Einer der landschaftlich schönsten Klettersteige Österreichs zick-zackt an der Tajakante in den Miemingern gen Himmel. Eine luftige Tour mit Prachtblicken auf Zugspitzmassiv und Drachensee.

Spieglein, Spieglein an der Wand – wer ist der schönste Klettersteig im Land? Die Tajakante hinter dem Wettersteingebirge wäre zumindest ein heißer Anwärter für den Zauberspiegel. 

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© Georg Pollinger

Allein die Landschaft rund um die Coburger Hütte ist wie aus dem Märchenbuch: Der türkisblaue Seebensee und der smaragdgrüne Drachensee liegen idyllisch vor den schroffen Spitzen der Mieminger Kette. 

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Am schönsten leuchten ihre Farben jedoch aus der Vogelperspektive vom Tajakante-Klettersteig. Abgesehen von traumhaften Tiefblicken punktet er zudem mit prickelnden Kletterpassagen. An griffigem Kalk geht es immer wieder über steile Felsstufen den langen Grat entlang bis auf den Vorderen Tajakopf. 

Aufgrund seiner Länge und Schwierigkeit sollten deshalb nur erfahrene Klettersteiggeher mit einer ordentlichen Portion Kraft und Kondition einsteigen. Steile Kletterpassagen wechseln immer wieder mit flachem Schrofen- und Gehgelände ab, sodass neben Abenteuer genügend Zeit für die Aussicht bleibt.

Eine optimale Mischung aus Anstrengung und Genuss. Wer am Gipfel noch ausreichend Kraft hat, sollte den kurzen Coburger Klettersteig auf den Hinteren Tajakopf anhängen und damit die wunderbare Aussicht auf Wetterstein und Mieminger Kette gleich zwei Mal genießen. Zudem hat man zwei Gipfel auf einen Streich, um beim Märchen zu bleiben. Zweifellos zählt die Tajakante zu den schönsten Klettersteigen Österreichs – dafür müssen wir nicht einmal den Zauberspiegel befragen.

Hier geht`s Schritt für Schritt über die Tajakante:

ALPIN Info & Tour

Klettersteig für Fortgeschrittene

Die Tajakante ist zwar ein langer, aber dafür wirklich lohnenswerter Klettersteig mit teils anspruchsvollen Kletterpassagen im Schwierigkeitsgrad D/E. Gute Kondition und durchgehende Konzentration sind erforderlich, dafür ist der Ausblick auf die karibisch türkis-grün funkelnden Seen Drachensee und Seebensee umso spektakulärer.

Vorderer Tajakopf, 2450 m, Tajakante

  • Klettersteig, schwer

  • Dauer: 8 - 10 Std.

  • Höhenmeter: Auf- und Abstieg 1000 hm

  • Beste Zeit: Juni bis Oktober

  • Ausgangspunkt: Talstation der Ehrwalder Almbahn, 1100 m

  • Talort: Ehrwald, 994 m

  • Info: Tourismusbüro Ehrwald, Kirchplatz 1, A–6632 Ehrwald, Tel. +43 5673 20000208, zugspitzarena.com

  • Anreise: Mit dem Auto überA95 nach Garmisch-Partenkirchen, weiter auf B23 in Richtung Fernpass/ Reutte bis Ehrwald, im Ort der Beschilderung zur Ehrwalder Almbahn bis zum Parkplatz folgen. Mit der Bahn nach Ehrwald und mit dem Bus zur Ehrwalder Almbahn.

  • Bergbahn: Ehrwalder Almbahn, 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr, Tel. +43 5673 2468, almbahn.at

  • Hütte: Coburger Hütte, 1917 m, Tel. +43 664 3254714, bewirtschaftet vom 8. Juni bis 7. Oktober, coburgerhuette.at

  • Literatur: Paul Werner, Thomas Huttenlocher: Klettersteige Bayern – Vorarlberg – Tirol – Salzburg, Bergverlag Rother, 2016

  • Karte: AV-Karte, 1:25.000, Blatt 4/2, Wetterstein- und Mieminger Gebirge

© Georg Pollinger

Route

Mit der Ehrwalder Almbahn zur Bergstation. Der Beschilderung Richtung Seebensee und Coburger Hütte folgen und bald auf den „Koatigen Weg“ wechseln, der über die Moorwiese zum Geißbach führt und nach einem kurzen Steilstück in den Wanderweg 812 mündet. Dem Forstweg ein Stück folgen, dann links haltend auf den Wanderweg wechseln. 

Weiter zur Seebenalm (1575 m) und zum Seebensee (1657 m), von dem man bereits die Tajakante sieht. Auf dem Wanderweg 812 weiter Richtung Coburger Hütte. An der Informationstafel zum Tajakante-Klettersteig unterhalb der Steilstufe zweigt ein schmaler Pfad nach links ab. Diesem bis zum Einstieg des Klettersteigs folgen. Über den Klettersteig auf den Vorderen Tajakopf.

Der Abstieg erfolgt über den Normalweg. Im Sattel zwischen Vorderem und Hinterem Tajakopf (2408 m) Richtung Coburger Hütte absteigen. Alternativ kann vom Sattel aus über den kurzen, aber steilen Coburger Klettersteig (D/E) der Hintere Tajakopf angehängt werden. Auch hier erfolgt der Abstieg über den Normalweg. Weiter Richtung Coburger Hütte und über Seebensee und Seebenalm zur Bergstation der Ehrwalder Almbahn.

Text von Klara Palme

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1 Kommentar

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Langerheinz

Schön dass ihr die selben Worte wählt wie der DAV im Dialog des aktuellen BERGUNDSTEIGEN "Spieglein an der Wand ". Robert Mayer weiter " ... Klettersteige sind der Tod des Alpinismus ". Er hat leider recht und die große Zahl der Klettersteiggeher ändert daran nichts. Den Namen alpin könnt ihr Euch schenken - nennt Euch doch Freizeit in den Bergen oder ähnlich. Es gibt Nichts was einen Klettersteig ALPIN rechtfertigt.
Berg frei
Heinz Buchmann