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Aktion Schutzwald, Volksabstimmung im Kleinwalsertal, Skigebietserschließung

DAV bezieht Stellung zu Umwelt-Themen

24.10.2012 09:16:37
Während die geplante Panoramabahn im Kleinwalstertal per Volksabstimmung gestoppt worden ist, wird ein anderes Bauprojekt - die Erschließung des Piz Val Gronda bei Ischgl - durch Beschluss des Landes Tirol nun realisiert. Der Deutsche Alpenverein bewertet die beiden Entscheidungen sehr unterschiedlich. Eine durchwegs positive Bilanz zieht der DAV hingegen bei der Aktion Schutzwald.
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Blick vom Walmendinger Horn zum Hohen Ifen (re. / Foto: picture-alliance).
Bei einer Volksabstimmung am 21. Oktober hatte sich eine klare Mehrheit gegen den Bau einer Panoramabahn im Schwarzwassertal, einem Seitental des Kleinwalsertals, ausgesprochen. Zusammen mit dem Oesterreichische Alpenverein (OeAV) und zahlreichen Naturschutzverbänden hatte der DAV klar Stellung gegen das geplante Großprojekt bezogen.

Dementsprechend erleichtert zeigte sich DAV-Vizepräsident Ludwig Wucherpfennig nach der Entscheidung: "Die Vernunft hat gesiegt. Man muss nicht alles bauen, was technisch möglich ist. Mit einer Tal überspannenden Seilbahn wäre die einzigartige Karstlandschaft am Hohen Ifen unwiederbringlich zerstört worden."

Der DAV erkennt sehr wohl, dass Modernisierungen an den Anlagen erforderlich sind, aber "ein Ausbau des Skigebietes muss mit Augenmaß erfolgen. Wir bieten uns an, zusammen mit dem Österreichischen Alpenverein an Konzepten für eine behutsame Weiterentwicklung der Urlaubsregion Kleinwalsertal mitzuwirken", so Ludwig Wucherpfennig.

Die geplante Panoramabahn hätte das Schwarzwassertal in einer Höhe von mehreren hundert Metern überspannen und damit die Skigebiete Walmendinger Horn und Ifen miteinander verbinden sollen.

Tirol genehmigt Erschließung des Piz Val Gronda

Weniger Erfolg hatte der DAV mit seinem Protest gegen die Erschließung des 2812 Meter hohen Piz Val Gronda bei Ischgl. Nach einem Beschluss des Landes Tirol dürfen die geplanten baulichen Maßnahmen durch die Silvretta Bergbahnen nun realisiert werden. Diese beinhalten den Bau einer Kabinenbahn mit einem Fassungsvermögen von 150 Personen und die Schaffung einer neuen Pistenstraße. Nach Ansicht des DAV ein völlig unsinniges Projekt, da durch die Bauvorhaben eine "einzigartige Naturlandschaft" für immer zerstört werde, so Hanspeter Mair, Geschäftsbereichsleiter Hütten, Naturschutz, Raumordnung.

Dementsprechend enttäuscht zeigte sich Mair von der Entscheidung des Landes Tirol: "Für den Deutschen Alpenverein ist es unverständlich, dass dieses Projekt realisiert werden kann. Durch die Erschließung des Piz Val Gronda verliert die Natur hier eine Geländekammer, die bislang dem sanften Tourismus vorbehalten war." Statt einer touristischen Entwicklung nach dem Prinzip "nachhaltig und mit Augenmaß" setze das Land Tirol auf das Motto "höher, schneller, weiter" und ermögliche damit weitere Erschließungen von einzigartigen Naturlandschaften.

"Damit hat die Natur einmal mehr das Nachsehen vor dem Expansionsdrang der Skigebiete", sagt Hanspeter Mair und ergänzt: "Wer vor den Naturschutzargumenten am Piz Val Gronda die Augen verschließt, der wird vermutlich auch bei weiteren Erschließungsplanungen in Tiroler Skigebieten in dieser Hinsicht blind bleiben."

Wasserkraftwerk bei Miesbach - zum Ausbau der Wasserkraft in Bayern werden aktuell vielerorts neue Kleinwasserkraftwerke geplant (Foto: DAV / Rolf Renner).
Wasserkraftanlage am Eybach bei Oberstdorf

Auch der geplante Neubau eines Kleinwasserkraftwerks am Eybach bei Oberstdorf im Allgäu stößt bei den DAV - Verantwortlichen auf harte Kritik. Nach Ansicht des Alpenvereins steht der zu erwartende Energieertrag in keinem Verhältnis zu den ökologischen Schäden. Auf einer Länge von 1,2 Kilometern soll dem Gebirgsbach das Wasser nahezu vollständig entzogen und in ein Druckrohr abgeleitet werden.

Durch den stark schwankenden Abfluss entfällt zudem die Grundlastfähigkeit, wie es in einer Stellungnahme des DAV heißt. Der Alpenverein plädiere daher eine Effizienzsteigerung vorhandener Anlagen an Fließgewässern anzustreben. Ein Neubau von Kleinwasserkraftwerke, die nicht zur Versorgung von isolierten Standorten notwendig sind, sei daher entschieden abzulehnen, so der DAV.

13000 Bäume gepflanzt

Rund 100 freiwillige Helferinnen und Helfer beteiligten sich in diesem Jahr an der Aktion Schutzwald. Bei den Einsätzen zwischen Oberstaufen und Bad Reichenhall pflanzten sie mehr als 13000 Bäumchen heimischer Arten auf Schutzwaldflächen; am häufigsten wurden dabei Tannen, Fichten und Buchen gesetzt.

Zudem besserten sie in den bayerischen Alpen rund 7500 laufende Meter Steige aus, mähten und räumten Wildäsungsflächen, errichteten Zäune zum Schutz der Jungpflanzen und bauten Hochsitze. Insgesamt leisteten die Frauen und Männer in den 18 Aktionswochen zwischen Mitte Mai und Ende September mehr als 3400 ehrenamtliche Arbeitsstunden.

Quelle: Pressemitteilung DAV


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