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In 2 Stunden und 21 Minuten durch die Nordwand

Speedrekord für Steck am Grandes Jorasses

08.01.2009 16:00:37
Im Februar des vergangenen Jahres verblüffte Ueli Steck die alpine Szene mit einem Fabel-Speerekord an der Eiger Nordwand. In 2 Stunden und 47 Minuten "sprintete" der gelernte Zimmermann durch die legendäre Wand oberhalb von Grindelwald. Nun vermeldet das Sekretariat des Schweizers eine neue Glanztat: Am 28. Dezember klettert Steck die Nordwand des Grandes Jorasses solo in 2 Stunden und 21 Minuten!
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Sieger im Kampf gegen die Uhr: Ueli Steck. Bild: Jonathan Griffith.
Lesen Sie hier die Pressemitteilung des Sekretariats Ueli Steck (Text gekürzt und redigiert):

"Am Sonntag, 28. Dezember 2008 klettert Ueli Steck die Nordwand des Grandes Jorasses über die Colton-McIntyre Route auf den höchsten Gipfel, die Pointe Walker (4208m), in 2 Stunden und 21 Minuten. Die Grandes Jorasses ist ein mehrgipfliger Berg im Mont-Blanc-Massiv in den Alpen, an der Grenze zwischen Frankreich und Italien.

Die bis dahin schnellste Zeit an der Grandes Jorasses wurde über die Route „Linceule“ - die sich ganz Links in der Wand befindet - gemessen. Eine Schnee und Eisflanke. Technisch einfach. Jean Marc Bovin kletterte sie 1977 in 2 Stunden und 45 Minuten vom Bergschrund aus auf den Gipfel. Diese Route hat aber nichts mit der Grandes Jorasses Wand zu tun. Die schnellste Begehung der eigentlichen Grandes Jorasses Nordwand wurde in etwas unter 4 Stunden begangen - auch über die Colton-McIntyre Route. Diese Zeit war bis zum 28. Dezember 2008 relevant.

2 Stunden und 21 Minuten: Fabelzeit für diese Route. Klicken Sie für eine Großansicht!
Die Nacht war kalt. Das Thermometer misst am Morgen Minus 16 Grad. Eigentlich nicht optimal für einen Speedrekord. Trotzdem: Steck probiert es.

Es wird eine richtige und sehr kalte Winterbegehung. Nach einem ausgiebigen Frühstück geht’s los. Mit dabei: ein 50 Meter 5 mm Dyneema Seil, 2 Eisschrauben, 4 Karabiner, ein Abseilgerät und 2 Normalhaken. Minimale Ausrüstung.

1100 Meter stehen ihm bevor. Die Eisverhältnisse sind perfekt: nicht zu hart. Die Eisgeräte geben guten Halt. Einen Pickelschlag um den anderen steigt Steck höher. Bis in die Wandhälfte über die McIntyre Route. Dann steigt Steck über die zwei senkrecht bis überhängenden Eisseillängen von der Route Alexis. Eine schwierigere Variante.

Zu kalt, um die Handschuhe auszuziehen

Die letzten 350 Meter sind die anspruchsvollsten. Wieder zurück auf der Originalroute, ist der Fels sehr schwer zu klettern. Es ist ein heikles Klettern mit Eispickeln im Fels. Die Temperaturen sind zu kalt, um die Handschuhe auszuziehen. Steck klettert mittels der so genannten Drytooling Technik weiter. Steil bis überhängend geht es Richtung Gipfel zu. Die Passagen in diesem Wandteil wurden bei der Erstbegehung mit Haken technikartig überwunden. Steck klettert das Ganze seilfrei und ohne jegliche Absicherung.

2 Stunden und 21 Minuten später, nach dem er das Zelt am Wandfuss verlassen hat, steht Steck auf der Gipfelwächte der Pointe Walker, der mit 4208m der höchste Punkt des mehrgipfligen Grandes Jorasses Berg im Mont-Blanc Massiv ist."

Weitere Meldungen zu Ueli Steck auf alpin.de:
Steck und Siegrist: Schwierigste Route in der Eiger Nordwand
Eiger-Award für Ueli Steck
Steck sprintet durch die Eiger-Nordwand


Fabelzeit am Eiger: Ueli Steck. Video von www.youtube.com.

Ueli Steck: "Bin nicht anders als alle anderen auf dieser Welt"
Ueli Steck an Annapurna-Südwand abgestürzt

Weitere Informationen, einen längeren Text und viele Fotos zum Erfolg am Grandes Jorasses gibt's hier:
www.uelisteck.ch


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