Projektstudie der Uni Mainz

Wallis Gletscher unter Beobachtung

Weltweit Schmelzen die Gletscher. Bislang versuchte man im Sommer vor allem durch Abdecken, die Eisschicht vor der Sonne zu schützen. An der Universität in Mainz startet jetzt eine Projektstudie, die einen ganz neuen Weg einschlägt. Demnach soll ein Windfang einen Kaltluftkeil über dem Gletscher erzeugen.

Wallis Gletscher unter Beobachtung
Gibt es ihn in hundert Jahren noch? Der Aletschgletscher gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe. Foto: dpa.
Gibt es ihn in hundert Jahren noch? Der Aletschgletscher gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe. Foto: dpa.

Viele Alpengletscher sind derzeit von einem dramatischen Abschmelzen betroffen. Geht die Klimaerwärmung unvermindert weiter, wird es in 100 Jahren keine Alpengletscher mehr geben, so die Prognosen. Eine Forschungsgruppe des Geographischen Instituts der Johannes Gutenberg - Universität Mainz möchte genau diesen Prozess aufhalten.

Dazu soll in einem Modellprojekt ein Windfang am Rhone-Gletscher errichtet werden, der mit einer angepeilten Größe von 15 Meter Länge und drei Meter Höhe, die Hang abwärts fließenden Kaltluftwinde bremsen soll. Der erwartete Effekt ist der, dass durch den Windfang ein Kaltluftkeil über dem Gletschereis entsteht, der das Abschmelzen bremsen soll.

Die Studie wird nicht ausschließlich hinter verschlossenen Türen stattfinden. So sollen Touristen unter dem Motto "Gletscher sehen und verstehen" auf einem Lehrpfad am Rhônegletscher umfangreich informiert und für das Thema weiter sensibilisiert werden.