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EXTREM EHRLICH: Ines Papert. Foto: von Nayhauß.
Ines Papert: Das ist eine gute Frage, die habe ich mir noch nie so richtig gestellt. Zufrieden bin ich erst, wenn ich es geschafft habe und oben stehe. Das ist dann der Wahnsinn. Das sind Momente, von denen kann ich ewig zehren.
ALPIN: Und wenn es nicht klappt?
Ines Papert: Ich hatte die Pellisier schon ein Jahr zuvor versucht, musste aber wegen des Unfalls in der Marmolada unterbrechen. Das war schlimm, das war wie eine offene Rechnung.
ALPIN: Die Pellisier gilt als schwerste Route an der Nordwand.
Ines Papert: Sie hat viel Energie gekostet, das hätte ich mir vorher nie eingestanden. Die Route hängt auf 200 Meter 50 Meter über. Zuerst denkst: ‚Puuh! Schaffe ich das überhaupt?'
Fotogalerie Ines Paperts Eiskletter-Weltcupsaison 2006
ALPIN: Zehn Tage lang hast Du sie am Fixseil ausgelotet.
Ines Papert: Du arbeitest dich Stück für Stück hoch, und jedes Mal, wenn du eine kritische Passage entschlüsselt hast, kommst Du dem Ziel näher - das macht richtig Spaß. Das ist natürlich auch anstrengend, aber ich habe diese körperliche und psychische Anstrengung gern.
Video zum Eiskletterweltcup 2006, u.a. mit Ines Papert und Hari Berger. Quelle: www.youtube.com.
ALPIN: Was hat keinen Spaß gemacht?
Ines Papert: Bei schlechtem Wetter oben in den Höhlen zu schlafen, aber es gehört dazu. So wie das frühe Aufstehen in der Kälte. Und sich bei ungemütlichen Bedingungen alleine zu motivieren, denn ich bin grundsätzlich kein Einzelgänger, ich teile meinen Tag sehr gern mit Freunden.
ALPIN: Hast Du Dich auch einsam gefühlt?
Ines Papert: Am Anfang fand ich es mühsam, so allein in der Nordwand. Zum Schluss habe ich mich sehr auf die Tage gefreut. Du bist frei, musst keine Rücksicht nehmen: Es wird keinem anderen zu kalt, du kannst deine Pausen machen, wenn du sie brauchst.
Fotogalerie Ines Paperts Eiskletter-Weltcupsaison 2006
ALPIN: Ich hätte Angst, dass jemand in meiner Abwesenheit am Fixseil rumfummelt.
Ines Papert: Ja, du weißt nie, wer sich an dem Seil zu schaffen macht. Das war ein Problem, ich würde es nicht ewig drin hängen lassen.
Die Fragen stellte Dirk von Nayhauß.
Das ganze ehrliche Interview mit Ines Papert in voller Länge finden Sie in ALPIN 05/2007, das ab 18. April am Kiosk erhältlich ist.
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Weitere Informationen zu Ines Papert:
www.ines-papert.de
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