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Zielpunkt: Martin Busch Hütte (2501m)
Höhenmeter: Aufstieg 850, Abstieg 1000 Hm
Gehzeit: 6 Stunden
Tourenverlauf: 1 Std. Aufstieg zum Rettenbachferner. Abstieg ins Gletscherskigebiet von Sölden und kurze Busfahrt zum Tiefenbachgletscher. Weiter auf dem Panoramaweg bis Vent. Nach ausgiebiger Mittagsrast ca. 2 Std. Aufstieg zur Martin- Busch-Hütte (2500 m, Österreich).
Ich selbst bin kein Skifahrer und täte mir daher leicht, den Massenskibetrieb in der "Ötztal Arena", den Stahl, den Beton, den Asphalt, und die Verantwortlichen des Ganzen, seien es die "Konsumenten" oder die Betreiber der Anlagen, zu verurteilen. Doch ich bemühe mich, die Dinge differenziert zu betrachten.
Beim Aufstieg zum Rettenbachferner bietet uns sich ein Ausblick wie auf dem linken Bild, beim Abstieg blicken wir auf das Skiegebiet, wie man es auf dem rechten Bild sieht.
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Die Teilnehmer der ALPIN Leserreise Oberstdorf-Meran
Habe ich das Recht, auf andere mit dem Finger zu zeigen, die ihrem Hobby nachgehen möchten? Habe ich das Recht, über die Einheimischen zu urteilen, die ihre Existenz durch den Fremdenverkehr bestreiten? Ich weiß es nicht. Rational tue ich mir schwer, diese Fragen zu beantworten. Emotional jedoch empfinde ich die Verbauung als Schandfleck. Und dass die Gletscherseilbahnstation des Rettenbachferner kein Ort ist, wo sich Wanderer und Naturliebhaber lange aufhalten sollten, weiß ich ganz sicher.
Daher bin ich recht froh, als es nach einem kurzen Aufenthalt dort weitergeht und wir auf dem 1995 eröffneten Panoramaweg nach Vent hinunter wandern. Der Weg ist gut ausgebaut und zieht sich lange nur sanft abwärts, so dass man sich nicht allzu sehr aufs Gehen konzentrieren muss und umso mehr den fantastischen Blick in die gegenüberliegenden Berge genießen kann: Stubaier Alpen, Texelgruppe, Similaun und Weißkugel präsentieren sich während unseres gut dreistündigen Abstiegs bei herrlichem Sonnenschein in ihrer vollen Pracht.
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Die Teilnehmer der ALPIN Leserreise Oberstdorf-Meran
Nach ausgiebiger Mittagspause in Vent geht es noch einmal knapp zwei Stunden auf einem breiten Fahrwerg hinauf zur Martin-Busch-Hütte. Zum Schluss der Etappe sind wir erstmals im Verlauf unserer nun schon fünf Tage andauernden Reise froh, wasserdichte Klamotten eingepackt zu haben. Es beginnt nämlich recht heftig zu regnen. Im Keller der Martin-Busch-Hütte bildet sich somit eine lange Schlange vor der Dusche.
Die Martin-Busch-Hütte (damals Samoa-Hütte) sollte ab 1938 zu einer feudalen Jagdhütte für Hermann Göring ausgebaut werden, wie uns Udo in einem kleinen Vortrag in der Holländer Stube der Hütte nach dem Abendessen erzählt.
Der enge Vertraute Adolf Hitlers war nicht nur Oberbefehlshaber der Luftwaffe sondern als "Reichsforst- und Reichsjägermeister" auch ein passionierter Weidmann. Göring hoffte, von der mit einem geländegängigen Fahrzeug erreichbaren Hütte aus, auf bequeme Art und Weise zum Abschuss einiger kapitaler Steinböcke zu kommen. Die vollkommen Kapitulation des Großdeutschen Reiches machte diesem Plan 1945 glücklicherweise ein Ende.
Ziel der 5. Etappe: Die Martin-Busch-Hütte. Bild: Alpenverein Berlin.
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Die Teilnehmer der ALPIN Leserreise Oberstdorf-Meran
Milchig-graues Gletscherwasser donnert allenthalben in gigantischen Mengen zu Tale, auf dem Rettenbachferner ist bereits seit Wochen kein Skibetrieb mehr möglich. Am Similaun-Gletscher kann von majestätischem Weiß keine Rede sein, überall öffnen sich neue Spalten, bereits vorhandene vergrößern sich. Spaltenbrücken werden dünner, der Steinschlag nimmt zu, was die Touren auf die umliegenden Gipfelziele ungleich gefährlicher macht.
Ich bin der Ansicht, dass dies die Zeichen eines längst begonnenen Klimawandels sind und sich die Entwicklung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiterhin verschlimmern wird. Für Udo ist der Zustand der Gletscher dagegen nur eine Momentaufnahme. Niemand könne seiner Ansicht nach die Entwicklung in den kommenden Jahren voher sagen. Möglich sei genauso gut, dass in 50 Jahren die Gletscher wieder an Masse zunehmen werden.
Ich entgegne, dass mir keine einzige wissenschaftliche Studie bekannt sei, die den weiteren Rückgang der Gletscher in Frage stellt. Allenfalls das Tempo des Rückgangs könne noch als strittig angesehen werden. Dennoch hoffe ich im Stillen sehr, dass Udo Recht behalten wird.
Holger Rupprecht
Weitere Artikel:
Der 1. Tag: Von Oberstdorf zur Kemptner Hütte
Der 2. Tag: Von der Kemptener zur Memminger Hütte
Der 3. Tag: Von der Memminger Hütte nach Zams
Der 4. Tag: Von Zams zur Braunschweiger Hütte. Alpenverein Berlin.
Weitere Informationen:
www.alpinschule.de
www.braunschweiger-huette.at
www.vent.at
Martin-Busch-Hütte
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