Olaf klärt, ob man Bergtouren in der Hohen Tatra tatsächlich nur mit Bergführer antreten darf.

Frage von W. Theiß: Ich plane heuer im Juli Bergtouren in der Hohen Tatra. Laut Wanderführer (Rother) und diverser Internetseiten (z. T. leider nur in Polnisch oder Slowakisch) sind für „schwarze“ Touren (z. B. Gerlachovský) Bergführer vorgeschrieben, wobei die Formulierung z. T. recht vage ist („offiziell nur mit Bergführer“ oder „Wanderer ohne Kletterambitionen nur mit Bergführer“. Können Sie hierzu eine konkrete Aussage treffen? Wie soll das überhaupt kontrolliert werden? Ich bin ein erfahrener Alpinist (Klettern, Klettersteige) und denke, dass ich die beschriebenen Touren durchaus auch ohne Bergführer drauf habe.

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Antwort von Olaf: Ja, das stimmt. Der Gerlachovský stit (2655 m) darf offiziell nur mit Bergführer bestiegen werden. Ich habe extra nochmal beim slowakischen Fremdenverkehrsverband nachgefragt. Was genau der Hintergrund dafür ist, ist schwer zu sagen. Argumentiert wird in aller Regel mit den spezifischen Bedingungen an eben diesem Berg. Aber in vielen Fällen geht es natürlich auch darum, die lokale Bevölkerung am Tourismus teilhaben zu lassen. 

Ein Führer am Gerlachovský stit kostet etwa 200 bis 300 Euro. Der Berg ist technisch nicht ganz leicht (IIer-Kletterstellen) und er ist bekannt für seine schnellen Wetterwechsel bzw. für den schnell aufziehenden Nebel. Daher kann es durchaus Sinn machen, einen einheimischen Bergführer zu nehmen, der sich vor Ort gut auskennt. Inwieweit die Führerpflicht überprüft wird, kann ich dir leider nicht sagen.

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