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Nunavut- Expedition in der kanadischen Arktis

Mit Mike Horn auf Baffin Island

20.09.2011 15:32:48
Abenteuerlust, Teamgeist und Umweltbewusstsein! Danach fragt der südafrikanische Abenteurer Mike Horn, wenn man sich im Zuge des vierjährigen Pangaea- Projekts für eine von insgesamt zwölf Expeditionen bewirbt. ALPIN-Leser Ansgar Fellendorf hatte das Glück, als einer von acht "Young Explorern" für die Nunavut- Expedition in die kanadische Arktis ausgewählt worden zu sein. Für drei Wochen war der 18-jährige Grazer an der bergigen Ostküste Baffin Islands unterwegs.
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Foto: Mike Horn
Der Nacken tat schon weh vom Hinaufstarren. Ungläubig betrachteten wir die senkrechte Steilwand über uns, die wir erzwingen sollten. Der Fels ging direkt in das Wasser des Fjords über. An zwei Seilen zogen wir uns schließlich mit einer Steigklemme die Big Wall hinauf. Wenn man die Technik: mithilfe der Beinschlaufe hinaufdrücken, dann mit der Steigklemme am Seil hinaufziehen einmal heraußen hatte, war es machbar die vertikale Welt zu erobern. Schwindelfrei musste man noch sein, um den Ausblick auf das tiefblaue Wasser unter einem und die vorbeidriftenden Wolken genießen zu können.

Nach etwa vier Stunden Aufstieg wartete eine kleine Plattform auf 200m Höhe. Dort war ein sogenanntes ‚Spinnennetz' aus Seilen gespannt, woran man immer befestigt sein musste. Die Bewegungsfreiheit war am Fels also deutlich eingeschränkt. Aber trotz des Platzmangels grillte Mike Horn auf dem eigens hinauf transportierten Rost Würstchen und wir genossen den besten Hot Dog unseres Lebens. Der Blick auf den Nebel unter einem und die Gletscher und Berge um einen herum war atemberaubend!






Klicken Sie sich durch unsere Slideshow mit Impressionen der Nunavut- Expedition auf Baffin Island


Noch spannender war die Nacht. Denn wir schliefen auf Portaledges, klappbaren Liegen die in einem rechten Winkel am Fels befestigt werden. Nachdem wir es uns jeweils zu zweit auf einer Liege in den Schlafsäcken bequem gemacht hatten, konnte trotzdem niemand einschlafen. Das Gefühl auf nichts als Luft zu schlafen und dem Material ganz vertrauen zu müssen war einfach zu neu. Außerdem schaukelte die gesamte Liege, wenn eine Person sich auch nur ein wenig bewegte. Morgens um vier weckte uns dann ein Felsbrocken, der laut fünf Meter an uns vorbeidonnerte. Blitzartig war jeder wach! Es wurde ja auch die ganze Nacht nicht wirklich dunkel.

Nun bemerkten wir zudem, dass über die Nacht die Wolken hinauf gestiegen waren und wir völlig durchnässt waren- und das bei Minusgraden! Dazu blies ein schneidender Wind. Wir zitterten und bibberten, mussten aber trotzdem geduldig alles einpacken. Schlotternd warteten wir oben, da jeder einzeln abgelassen wurde. Einige wurden so weit abgelassen, dass sie samt Gepäck im Arktischen Wasser landeten. Da schmeckte die heiße Schokolade an Bord des Segelschiffes noch besser.

Text: Ansgar Fellendorf

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