eine Schaftbeweglichkeit, aber keine Schaftbeweglichkeit dieser Welt erreicht den "offenen" Schuh. Wobei offen nicht ganz richtig ist.

Im Normalfall ist das ideale Set-up, wenn man die Schnallen mit etwas Zug einhängt, dann aber nicht umschnappen lässt, also nicht schließt. Somit "flattern" die Schnallen nicht bei jedem Schritt durch die Gegend.

Schnalle nicht in die Zahnung einhängen, sondern in den dafür vorgesehenen Bügel (wenn vorhanden).

Viele moderne Schuhe haben sogar die Vorrichtung zur Fixierung der Schnallenbügel. Wer ohne Fußprobleme auf Tour gehen möchte, braucht also entweder Glück, dass er mit dem Schuh sofort zurechtkommt oder Mut zum Tüfteln.

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