Leichte Wanderungen im Frühjahr können schnell zu ernsthaften Unternehmungen werden, wenn steile Schneefelder zu queren sind und Ausrüstung und Know-how nicht stimmen. ALPIN sagt Ihnen, wie Sie sicher unterwegs sind, wenn die Altlasten des Winters bewältigt werden müssen.

Die Zeit, wo wir wieder ohne Ski oder Schneeschuhe an den Füßen in den Bergen unterwegs sind, steht vor der Tür. Die Altlasten des Winters sind dann aber garantiert noch nicht gänzlich geschmolzen. Schneefelder erschweren dem Bergwanderer immer wieder das Weiterkommen. In schattigen Flanken und steilen Karen und Rinnen hält sich der Schnee bis lange in den Frühsommer.

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Besonders nach diesem sehr schneereichen Winter werden die Bergwanderer lange auf Schnee stoßen. Grund genug, sich Gedanken darüber zu machen, wie man diese Schneefelder am besten begeht. Oftmals mag ein Ausrutscher harmlos sein, öfter als man denkt, ist das jedoch gefährlich – oder gar lebensbedrohlich. Wir haben in ALPIN schon einige Male darüber berichtet, wie man bremst, wenn man doch gestürzt ist.

Klicken Sie sich durch die Slideshow mit einer kleinen Bilderserie, wie Sie sich verhalten sollten, wenn Schneefelder gequert werden müssen.

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Diesmal möchten wir Ihnen zeigen, wie man es anstellt, dass man erst gar nicht ausrutscht. Das Wichtigste ist geeignetes Schuhwerk. Bergschuhe mit festen Sohlen erleichtern ein aktives Einsetzen des Sohlenrandes oder, wenn man in Falllinie aufsteigt, der Fußspitze. Ist man mit weichen „Latschen“ unterwegs, ist das nicht möglich. Im Frühjahr also immer lieber zum festeren Schuh greifen. Optimal ist es natürlich, wenn man Steigeisen oder Grödel dabei hat.

Dummerweise kommen die Schneefelder auf der Wanderung aber immer genauso überraschend wie Weihnachten. Also liegen die Steigeisen im Keller oder im Auto. Sind die Schneefelder noch hart gefroren (morgens), kann man mit einem leichten Schwung aus dem Knie halbmondförmige Tritte platzieren.

Trittfläche muss groß genug sein

Wichtig ist dabei, dass die Trittfläche in etwa horizontal verläuft oder vielleicht ein klein wenig zum Berg geneigt ist. Fällt sie nach außen ab, läuft man Gefahr abzurutschen. Ist sie zu stark nach innen geneigt, kann der Tritt wegbrechen. Schafft man mit einem einzigen Tritt keine Fläche, auf die man sich draufzusteigen traut (oder die nachfolgenden Personen!), muss man den Vorgang wiederholen, bis die Trittfläche groß genug ist.

In diesem Fall kommt man nicht sonderlich schnell voran und sollte lange Schneefelder meiden. Ist der Schnee hart gefroren, kann man sich in mäßig steilem Gelände (unter 30 Grad) gut fortbewegen. Wird es steiler, muss man Steigeisen und/ oder Pickel dabei haben, am besten beides. Für die kurze Querung eines Schneefeldes reicht vielleicht ein Eispickel, um Stufen zu schlagen.

Neben den Schneefeldern zu laufen, ist natürlich am einfachsten.

Für eine längere Strecke hält man das nicht lange durch. Die Routenwahl muss dann angepasst werden. Gibt es keine Alternativen, muss man auch mal umkehren. Beim Einsatz des Pickels (egal ob mit oder ohne Steigeisen) sollte man darauf achten, einen Rhythmus zu finden. Schritt – Schritt – Pickel setzen, Schritt – Schritt – Pickel setzen. Denn nur so kann man sich auf seine jeweilige Tätigkeit auch konzentrieren. Natürlich ist man dann langsamer als wenn man den Pickel während des Gehens neu setzt.

Aber man ist auch sicherer unterwegs und kann den Pickel bewusst einsetzen. Hat man ein Seil dabei, kann man zumindest kürzere Passagen mittels Geländerseil absichern. Das ist vor allem dann ratsam, wenn schwächere Teilnehmer in einer Gruppe dabei sind. Hier reicht meist ein Seil, das die Personen in die Hand nehmen, man muss sich nicht mit dem Gurt einhängen.

Wichtig sind solide Verankerungen auf beiden Seiten des Fixseils. Man sollte das Thema Begehen von Schneefeldern nicht unterschätzen. Schaut man sich die Unfallstatistik der Bergwacht an, wird schnell klar: Ausrutschen auf Schneefeldern ist einer der häufigsten Einsatzgründe, vor allem im Frühjahr.

Klein, verpackbar und sekundenschnell montiert: die Spikes von Snowline.

Ausrüstungs-Tipp

Elastische Steigeisen

Die Spikes von Snowline sind wie Kleinsteigeisen, lassen sich in Sekundenschnelle auf alle Schuhe montieren und erhöhen den Grip auf Schneefeldern. Sie sind klein verpackbar, leicht (400 g) und auch preislich erschwinglich. Für Bergsteiger und Wanderer, die gerne im Frühjahr unterwegs sind, ist das eine gute Alternative zu Grödeln oder Leichtsteigeisen. Natürlich ersetzen sie aber nie ein echtes Steigeisen, wenn das nötig ist.

Preis: 49,90 Euro

www.kochalpin.at

Text: Olaf Perwitzschky

Aus ALPIN 04/2012

Zur Einzelheftbestellung geht es hier.

"Gear-Spot Grödel: Details beachten und nicht ins Rutschen kommen" aus ALPIN 01/14