Tragödie am Dhaulagiri

Gerlinde Kaltenbrunner überlebt Lawinenunglück

Die wichtigste Nachricht: Gerlinde Kaltenbrunner lebt! Beim Versuch den 8.167 Meter hohen Dhaulagiri zu besteigen entging sie nur knapp dem Lawinentod.

Gerlinde Kaltenbrunner überlebt Lawinenunglück
Überlebt Lawinenunglück: Gerlinde Kaltenbrunner. Bild: www.amical.de
Überlebt Lawinenunglück: Gerlinde Kaltenbrunner. Bild: www.amical.de

"Wenn das Wetter passt, werde ich am Sonntag oder Montag einen weiteren Versuch starten, allerdings allein. Das Risiko, dass es Lucie noch einmal schlecht geht, ist mir zu hoch. Vielleicht starten die Spanier auch noch einmal, ansonsten werde ich allein am Berg unterwegs sein." 8.000er Hauptgipfel von Gerlinde Kaltenbrunner Schließlich brach Gerlinde Kaltenbrunner am Samstag gemeinsam mit drei spanischen Bergsteigern in Richtung Lager II in 6.500 Metern Höhe auf. Die 36-Jährige schlug ihr Zelt wenige Meter neben den beiden Zelten der Spanier auf.

Gegen 06.00 Uhr am Sonntagmorgen begann es heftig zu stürmen. Die Bergsteiger beschlossen, in ihren Zelten zu bleiben, bis der Sturm nachlässt, um dann zu Lager III aufzusteigen. Doch daraus wurde nichts. Gegen 09.00 Uhr löste sich ein Schneebrett, das die Zelte mitriss.

"Wenn du da drinnen liegst und auf einmal reißt dich eine Lawine mit - das kann ich dir gar nicht sagen, wie das ist. Einen Moment lang habe ich mir gedacht: Jetzt ist alles vorbei," berichtete die 36jährige gegenüber den Oberösterreichischen Nachrichten .

Eine kleine Blase blieb, die Kaltenbrunner Bewegungs- und Atemmöglichkeit ließ. "Ich habe zu meinem Messer am Sitzgurt gegriffen, das Zelt aufgeschlitzt, langsam Schnee hereingeholt, bis ich gesehen habe, dass ich durch ein kleines Loch ins Freie kann."

Gemeinsam mit dem überlebenden Spanier Javi Serrano versuchte sie, die beiden Verschütteten zu befreien. Vergebens. "Wir haben die zwei nur noch tot gefunden, einbetoniert in Schnee. Das war ein Albtraum. Wir konnten nichts machen." Santiago Sagaste und Ricardo Valencia werden wohl in ihrem eisigen Grab am Berg bleiben.

Es bleibt nur der schnellsmögliche Abstieg ins Basislager. Hier angekommen telefoniert die Alpinistin aus Spital am Pyhrn mit Ehemann Ralf Dujmovits, der gerade am Manaslu unterwegs ist. Gemeinsam wollten sie sich im Juni am K2 versuchen. "An das will ich noch gar nicht denken. Ich muss erst einmal mit der jetzigen Situtation fertig werden."

Auch an einen weiteren Gipfelversuch am Dhaulagiri ist nicht zu denken. Derzeit ist Gerlinde Kaltenbrunner auf dem Weg in das erste Dorf, das sie am Dienstag erreichen will. Von dort aus soll es per Flugzeug über Pokara nach Kathmandu und schließlich ins heimische Deutschland gehen.

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