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Für die Polizei steht die dramatische Zunahme bei den schweren Bergunfällen mit Todesfolge in unmittelbaren Zusammenhang mit der stetig wachsenden Zahl von Bergwanderern und Bergsteigern. Die vielen Schönwetterperioden - vor allem im Frühjahr und Herbst 2011 - hätten ebenfalls dazu beigetragen, dass sich erheblich mehr Menschen im Gebiet der Allgäuer Alpen bewegt hätten als noch in den Jahren zuvor.
Allerdings steht die Entwicklung im Bereich der Allgäuer Alpen im klaren Gegensatz zum Bayerntrend. Nach DAV Angaben ist die Zahl der tödlichen Bergunfälle in den Bayerischen Alpen seit Jahren rückläufig.
Mehr Unfälle auch in Sachsen
Auch im Gebiet der Sächsischen Schweiz lässt sich eine ähnliche Entwicklung wie in den Allgäer Alpen feststellen, zumindest was die Unfallzahlen anbelagt. Hier ereigneten sich 2011 23 schwere Kletterunfälle - gut doppelt so viel wie in den Jahren zuvor. Stefan Falkenau von der Bergrettung Sächsische Schweiz sieht die Verbindung von überwiegend gutem Wetter und dem anhaltenden Outdoor- und Kletterboom als Hauptursache für den signifikanten Anstieg. Dazu kämen oft noch mangelnde Erfahrung und Selbstüberschätzung.
Neuer Rekord bei Bergwachteinsätzen im Chiemgau
Ludwig Lang, Geschäftsführer der Bergwacht Chiemgau in Bad Reichenhall, kann für das zurückliegende Jahr einen neuen Einsatzrekord verzeichnen. Eine Bestmarke, über die man sich bei der Bergwacht Chiemgau nicht gerade freut. 900 Alarmierungen hat es 2011 gegeben - 100 mehr als 2010 (und so viele wie nie zuvor).
Auch Lang sieht die Ursache für den rasanten Anstieg in erster Linie bei der kontinuierlich wachsenden Zahl an Berggängern. Speziell in den Chiemgauer Alpen würden einfach immer mehr Menschen das gute Touren-Angebot für Wanderer, Mountainbiker, Kletterer und Tourengeher annehmen.
"Wenn die Autobahn voll ist, passieren mehr Unfälle", analysiert Lang trocken. Für seine rund 400 aktiven Kollegen sei aber Grenze dessen, was sie ehrenamtlich zu Leisten im Stande wären, bald erreicht, so der Geschäftsführer der Bergwacht Chiemgau.
"Die Selbstüberschätzung vieler Bergsteiger steigt"
Alois Glück, Vorsitzender der Bergwacht Bayern, sieht auch ein Stück weit die Gemeinden in der Pflicht: "Von Tourismusseite gibt es gegenwärtig die starke Überlegung, noch mehr Menschen in die Berge zu holen. Und in den Bergen unterwegs zu sein, gehört für viele Menschen zum Lebensideal", so der 71-Jährige gegenüber Chiemgau Online.
Einer Vielzahl an Menschen, die sich in den Bergen bewege, fehle es nach Ansicht von Glück auch an Vorbereitung und der nötigen Selbsteinschätzung. Zudem würde sich ein Großteil der Berggeher viel zu sehr auf teure Ausrüstung und das Handy verlassen. Über diese Entwicklung sei man von Bergwachtseite schon etwas besorgt, wie Glück zu Verstehen gibt, fügt aber an: "Wir sind keine Kläger und keine Richter."
Quelle: Augsburger Allgemeine / chiemgau-online.de / sz-online.de
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