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Know-how

Skitouren: Hinein ins Vergnügen!?

20.11.2007 11:03:18
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Vom Gipfelkreuz sind nur noch die Konturen zu erkennen. Schnee, Kälte, Wind und Sturm haben ganze Arbeit geleistet. Umhüllt von einer bizarren Eiskruste steht das Kreuz am höchsten Punkt. Wunderschön ist es anzuschauen. Für viele Tourengeher und Skibergsteiger ist dies oft der allererste Lohn für die Mühen nach dem Aufstieg. Vor dem ersten Schluck aus der Thermoskanne, noch vor der Rundumschau und noch vor der Abfahrt. Dennoch ist das Kreuz oft so etwas wie ein Wendepunkt der Tour.
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Skifahren lernen auf Skitor ist ein hartes Los, zumal mit Rucksack bei Bruchharsch.
Der Aufstieg durch den Wald, über weit ausladende Almböden, durch Flanken und über Rücken ist die eine Seite der Skitour. Sie will durchdacht, geplant und überlegt sein. Die andere Seite, für viele die schönere, braucht nicht weniger Erfahrung und ebensoviel Umsicht. Wer am Gipfel vor lauter Übermut gedankenlos in einen Hang hineinfährt, riskiert unter Umständen Kopf und Kragen. Erfolgreiches und genuss- volles Skitourengehen liegt in der Abfahrt ebenso wie im Aufstieg begründet - und setzt einen nie endenden Lernprozess voraus.

"Zur Planung einer Skitour gehört auch der Gedanke an die Abfahrt", sagt Hans Kammerlander. Der Südtiroler Extrembergsteiger, der auf 13 Achttausendern stand und vom Nanga Parbat und Mount Everest mit Ski abfuhr, ist der Meinung, "dass zur Abfahrt sogar noch mehr Aufmerksamkeit gehört."

Und tatsächlich, hinauf gestiegen ist man "schnell" irgendwo. Einer Spur zu folgen und zu hoffen, dass sie sicher ist, geht oft recht gut. Auch hat man im Aufstieg mehr Zeit, das Gelände zu betrachten und die Gefahrenpunkte auszumachen.

Ski extrem: Hans kammerlander 1996 bei seiner Abfahrt vom Everest.
Oben dann, wenn es einzig noch darum geht, wieder hinunter zu kommen, wenn die Kräfte unter gewissen Umständen fast schon verpulvert sind, wenn das skifahrerische Können nicht gut genug ist, wenn schwierige Verhältnisse herrschen, dann potenziert sich im Minutentakt das ohnehin vorhandene Restrisiko.

"Aufstieg und Abfahrt" sagt Hans Kammerlander, "sind zwei vollkommen verschiedene Arten der Planung." Jeder noch so gute und konditionsstarke Aufsteiger müsse die Tour vor allem auf sein skifahrerisches Können hin planen. "Wer Skifahren erst auf Tour lernen will, hat sich das falsche Sportvergnügen ausgesucht." Runter gekommen sind sie noch alle, doch so mancher hat sich hinterher nach dem "Wie" gefragt.

Doch wer es kann, für den ist bei guten Verhältnissen, ganz gleich ob im Pulver oder bei zwei Zentimeter Superfirn, die Abfahrt ein rauschender Genuss. Und der sollte am Besten erst enden, wenn man vor lauter Glückseligkeit beim letzten Gatter oder gar erst am Auto abschwingt.

Text: Walter Lücker

Aus ALPIN 02/2006
Zur Einzelheftbestellung

Weitere Informationen:
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